Mönchsbart mit gerösteten Zedratzitronenwürfeln

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Barba di Frate Basiliense

Wenn Forscher ein neues Bakterium entdecken, dürfen sie ihm im Rahmen der wissenschaftlichen Nomenklatur einen eigenen Namenszusatz erteilen. Wenn Köche etwas neues entdecken, gilt das bestimmt ebenso.  Ich hatte mich mit einer weiteren Zedratzitrone eingedeckt, habe davon zwei Scheiben kleinstgewürfelt, in Olivenöl leicht knusprig angebraten und diese schlicht einem Gemüsesalat von Barba di frate, bzw. Agretti untergemischt. Die knusprigen Zitronenwürfel passten so gut zu dem Salat, dass ich mich wundere, warum diese Kombination noch niemand erfunden hat. Da ich im allwissenden Internet nichts gefunden habe, taufe ich meinen Gemüsesalat auf den Namen Barba di frate Basiliense. Wenigstens solange, bis die Fasnacht um ist.

Zutaten
Gemüsebeilage für 2 Personen
2-3 dünne Scheiben (50 g) Zedratzitrone
1 kleiner Tlf. Zucker
Butter/Olivenöl gemisch

1 Bund frischen (!) Barba di Frate
Olivenöl extra
Aceto Balsamico vom Guten
Salz, Pfeffer

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Zedratzitronenwürfel, geröstet

Zubereitung
(1) Die Zedratzitronenscheiben samt gelber Schale in feine Würfelchen schneiden. Mit dem Zucker bestreuen und in Butter/Olivenöl langsam während etwa 5-10 Minuten leicht knusprig anbraten.
(2) Indessen die Wurzelenden des Mönchsbarts etwa 3-4 cm hoch abschneiden. Stengel um Stengel waschen und putzen. Seesand bekommt den Zähnen nicht.
(3) Im Dampfsieb zugedeckt etwa 3 Minuten garen. Er soll noch leicht knackig sein.
(4) Anrichten mit den Zitronenwürfeln, Olivenöl und Aceto, würzen. Lauwarm essen.

Die gerösteten Zedratzitronen gehen auch mit Kartoffel-Gnocchi gut, die hat aber Frau Betty Bossy schon erfunden.

Hier noch ein Blick auf all meine bisherigen Barba di Frate Rezepte, Artikel getaggt mit ‘Mönchsbart’:

28 Gedanken zu “Mönchsbart mit gerösteten Zedratzitronenwürfeln”

  1. Da ich nicht die kleinste Hoffnung habe Mönchsbart und Zedratzitronen zu ergattern werde ich das Ganze mal mit Thaispargel und ordinärer Haushaltszitrone testen.
    Danke für’s Erfinden!

  2. Danke für die “Basler Erfindung” – es schaut so schön aus, dass ich auch gerne mal kosten möchte, wie es schmeckt. Aber wo kriege ich nur Mönchsbart her und auch frische Zedratzitronen – ich wüsste nicht, wo ich sie treffen könnte.
    Na – vielleicht ist nächstens mein Glückstag – heute ist ja mal ein geschenkter Tag!
    Liebe Grüsse
    Urs

  3. Ich wusste es doch immer schon: du bist nicht nur ein begnadeter Koch, sondern auch noch ein Erfinder! :-)

    Diese Zutaten werden mir – wie Sybille anscheinend auch – verwehrt bleiben….

  4. Ich würd ja soooooo gerne deine Mönchsbartrezepte nachkochen, nur: ich bekomm hier (Linz, Oberösterreich) einfach keinen Mönchsbart :-(

  5. auf Korsika gibt’s das ( Du musst auf frz. suchen…oder en corse!), eine Vinaigrette mit cédrat und überhaupt schmeissen les corses das Zeugs überall herein…aber ob die auf Korsika Mönchsbart haben?…………

  6. Bei dem Versuch Mönchsbart zu ergattern bin Ich schon gescheitert, bei den Zedratzitronen werde ich auf die Suche wohl ganz verzichten .
    Ich wohne falsch, das wird mir immer wieder bewusster ;o)

    Lg Kerstin

  7. Diese Zitronenwürfelchen sind eine geniale Idee. Dass ich die Zedratzitronen letztens schon gesehen habe, musste ich ja gleich mitteilen :-)

    Ich denke, diese Würfelchen passen auch prima zu manchen grünen Blattsalaten, ich würde das gern mal zu Feldsalat ausprobieren.

  8. Gestern habe ich Deine “Spaghetti con Agretti” von 2010 nachgekocht mit allerhöchstem Erfolg bei meinem Mitesser und ich fand es auch klasse. Zum Glück finde ich ihn (den Mönchsbart) jeden Spätwinter auf dem Markt meiner oberbayerischen Kleinstadt, aber da auch nur an einem einzigen Stand. Jetzt bin ich auf der Suche nach Zedratzitronen.

  9. @Poliander: Erfinder können auch mal irren, besonders wenn das Kabel wackelt.

    @Sybille: hoffentlich wird das nicht zu bitter.

    @Urs: beides bei meinem Claraplatz-Italiener, Zedratzitronen dieses Jahr bei Manor, Mönchsbart bei Globus (dort aber nicht immer frisch)

    @Freundin dgG: soviele Cedri wie heuer hab ich hier noch nie gesehen, scheint eine Modefrucht zu werden.

    @Rosa May: patience, you’re still young

    @Eva: früher hat man hier Rucola auch nicht gekannt, und heute kriegt man ihn überall nachgeworfen. Nur Geduld, Cedri und Barba di frate kommen auch in HH noch.

    @katha: die rohen Würfelchen halten sich im Kühlschrank gut. Ich werfe die derzeit überall gebraten rein :-)

    @Martin: Oben zu wohnen hat andere Vorteile ;-)

    @the rufus: wenn Dich das Lauchige am Geschnittenen nicht stört.

    @Bolliskitchen: in englisch und französisch bin ich schwach ;-) die Würfelchen sind enorm ausgibig, deshalb werfe ich sie überall rein.

    @Verboten gut: Kerstin, das sage ich auch immer. Man sollte den Wohnort nach dem Lebensmittelangebot, nicht nach dem Ehepartner oder einer Anstellung wählen.

    @Britta: das Schöne dabei ist, dass man Säure in das Gericht bringt, ohne dass sich das Grün gleich beige verfärbt.

    @123gewinn: von ihrer Grösse her sind sie ja nicht zu übersehen.

    @Buchfink: auch in einer Stadt wie Basel kenne ich nur 2 Bezugsquellen.

  10. Robert wie ich Dich um die Einkaufsmöglichkeiten in Basel beneide. Deinen Barba di frate Basiliense Salat halte ich für genial! Cedri Zitronen bekomme ich hier in Spanien unter dem Namen Zitronen des Heiligen Hieronymus ;-) aber bei Mönchsbart sehe ich schwarz. Mir wird schon etwas einfallen….

  11. Das habe ich gerade gefunden: “Über das Sodasalzkraut oder Seesalzkraut, wie Mönchsbart auf deutsch heißt, weiß die Oekonomische Encyclopädie von Johann Georg Krünitz (1728-1796) zu berichten: „ Diese Art wächst im südlichen Europa an salzigen Orten, besonders in Spanien. Man bereitet daraus die bekannte Soda, und weil diese in verschiedenen Gewerben, z. B. zum Glasmachen und in den Seifensiedereyen, gebraucht wird, so wird sie schon dieserhalb in verschiedenen Gegenden des südlichen Europa’ s mit Fleiß gebauet.“….Jetzt werde ich aber die Küste einmal abgrasen ;-)

  12. Vielen Dank – ich versuch’s mal in der Markthalle in WInterthur. Sonst muss ich ja wohl oder übel wieder einmal in’s Glattzentrum. Ich bin dort nicht sehr gerne, aber für Delikatessen…
    Liebe Grüsse
    Urs

  13. Wow, ich wusste, dass in dir ein Erfindergeist steckt :-)
    Geniale Sache, die erfrischend klingt, auch wenn ich die Zitronensorte wieder nicht kenne… ;-)

  14. @nysa: Barba di Frate wächst ja auch in Portugal ;-)

    @Margit Kunzke: die Bilder bei wiki (Salsola soda) sehen je nach gewählter Sprache unterschiedlich aus. Auf Spanisch ists der Richtige, auf englisch oder italienisch habe ich Zweifel.

    @simplehealthyhomemade: Bestimmt, Amerika, das Land der unbegrenzten…. man muss nur wissen wo.

    @Elisabeth: Bestimmt hast Du schon Kuchen mit Zitronat gebacken.

  15. Das muss ja wahnsinnig gut schmecken! Sieht auch so aus! Wo Du die Zutaten herbekommst, ist mir wirklich auch ein Rätsel… Ich hoffe, das verhält sich tatsächlich so, wie mit dem Rucola und man kommt auch als “nicht Basler” irgendwann in den Genuss solch höchst wohlschmeckender Geschenke der Natur!
    Ihr hattet ja ein wunderschönes Wetterchen zu eurer Fasnacht…

  16. heute hab ichs endlich geschafft und beim clara-italiener mir den barba gekauft. gratis dazu gabs gleich ein paar zubereitungsideen! ich mach ihn erst morgen, bin aber schon sehr gespannt darauf und werde bestimmt nicht das letzte mal beim sympathischen italiener einkaufen – er hat ja einiges zu bieten!
    merci dir für den tip!

  17. @fränzi: frische Artischocken und cime di rapa nicht vergessen :-) Man muss aber auch bei ihm auf das Gemüse schauen, er ist ein kleines Schlitzohr. Deshalb wähle ich alles selber aus.

  18. Danke für den Tipp! hihi, das hab ich mir noch gedacht…er wollte mir gestern gleich den ganzen Stand andrehen…aber ich hab tapfer abgewehrt ;-)
    Aber die Artischocken haben mich gestern auch schon “gluschtet”. Die gibts dann wohl zum Wochendene.

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