Pizza al Pesto di Peperoni, PPP

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Peperonipesto auf dem Teig

Nach dem altgriechischen Fabeldichter Aesop hatte sich eine Heuschrecke den ganzen Sommer über auf dem Feld amüsiert, während die fleißige Ameise für den Winter Getreide gesammelt hatte. Als nun der Winter kam, wurde die Heuschrecke so vom Hunger geplagt, dass sie betteln gehen musste. Als sie bei der Ameise um Almosen bat, sagte ihr diese: “Hast du im Sommer singen und pfeifen können, so kannst du jetzt im Winter tanzen und Hunger leiden, denn das Faulenzen bringt kein Brot ins Haus.” Wie die Fabel ausging, ist hier nachzulesen. Fleissige Köchinnen wie Bolli haben sich in der Peperonisaison ein Lager an Peperonipesto in den Keller gelegt, während ich mich, wie der Heugümper in der Fabel, dem Müssiggang ergeben habe. Ich will aber auch PizzaPestoPoivron. Und zwar jetzt !! Säen und Ernten mag ich nicht, Betteln gehen noch weniger, ich habe weder Vorratskammern noch Scheunen; aber irgendjemand ernährt mich doch ;-)

Zutaten
für 2 Pizzen

ca. 450 g Pizzateig, wieder einmal von diesem
4 grosse Peperoni (Paprika) rot
2 Peperoncini piccante, gross, beides aus dem Türkenladen
1 Knoblauchzehe
4 Sardellen
Olivenöl
Salz, Piment d’Espelette, Pfeffer
Mediterrane Kräutermischung
schwarze Oliven, Kapern
aufgetaute Mozzarella/Taleggiokäse-schmelze (1:1 zusammengeschmolzen und eingefroren)

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Allerlei Peperoni mit Sonnenbrand

Zubereitung
(1) Ofen mit Pizzastein auf 230°C vorheizen. Alle Peps vierteln oder halbieren. Kerne entfernen, waschen trockentupfen. Haut nach oben auf ein mit Backpapier belegtes Ofenblech legen. 30-40 Minuten im Ofen braten bis die Peperoni schwarze Blasen werfen. Herausnehmen, ein zweites Backblech überstülpen, etwas abkühlen lassen, dann Haut abziehen.
(2) Peperonifleisch samt Knoblauch und den Sardellen mit dem Handmixer zu einer Paste mixen. Würzen mit Piment d’Espelette, Salz und Pfeffer. Der Rest dürfte klar sein.

Anmerkung: An den schlanken Peperoncini blieb nach dem Anrösten nicht mehr viel Fleisch übrig. Die sollte man besser in heissem Öl etwa 1 Minute fritieren, dann kann man die Haut leicht abziehen.

Die kleinen, jungen, grünen blanchierten und gepellten Fave-böhnchen waren eigentlich für etwas anderes vorgesehen, aber die hab hab ich am Ende des Backprozesses auch noch draufgekippt.

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Unverständlich, warum ich erst heute auf diese Idee stosse, anstelle der Tomatensauce eine Peperonisauce als Saucenbelag für Pizza zu verwenden. Danke Bolli.

39 thoughts on “Pizza al Pesto di Peperoni, PPP”

  1. E feini Idee ! Do’ s bi mir scho gege Mittag isch wär’ i nit abgneigt e Stigg vo dere Pizza z’ goutiere. Au mit Schungge- oder Späggwürfeli statt griene Böhnli ;-)

  2. @Tina: Das Lassizeug ist nichts für mich. Lieber verbrenne ich mir die Gurgel ;-)

    @Basler Dybli: nix Pizza, กินข้าว !

    @Micha: wenn man nicht übertreibt, sind die Sardellen eine gute Würze.

    @Schwiegermutter inklusive: die gedörrten Tomaten geben auch eine gute Sauce. Darandenke ich viel zu wenig.

    @Wilde Henne: ja, knallorange, wie eine Strassenarbeiterkluft

    @tomatenblüte: so schlimm ist das nicht mit dem abfummeln der Haut. Notfalls mixen und durch ein Sieb passieren.

    @Bolliskitchen: nicht so schnell, komm ja kaum mehr nach mit der Nachkocherei.

    @Rosa May: orange statt rosa, aber sie ist gut.

    @Ti saluto Ticino: wenn Du Bolli bittest, nimmt sie den pesto vielleicht ins Verkaufsprogramm ihres Lädchens.

    @kochschwabe: Weissbierhefe ? Italienische Pizzabcker schwören auf Bierhefe, was machst Du denn mit dem Überstand der Flasche ?

  3. Das hatte ich im letzten Sommer probiert, allerdings aus der Not geboren, weil Paprikaschoten übrig waren. Zur Nachahmung empfohlen.

  4. Oooch…. so klein sind die Fave am Besten! Bei mir seh ich allerdings noch nicht mal die Pflanze…. ob sich da die Schnecken daran gelabt haben? So langsam sollte da was kommen…
    Bei mir müssen immer Peperoni oder Auberginen oder Artischocken auf die Pizza! Zwingend!
    Mit meiner Peperoni-Liebe steh ich hier allerdings ziemlich alleine da. Teilweise, weil sie’s nicht mögen, teilweise wegen Magenproblemen.
    Doch ich kann Dir immerhin ezählen, wie man in Sizilien die Peperoni schält. Bis und mit im Ofen, bis die Haut Blasen wirft genau gleich. Ausser dass man sie im Ganzen belässt.
    Die Peperoni aus dem Ofen heiss in eine durchsichtige Plastiktüte geben, oben zu halten und schütteln, bis sich die Haut abegelöst hat. Zum grössten Teil bringt man die Haut so problemlos weg.
    Vielleicht hast Du ja mal Lust es auszuprobieren und zu testen, welche Variante weniger aufwändig ist.

  5. @Robert: Ja genau. Deshalb wollte ich es auch mal ausprobieren. Wie in meinem Artikel beschrieben, muss ich das nächste Mal die Hefe etwas konzentrierter verwenden. Dieses Mal hatte ich die Hefe dummerweise erst mal gleichmäßig in der Flasche verteilt. Das war für den Poolish vom Verhältnis her wohl nicht genug Hefe….

  6. Absolut klasse, die Idee! Und für mich eine Genugtuung, jetzt ist nämlich auch die Abkürzung PPP endlich positiv besetzt. Während des Studiums war das nämlich das Kürzel für endlos viele schreckliche PowerPoint-Präsentationen! :-D

  7. @Küchenjunge: nur dass der Reim am Wortanfang steht ;-)

    @the rufus: da hats keine ganz kleinen Chilischoten drin, ist also noch Kinderverträglich.

    @bee: Not gebiert gute Ideen !

    @sammelhamster: Geben und Nehmen. Nehmen und Geben.

    @Pepe Nero: die Schälmethode gilt für Peperoni. Ob Plastiksack oder Blech, ob feuchtes Tuch oder gar nichts, man darf einfach nicht zu früh mit Rösten aufhören. Die Fritiermethode geht für die kleineren Peperoncini, da bleibt beim langen Rösten fast kein Fleisch mehr übrig.

    @Stephan: ausdrucken ? wozu ? Das macht man einfach :-)

    @kochschwabe: also wirds noch einen zweiten Teil geben. Bin gespannt.

    @kegala: die Farbe ist ist den roten Peperoni angeboren ;-)

    @Die Küchenschabe: bei uns kann ich keine Pizza marinara machen.

    @Christina: Parmigiano, Prosciutto, Pepe, Pasta sind 4 P’s. Weg mit PowerPoint.

  8. endlich wieder etwas für leute mit fast leerem portemonnaie;-) danke! das versuch ich bald, sieht sehr gut aus.

  9. rotes pesto könnte man ja dann auch nehmen. wat für ne super idee! die bolli wieder… die fava-böhnchen machen sich super auf der pizza. das ist auch eine idee!!!

  10. Lustig, ich bin auch noch nicht auf die Idee gekommen, Kürbis hatte ich schon im Kopf, aber sowas naheliegendes wie Peperoni… Oh man.
    Der Teig sieht gut aus, probier ich sicher mal aus!

  11. Dein erstes Foto ist toll! Zeichnest Du den Rand des Saucen-Ausstreich-Bereiches mit dem Zirkel vor, damit es sooo gleichmäßig wird?

  12. @annatina: koch ich zu teuer ? dann muss ich das ändern.

    @nysa: könnte, nur kosten die Fertigprodukte viel mehr.

    @Bella: mein Kontingent an Kürbisrezepten (1 pro Saison) ist klein.

    @Ute-S: nein. mit der kleinen Schöpfkelle von der Mitte ausgehend spiralförmig bis an den Rand zeichnen.

    @Frau Kampi: ist jaalles nicht neu, aber es gerät so leicht in Vergessenheit.

  13. Ich frag mich auch gerade, warum ich auch noch nie auf den Gedanken mit dem Paprikapüree auf der Pizza gekommen bin, ich liebe Spitzpaprika und Peperoni über alles.

    Der Belag ist auch ganz genau nach meinem Geschmack und die kommt demnächst auf den Speiseplan, ganz sicher.

  14. Alleine vom Durchlesen und ansehen der Bilder gebe ich dem Rezept das 4te P für Primaidee. Denke diese Soße schmeckt auch zu Pasta gut mit einigen Oliven dazu!!

  15. @Britta: auf diePizza, nicht auf den Plan ;-)

    @irene: geht auch für Pasta, gewiss.

    @Elisabeth: Pizza ist noch nichts für kleine, zwei-monatige Mädchen.

    @annatina: ohne Geld brauchst Du Ideen.

    @entegut: nicht persönlich ;-)

  16. Die Pizza gab es gestern bei mir, in einer Miniversion als Vorspeise und ein wenig geändert, das ist der Knaller mit dem Paprikapesto. War ausnehmend gut, auch den Teig habe ich so übernommen.

    Davon muss ich mir unbedingt einen Vorrat einfrieren für den Winter, ist auch eine prima Idee, um die selbstgezogenen Chilis gut unterzubringen!

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