Ricotta-Spinat Crespelle auf Tomatencoulis

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Knusper-Knusper-Knäuschen

Frau A. (Ungarin) empfahl der Frau L. (Schweizerin) unlängst ihr Rezept für Palatschinken (Oesterreicherin). Frau L. notierte sich alles getreulich auf und buk sie zuhause nach. Für Crêpes bin sonst ich zuständig, weil ich als Einziger im Haushalt den Kreppmacher von Lafer Johann bedienen kann. Ich wunderte mich, wie fein Frau L. die Crêpes ohne den Johann hingekriegt hat und machte anderntags eine passende Füllung dazu. Der Kreppmacher darf gelegentlich auf den Elektroschrott.

Zutaten
für 4 Personen

für die Crespelle:
125 g Mehl
250 ml Milch
3 Eier
1 Elf. Butter
1 Elf. neutrales Öl (Sonnenblumen)
100 ml Mineralwasser mit Kohlensäure
Salz

Bratbutter

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Spinat

für die Spinat-Ricottafüllung:
250 g Ricotta
250 g junger Spinat
30 g Schalotten, fein gehackt
1 Knoblauchzehe, fein gehackt
30 g Sbrinz frisch gerieben
Abrieb einer halben Biozitrone
Muskatnuss, Pfeffer, Salz
Piment d’Espelette

für den Tomatencoulis:
1 Dose pomodori pelati (450 g)
2 Elf. Olivenöl
25 g Schalotten, fein gehackt
1 Knoblauchzehe, fein gehackt
5 g Zucker
4 g Salz
Pfeffer

für der finish:
50 g Butter geschmolzen
30 g Sbrinz, fein gerieben

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feine Crêpes

Zubereitung
für die Crespelle:
(1) Milch, Mehl mischen, ein Ei nach dem andern unterschlagen, Butter, Öl und Mineral zu einem glatten Pfannkuchenteig verrühren. Salzen. 1 Stunde im Kühlschrank ruhen lassen.
(2) Daraus feine Crepes backen (gibt 12 Stück in der 20 cm Pfanne)

für die Spinat-Ricottafüllung:
(3) Spinat in einem Salatsieb im Waschbecken mit ca. 4 Liter kochendem Salzwasser übergiessen, 5 Sekunden stehen lassen, dann kalt abbrausen. Überschüssiges Wasser auswringen. Grob hacken.
(4) Schalotte in Butter anschwitzen, Knoblauch zugeben, kurz mitgehen lassen, dann den Spinat zugeben, gut mischen und mitdünsten. Würzen.
(5) In einer Schüssel Ricotta, Spinat und [korr. Sbrinz] mischen, würzen mit Zitronenabrieb, Salz und den Gewürzen.
(6) Die Crêpes auf die Länge des Gefrierbehälters zurechtschneiden, ca. 2 Elf. Füllung draufgeben und einrollen.

für den Tomatencoulis:
(7) Schalotte in Olivenöl anschwitzen, Knoblauch zugeben, kurz mitgehen lassen, den Inhalt der Tomatendose zugeben und etwa 15 Minuten leise köcheln. Würzen.

für den finish:
(8) Den Tomatencoulis auf zwei Gefrierbehälter verteilen, die Crespelle nebeneinander einschichten, mit geschmolzener Butter dick einpinseln und mit Sbrinz bestreuen.
Deckel drauf und ab in den Tiefkühler.

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Ricotta-Spinat-Crespelle

bei Bedarf die aufgetauten Crespelle bei 175° Ober/Unterhitze ca. 30 Minuten backen. Ach wie schön, dass nochmals 6 fixfertige Crespelle im Tiefkühler liegen.

40 thoughts on “Ricotta-Spinat Crespelle auf Tomatencoulis”

  1. Mmmh…da läuft mir das Wasser im Mund zusammen.Dieses Rezept übezeugt und wird in meine Sammlung aufgenommen; und ausprobiert, sobald ich frischen Spinat finden werde.( Das Gemüse auf dem Bild kommt mir allerdings eher wie Schnittmangold vor.) Ein wunderbares Vegi-Rezept, das sicher auch die Männer an meinem Tisch begeistern wird!

  2. Hier übernimmt der Herr der Cucina bei Crêpes den Herd. Keine Widerrede möglich, ich verschwinde inzwischen freiwillig. Ich als Deutsche werde nie in der Lage sein, Crêpes zu backen, meint der Franzose.

  3. mein palatschinkenmeister kommt ganz gewiss nie zum elektroschrott ;-)
    deine spinat-blanchiertechnik ist auch nicht ohne. welchen vorteil hat das? das kürzestmögliche blanchieren? weil: den topf brauchst ja trotzdem zum erhitzen des wassers und salzen. ich würde (auch in ermangelung einer sauberen abwasch während des kochens) trotzdem die klassische variante wählen: rein, aufwallen, raus, kalt abbrausen.
    es scheint eine gute zeit für spinatpalatschinken zu sein: ich mag sie im winter mit béchamel, im sommer mit paradeisern. obwohl, so ein glas selbst gemachtes coulis wäre ja eh noch da (du bringst mich in die bredouill!).

  4. Die sehen aber lecker aus! Eine interessante Blanchier-Methode, die du zur Anwendung bringst. Eignet sich vermutlich nur für zarte Spinatblätter mit geringem Eisengehalt. Die Menu-Idee nehme ich gerne in meine Wunsch-Koch-Liste auf.

  5. *lach* Ja, so ist das mit der Technik ~ als Palatschinkenfee (die sogar ganz toll schupfen kann ;-) ) ist das Rezept wie für mich gemacht, und ich freue mich schon sehr darauf!
    Und Frau L. ist eben außergewöhnlich… wunder-voll! :-) aber das weißt du mittlerweile bestimmt… *lächel*

  6. Muss doch nicht immer alles auf den Schrott, jemand anders würde sich sicher darüber freuen. Ich mich übriggens über eine Portion Crespelle! ;-)

  7. Sieht lecker aus, sehr sogar. Crêpes backen ist jedoch bei einer vierköpfigen Familie ein Riesenakt. Der 15,5jährige Junghahn isst alleine . und ich übertreibe jetzt nicht – schon mindestens 15 Stück. *seufz*

  8. Irgendwie hab ich jetzt garkeine Lust mehr auf mein Mittagessen, was ich mir mit in die Arbeit genommen habe. Kann ich tauschen?

    Das wird demnächst nachgekocht!

  9. Ich habe neulich meinen elektrischen Entsafter in den Keller geräumt, in der Hoffnung, dass ich ihn irgendwann einmal wieder brauche. Da wir einen unendlich großen Keller haben, kann ich noch lange Zeug runterstellen.

  10. @Bachbummele: Aschenbrödel zur Sumpfdotterblume erblüht ? Schnittmangold ? Jedenfalls frisches Grün.

    @Paula: Winterspinat geht auch.

    @Bolliskitchen: meine Wortschöpfung gefällt mir.

    @Rosa May: ein alter Klassiker.

    @Nathalie: Man muss die Männer auch mal in die Küche lassen. Frau L. hat mir angedroht, bei meinem nächsten Rosenblatt-Kochkurs wiederum Crèpes zu machen. Ich darf dann wiederdie Füllung dazu machen.

    @sammelhamster: hat nur den Nachteil, dass daraus kein Foto mehr wird ;-)

    @Sybille: nur zu, ich brauch für die nächste Portion in 2 Wochen noch eine neue Füllung.

    @katha: gleich drei Meister im selben Haushalt ? Die Blanchiertechnik habe ich von L. Rosenblatt abgeschaut. Kurzes blanchieren für junge, feine Blättchen. Die fallen sofort zusammen. Aber es geht auch anders.

    @Verena: ja, bei Wurzelspinat brauchts schon längeres Blanchieren.

    @Elisabeth: Palatschinkenfee ;-) wohl dem, der eine solche zu Hause weiss.

    @Eva: Du hast schon so viele gemacht, dass es auch ohne mein Rezept geht ;-)

    @zorra: erst mal sehen, wie dauerhaft das Bemühen von Frau L. anhält, die Küche zeitweise zurückzuerobern. Ich behalte den Kreppmacher besser als Backup für mich.

    @Wilde Henne: ob 15 oder 15.5 Crepes macht keinen Unterschied. Wenn man mal dran ist, gehts schnell. Aber bis man sich dazu durchgerungen hat.

    @kochschlampe: dann hättest Du ja schon mal die Unterlage.

    @vanille3soeurs: Frau L., reist nicht gerne herum, auch nicht beim Kochen. Ich habe mich auch gewundert.

    @Jens: kalt schmecken die aber nicht.

    @Magdi: bei uns ist der Keller unterm Dach, da horte ich meine Gerätschaften.

  11. Die Frau Palatschinken ist ja eine der bekanntesten Österreicherinnen im internationalen Showbusiness. Und ein echter Gegenentwurf zu den sonstigen Hungerhakenmodels. Gut, dass sie auch hier mal wieder ist ;-)

    Den Kreppmacher darfst Du aber keinesfalls wegwerfen. Weil Du damit sicher auftreten kannst, als vermutlich einziger Mensch weltweit, der dieses Teil bedienen kann.

  12. …und wir machen statt Sbrinz einen Schafskäse (FETA) in die Füllung. Und statt dem Tomatensösschen gibts eine Käsesauce (Schafskäse mit Sahne+Milch und Muskat).
    Und die Crepes wahlweise als Pfannkuchen aus Hirseteig. HmmmmH.

  13. Ich brauch keinen Kreppmacher, noch ein Klumpert mehr in der Küche – um Gottes Himmels Willen! Was mich nur wundert, wieso die Palatschinken bei Frau L in der Pfanne so einen hauchdünnen Rand haben. Verteilt sie den Teig mittels Drehen der Pfanne im Handgelenk (wie es die Ente macht) oder wieder mit einer eigenen Gerätschaft, die irgendwo umanandkugelt? :-D

    5 Sekunden warten – mit der Stoppuhr in der Küche? Wieso muss man die feinen Blätter überhaupt blanchieren und schwenkt sie nicht gleich in der Butter? Ich mach das immer bei jungem Spinat.

    Und die Ungarin hat euch gar nicht das Rezept der Hortobágyi Palatschinken verraten?

  14. Die Blanchiermethode finde ich genial! Im offensichtlichen Gegensatz zu Frau Esskultur verfüge ich nämlich über einen Wasserkocher :)

  15. @Gottfried: nicht der Einzige, der Johann L. kann ihn auch bedienen. Damit bin ich auf gleicher Augenhöhe mit ihm :-)

    @Pepe nero: es muss nicht immer Béchamel sein.

    @RGD: Hauptsache keine Konfitüre rein.

    @Sybille: bin gespannt.

    @Bachbummele: Frühling ist die Zeit für Metamorphosen.

    @Lemon: ich mags so noch lieber als in Lasagneplatten gerollt.

    @Adi: habs korrigiert. Danke. Ich nehme meist Sbrinz und rede von Parmesan. Die beissen sich aber in einem solchen Gericht nicht.

    @entegut: was der Ente bekommt, bekommt auch uns Hinterwäldlern ;-) Echt Handarbeit. Gleich im Butter zusammenfallen lassen ? das braucht eine grosse Pfanne, mindestens am Anfang. Hortobágyi palacsinta: noch nie gehört aber Danke für den Tipp. Das gibt eine der nächsten Füllungen :-)

    @Su: in Profiküchen steht immer ein Topf mit kochendem Wasser. Vielleicht kommts daher.

  16. Köstlich! Deine Crespelle sehen auch schön “crespellig” aus, so hauchdünn wie sie sind. Und die Füllung bedient meine Spinat-Käse-Liebe zur Genüge, da muss es nicht mal Fetakäse sein. :-)

  17. Crespelle liebe ich und ziehe sie Cannelloni zig mal vor. Bei mir gibt es sie oft auch mit Ricotta und Steinpilzen und eine ganze Ladung muss auch immer in den TK.

  18. Die sind ja wirklich wahre Schönheiten, wie sie da so hauchfein und zart liegen mit der Fülle auf dem Bauch und darauf warten, sich um sie schmiegen zu dürfen. Da braucht es wahrlich keinen Johann.

  19. @Christina: Feta brauche ich nur selten, ist mir irgendwie fremd.

    @Alex: mit frischen Steinpilzen hab ich sie auch so gerne. Danke für die Erinnerung.

    @Afra Evenaar: Nachschub wirds demnächst geben. Mit anderer Füllung.

  20. habe es heute endlich geschafft das projekt crespelle anzugehen und was soll ich sagen: das rezept hat wunderbar gepasst. die mengenverhältnisse stimmen und auch die aromen sind klassisch komponiert. danke für die inspiration eines tollen mittagessens.

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