Ugly food… gutgemeint… danebengeraten

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Kein Bild fürs Album

Maltagliati mit Artischocken, Merinda-tomaten und jungem Knoblauch

Dabei hatte alles so schön begonnen. Erstens fand ich auf dem Markt die guten, stacheligen carciofi spinosi. Zweitens frühe Merinda-tomätchen. Jetzt schon im Geschmack ganz akzeptabel. Drittens habe ich alles sorgfältig vorbereitet. Dann war Schluss: Schrottig angerichtet, da half nicht mal mehr etwas Grünes obendrauf. Grottenschlecht fotografiert…. dennoch mit Genuss gegessen. Meist lösche ich derartige Aufnahmen gleich wieder von der Festplatte. Hier hatte ich “Glück”, dass Heike ausgerechnet jetzt unseren Bockmist sehen will.

Zutaten
200 g Maltagliati aus dem Tiefkühler (aus Ravioliteigresten, die sich mit der Zeit angesammelt hatten)
4 Merinda-Tomaten
6-8 junge Knoblauchzehen
4 mittlere Artischocken (carciofi spinosi)
Olivenöl
Gemüsefond
Herbes de Provence, Salz, Pfeffer

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carciofi spinosi

Zubereitung
(1) Tomaten enthäuten, entkernen. Tomatenfilets in feine Streifen schneiden und beiseitestellen. Langsam zu einem Fond einkochen. Durch ein Sieb drücken und würzen mit Salz, Pfeffer und Herbes de Provence. Einen Schuss Olivenöl darin verrühren. Vor dem Servieren die Tomatenstreifen zugeben und ganz kurz miterhitzen.

(2) Artischocken rüsten und vierteln, mit Zitronensaft einreiben. In feine Scheibchen schneiden.
Artischockenscheiben zusammen mit den jungen, ungehäuteten Knoblauchzehen in Olivenöl anbraten, mit Salz und Pfeffer würzen, mit einem Schuss Gemüsefond ablöschen und gardünsten.

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alles noch im grünen Bereich

(3) Die Maltagliati in der 10- fachen Menge Salzwasser kochen. Abschütten. In einem Topf in der Hälfte des Tomatenfond schwenken. Anrichten, restlichen Tomatenfond darüber geben.

Ach, war da nicht noch etwas ? Oh Schreck, die Artischocken ! Kommen auch noch dazu. Rettungsversuch mit Petersilie. Wer hat denn die letzte Petersilie verbraucht ? Nehm ich halt Bärlauch. Bringt auch nichts mehr. Vom vergessenen Parmesan nicht zu reden. Alltagsküche eben. Bei uns immer am Dienstag, Donnerstag und Samstag, wenn niemand zuschaut und der Blog Pause hat.

Ugly food

26 thoughts on “Ugly food… gutgemeint… danebengeraten”

  1. Guet muess’ i mini ab und zue us Räschte zämmegwürflete “all in one – Menüs” nit priis gä. Do gsehn dini Malfatti mit dreierlei Gmiess dergege mehr als passabel us.
    Am Ändi muess es munde, das tuet’ s allewiil und denn no wie fein !

  2. Ach was bin ich froh, dass auch der Meister nicht immer perfekt ist! :p
    Grad bei fertigen Tellern mit heissen Gerichten kann das echt schnell gehen: Man will sie ja schliesslich essen und nicht ewig nach den besten Settings suchen.

    Manchmal, bei besonderen Gerichten, hat mich das schon unter solchen Druck gesetzt, dass ich total nervös wurde und zu fürchten hatte, dass absolut alles misslingt.
    Ist ja auch kein Leben…

  3. Also Robert, jetzt mal unter Profesionellem und Möchtegern-Profesioneller: Das Foto ist ÄONEN davon entfernt ugly zu sein. Das ist schlechtestenfalls *semioptimal* und würde zu (gottlob) weitentfernter Schulzeit lässig noch ne 2 einfahren.

  4. Artischocken sind meist nur roh (s. Foto 2) oder im Ganzen gekocht schön. Aber solange ich mir noch vorstellen kann, ein Gericht zu essen, ist es nicht wirklich “ugly” :-) ich glaube, Du kannst gar nicht ugly! Jedenfalls sieht der Teller noch appetitlich genug aus. Und: Ja, wir lieben Heike für diesen Event. Jetzt können wir endlich mal unseren hässlichen Kram nach vorne zerren… Frohe Osterfeiertage!

  5. Also so schlecht, wie Du das jetzt beschreibst sieht das nicht aus… Deine Beschreibung dazu ist schon leicht übertrieben… schmunzel… Vor allem die Qualität des Fotos… bei Dir sehen immer alle Bilder aus, als wären sie bei Tageslicht fotografiert worden. Das wünschte ich mir für meine auch… Und klar wenn man mehrere Lebensmittel übereinander legt, sieht das nicht gleich aus, wie die fantastisch grüne Brennesselsuppe… Also ich würd hier wieder gern mit am Tisch sitzen… Artischocken sind ja wieder genau mein Fall! Und die kleine gröstete Knoblauchzehe obendrauf…. mmmhhhhh….

  6. Wär Ich froh wenn meine Bilder mal so aussehen würden ;(
    Ich mag fotografieren überhaupt nicht, hab da keinen Blick für .
    Egal wie es aussieht, die Zutaten sind Super und das würde mir sofort schmecken.

    LG Kerstin

  7. Auf den ersten Blick sahen die Artischockenstücke wie Froschschenkel aus. So etwas würde ich dann “ugly” (in jeder Beziehung) nennen.

    “Grottenschlecht fotografiert”? Typisch baslerisches Understatement. ;-)

  8. Wie gut, dass ich nicht regelmäßig das Resultat meiner Kochkunst zeige. Die ersten Angebote von den modisch abgedunkelten Sinnesentzug-Restaurants dürften nur eine Frage der Zeit sein ;-)

  9. Artischocken sind ungekocht wahre Schoenheiten. Kaum bereitet man sie aber zu, werden sie unansehnlich. Mir ist das egal, weil ich sie so gerne esse. Daher gefallen mir auch deine Maltagliatti ueberaus gut.

  10. Unter “ugly food” stelle ich mir etwas anderes vor. Weisst du wie “Rothkohlauflauf” an Käse, Sahne, Eierguss aussieht !!! Und es war nicht eimal unter “ugly food” aufgelistet. Du hast noch viel Spielraum.
    LG Maya

  11. @lieberlecker: auch Dir schöne Ostern, den Hasenjunior hab ich nicht gefunden.

    @Basler Dybli: dafür habe ich ja jetzt die Freitage.

    @Heike: ich werde in unserer Küche immer wieder durch die wechselnden Lichtverhältnisse überrascht. Obwohl ich immer an derselben Stelle und mit demselben Licht knipse, hat doch das einfallende Tageslicht einen grossen Einfluss.

    @Ti saluto Ticino: meinst Du, wir dürfen dort alles abladen ?

    @Micha: das Licht ist stumpf und dumpf und der Haufen hingepflatscht.

    @germanabendbrot: das hängt wohl mit dem komischen grün-braun-grau nach dem Braten zusammen.

    @Pepe Nero: in einem bin ich mit Dir einig: Nudeln gehen immer.

    @Rosa May: butt-ugly ;-)

    @Verboten gut: auch mir gelingt nur ab und zu ein sogenannt “tolles Foto”. Und wenn, dann kann ich es kaum wiederholen. Zufall also.

    @Cooketteria: ich gehöre aber nicht zum Daig ;-)

    @bee: dann müssen die andern Sinne einspringen. Im heutigen Bildtheater, das die besseren Restaurants bieten, wäre das vielleicht ziemlich entlarvend.

    @eline: Artischocken mögen wir auch so gerne, einzig die gebackenen “alla giudea” lassen sich gut darstellen.

    @Susa: dafür ist alles echt.

    @Maya: nein, kenne ich nicht, kanns mir aber vorstellen :-)

    @der Muger: sag nichts von Schnitzel-Frites, hätte ich nach meinem vegetarischen Zmittag gerne.

    @sammelhamster: lovely klingt ja auch ähnlich wie ugly ;-)

  12. naja.. die farbzusammenstellung ist vll nicht die beste und dass soviel auf dem teller ist, aber schaut trotzdem noch sehr sehr essbar aus :-) aber ich kann dich verstehen, dass es bei dir unter ugly fällt.

  13. Pingback: Ugly I

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