Mantı Çorbası, Naneli Ve Yoğurtlu. Raviolisuppe mit Joghurt und Minze

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Auf einem Spaziergang ins tiefste Kleinasienbasel sind wir, ganz zufällig, in den türkischen Supermarkt geraten. Vor dem Laden die üblichen Berge an Kohlköpfen, Tonnen von Zwiebeln, Tomaten, Peperoni, im Innern schwere Reissäcke, 5 kg Teetüten, noch nie gesehene Paprika- und Auberginenformen,  daneben viel Ramsch, kurz, wir haben uns vorsichtig mit ein paar Sachen eingedeckt, neben Frischprodukten war eine türkische Tüte Knürr-Suppe dabei, und das kam so:  Ab und zu bereite ich uns Manti, kleine, türkische Ravioli, selber zu. Die Ravioli meist nach diesem Agnolotti-Rezept. Die Aufschrift auf der Tüte “Mantı Çorbası Naneli ve yoğurtlu” hat mich an das köstliche Gericht erinnert, so dass ich in einem Anfall von habenwill die Tüte mitgenommen habe. Zuhause studierte ich als erstes die Zusammensetzung: Weizenmehl, Mehl, Wasser, Weizengrütze, Sojagranulat, Maisstärke, Fettpulver, Fettaroma (!), Joghurtaroma (!), Fleischaroma (!), Kassewasserpulver (?), Zwiebelpulver, Essigpulver (???), Milchpulver, etc., alles Sachen, die in einer regionalen (yöresel) Suppe von Knorr unverzichtbar sind. Möglicherweise hats Ravioli in der Tüte, man kann harte Knollen durch die Packung fühlen. Frischen Joghurt muss man selber zufügen, dafür fehlen Konservierungsmittel, wie der Aufdruck: hiçbir koruyucu madde içermez stolz belegt. Ich habe die Tüte ungeöffnet beiseitegelegt, und frei improvisiert, etwas mehr schweizerisch, etwas weniger kleinasiatisch.

afiyet olsun :-)

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Zutaten
für 2 Personen
800 ml gute Gemüsebrühe
1-2 Elf. Kichererbsenmehl (für das cremige Kno.rr-feeling)
2 rote Peperoni
etwa 20 kleine Fleischagnolotti aus meinem Tiefkühler, diesmal war Ochsenschwanz drin, egal
1 Becher Joghurt (bei uns Bifidus)
40 g Butter
1 El. Paprikapulver süss
Salz, Pfeffer, Piment d’Espelette
3 Elf. gehackte Kräuter: viel Pfefferminze, etwas Petersilie und Oregano

Zubereitung
(1) die roten Peperoni den Einbuchtungen entlang aufschneiden, Kernhaus entfernen, waschen und für ca. 30 Minuten im Ofen bei 240°C anrösten, bis die Haut schwarze Blasen wirft. Herausnehmen, mit einem feuchten Tuch bedecken, etwas abkühlen lassen, dann die Haut abziehen. In kleine Stücke schneiden.
(2) Gemüsebrühe mit dem Kichererbsenmehl verquirlen und 5 Minuten leise kochen lassen. Die Peperonistücke zufügen und leise mitsimmern lassen. Würzen mit Salz, Pfeffer und Piment d’Espelette. Einen Teil der Kräuter unterrühren.
(3) Agnolotti in siedendem Salzwasser al dente garen.
(4) Butter in einem Pfännchen schmelzen und aufschäumen lassen, Paprikapulver unterrühren, salzen.

Suppe anrichten, den (kalten) Joghurt locker unterrühren, die Agnolotti in der Paprikabutter wenden und auf die Suppe geben. Mit dem Rest der Kräuter bestreuen. Sehr gut. Was mache ich nun mit der Beutelsuppe ?

33 thoughts on “Mantı Çorbası, Naneli Ve Yoğurtlu. Raviolisuppe mit Joghurt und Minze”

  1. Wäre mein TK Schrank dank Rind & Fisch nicht so voll, würde ich fast auf die Idee kommen endlich auch mal selber Manti’s zu machen. Ob ich somit zur Knorr Tüte greifen muss?

  2. Kichererbsenmehl für das cremige K.n.o.r.r.-feeling… ich bekomm schon wieder einen Lachanfall :-D
    *lachtränenwegwisch*
    Die Beutelsuppe sparst Du für karge Zeiten (Winter, Kühlschrank leer, zuviel Eis auf der Strasse, um einkaufen zu gehen oder so…) oder verschenkst Sie irgend einem armen Kerl auf der Strasse.

  3. Die Tütensuppe könntest du aufheben für schlechte oder kalte Winterzeiten. So eine Inhaltsangabe ist immer für ein heiteres Begrifferaten gut. ;) Ganz zu schweigen von den immer wieder interessanten Gesichtern beim näheren Studium derselben. ;)

  4. Sieht wieder super lecker aus – den Teller hätte ich schnell leergelöffelt! – Die Suppe kannst du höchstens für magere Zeiten im Juragärtchen aufbewahren…..aber ich bin mir sicher, so sehr könnt ihr gar nicht darben und Hunger leiden, dass ihr diese Tütensuppe essen würdet, stimmt’s?!! :-)

  5. Èb ächscht der Kno.rrli in Anatolie Knürrli heisst … ?

    E Tipp: Die 16. Uflaag vo «2 x Wiehnachte» fangt am Mäntig, em 24. Dezämber 2012 a und goht bis am Samschtig, em 12. Jänner 2013. Soo lang seht s’ Datum bzw. d’ Suppe bestimmt hebe.

  6. Fettaroma ist ja wohl der Hammer! Alleine zur Belustigung Deiner Leser hat sich die Anschaffung des Tütchens schon gelohnt :) Manti mag ich sehr gerne. Mit Joghurt und zerlassener Paprikabutter – ein Gedicht.

  7. Für eine ordentliche Manti Suppe mit Joghurt sucht meine Freundin schon seit Ewigkeiten ein vernünftiges Rezept.
    Ich habe es soeben weitergegeben und nach einem kleinen Freudenschrei ihrerseits wurde sofort der Einkaufszettel um 2-3 Punkte erweitert.

    Danke ;)

  8. Man kann aus solchen Tüten ja ganz hübsch einen Notvorrat anlegen, falls uns der Weltuntergang droht. Kommt er nicht, muss man die Suppe nicht essen; kommt er, ist auch die Existenz der Tüte verhältnismäßig egal ;-)

  9. Deine Mantı Çorbası gefallen mir deutlich besser als das Fertigprodukt. Und erinnern mich daran, dass ich schon lange nichts Türkisches mehr gegessen habe, Schade eigentlich.

  10. @Anna Purna: schöner Kommentar.

    @Micha: nein, die werd ich im Jura beim Herbstputz alleine essen, interessiert mich doch, was da für Knollen drin sind.

    @Micha: mag sein, ich hab die für den Import aufgeklebte Etikette getreulich abgeschrieben.

    @Tina: wenn Du die Manti mit Rind füllst, gibts Platz im Tiefkühler.

    @Wilde Henne: was ich selber nicht essen mag, mag ich auch nicht verschenken. Also esse ich die Tüte tapfer selber.

    @Rabin: meinst Du es wrd Winter ? Schön wärs.

    @Eva: stimmt nicht. Ich esse alles, sogar Tütensuppen.

    @Rosa Mayland: its not too much of work.

    @DersilberneLoeffel: geau, leider kann ich nicht türkisch.

    @lieberlecker: die Idee wurde, glaub ich, schon einmal realisiert.

    @Basler Dybli: siehe bei Wilde Henne.

    @germaabendbrot: könnte ich auch jede Woche einmal essen.

    @pzillig: alles, nur keine weitere Samlung ! siehe: http://dermuger.blogspot.ch/2012/09/vitaminfreie-ernahrung-grun.html

    @Jens: keine Ahnung, ob meine improvisierte Rezeptur “vernünftig” ist.

    @Petra: dafür danke ich den Werbern von Kn.ürr. Auf den Tüten sieht immer alles so toll aus.

    @bee: Weltuntergänge gehen nicht rasch vor sich, sondern schleppen sich meist unerträglich lang hin. Wahrenddessen will mensch auch was zu essen haben.

    @Barbara: ein türkische Supermarktin der Nähe bietet da viel Inspiration.

  11. Manti stehen auch noch auf meiner Herbstliste, im Sommer hab ich auf das Gefummel keine Lust. Gegessen hab ich sie schon, sind umwerfend lecker, selbst gemacht noch nicht. Diese Variante sieht auch sehr köstlich aus :-)

  12. Bin zum ersten Mal hier. Deine türkischen mantı haben mich angelockt, da ich sie so gerne mag :-) Danke für die Anregung auch. Es erinnert mich an die gute Küche und die Gastfreundschaft in der Türkei. Habe mantı schon mit Kartoffeln (+gebratene Zwiebeln, Kräuter, Gewürze nach Geschmack) oder auch mit Linsen gefüllt . Beides sehr leckere Varianten. Dein Blog gefällt mir übrigens sehr gut. Grüße von hier :-)

  13. Siehste mal was man so alles im türk. Laden so entdecken kann.
    Mich hats in ersten Moment echt geschockt, Du und Tüte ???
    War ja klar dass die nicht zum Einsatz kommt *-*
    Lass es Dir schmecken .

    LG Kerstin

  14. Ich liebe türkische Küche! Und freue mich schon auf ein deutsch-türkisches Kochbuch (KochDichTürkisch – SOFRAlar), das ich vorbestellt habe und das Mitte Oktober erscheinen soll.
    Und Ochsenschwanz als Füllung für die Manti ist doch gut, das ist sogar “halal” (= ohne Schweinefleisch, etc.).

  15. Für den Teller Suppe würde ich glatt bis in die Schweiz fahren. Das Wasser läuft mir im Mund zusammen. Kassewasserpulver mag Molkepulver sein. Essigpulver braucht man für Sushi, vielleicht dacht Kn.ürrli, was für den Japaner recht ist, schmeckt am Bosporus auch? Robert, ganz ehrlich: wirf die Tüte weg. Das ist doch ekelhaft.

  16. @Britta: Manti allein schmecken noch besser, da nicht mit Suppenbrühe verdünnt ;-)

    @Clauda: willkommen hier, auch wenn hier eher italienisch als türkisch gekocht wird. Teigtaschen sind eine Aufforderung, sie mit dem zu befüllen, was gerade da ist.

    @Kerstin: Die Tüte und ich. Das wäre ein schöner Buchtitel :-)

    @the rufus: Lass ihn knürren. Der Ruf ist eh im Eimer.

    @Ute-S: hab mal bei issuu in das Inhaltsverzeichnis reingeschaut, sieht interessant aus.

    @Dirk: die Schweiz ist immer eine Reise wert ;-)

  17. “noch nie gesehene Paprika- und Auberginenformen”

    Sind die etwa nicht normiert? Darf man sowas heutzutage überhaupt noch verkaufen ;)
    Ich find Deinen Tütenkauf auch wenig verdammenswert.

  18. Die Suppe sieht toll aus, die muss ich ausprobieren!

    Türkische Küche mag ich sehr, seit mich eine Freundin auf den Geschmack brachte. Allein die Suppen, Gemüse und Salate! Oder gebratene Leber mit Zwiebelsalat: leicht panierte gebratene Kalbsleberwürfel und hauchdünne Zwiebelscheiben, die mit Sumach, Petersilie und Zitronensaft gewürzt wurden; mit frischem Fladenbrot dazu ist das ein Gedicht. Oder ein Eintopf aus geschmorten Lammhaxen mit Kichererbsen und Tomaten. Sehr gut schmeckt auch Tarhana, eine Art Vorläufer der modernen Beutelsuppen. Die Variante, die ich kenne, besteht aus langen roten Peperoni (Gemüsepaprika), Yoghurt, feinem Grieß, Salz, einem speziellen Gewürz und einem Hauch Pfefferminze. (Das spezielle Gewürz lässt sich durch etwas Sumach und/oder Zitronensaft ersetzen.) Hach.

  19. @leser: türkische Küche ist mir weitgehend fremd, aber was Du schreibst, klingt alles interessant. Ebenso wie der Zusammenhang zwischen den ungarischen Tarhonya und Tarhana.

  20. Die Ravioli-Suppe mit Yoghurt hat sehr gut geschmeckt!

    Zum “Anfixen” ein paar türkische Rezepte; da ich nicht weiß, wie man die Namen schreibt, mit beschreibenden Bezeichnungen auf Deutsch:

    Lauch mit Orange
    1 Pfund Lauch, geputzt, längs halbiert: in dünne Scheiben schneiden
    1 Knoblauchzehe fein hacken
    1 knapper TL Salz (oder das gelbe Pulver von K…. – schmeckt bei diesem Gericht wirklich gut!)
    1 kleine unbehandelte Orange, gut gewaschen, mit Schale in Würfel geschnitten
    2 EL Olivenöl
    Alles in eine Schüssel geben, gut mischen. (Mit den Händen geht’s am besten.)

    1 große Bratpfanne erhitzen, die Mischung hineingeben, unter Rühren kurz anbraten. Dann die Hitze auf kleinste Stufe zurückdrehen, den Deckel aufsetzen und alles garen.
    Einige Zweige glatte Petersilie hacken, untermischen, einen Moment ziehen lassen. Mit schwarzem Pfeffer abschmecken.

    Meine Freundin serviert den Lauch mit Fladenbrot als Vorspeise. Bei mir wird mit pochierten Eiern, frisch geriebenem Schafkäse und Fladenbrot ein vollständiges Gericht daraus. Manchmal rühre ich am Schluss auch einen Klacks Crème de la Gruyère unter den heißen Lauch.

    Bohnen mit Zitrone
    1 Pfund Gartenbohnen putzen, blanchieren
    3 Knoblauchzehen schälen, kleinhacken
    3 EL Olivenöl in einem Topf erhitzen, Knoblauch einige Minuten darin andünsten.
    1 kleine unbehandelte Zitrone gut waschen, trocknen, mit Schale in kleine Würfel schneiden. Mit etwas Salz mischen und zum Knoblauch geben. Unter Rühren einige Minuten andingsen (braten ist es nicht, eher dünsten). Die Mischung aus Öl, Knoblauch und Zitronensaft soll dicklich sein, die Würfel mit Zitronenschale weich.
    Bohnen zugeben, alles gut mischen und braten, bis die Bohnen knapp gar sind. (Das dauert nur ein paar Minuten. Wenn nötig, wenig Wasser zugeben.) Mit etwas Salz abschmecken. Warm, lauwarm oder kalt servieren.

    Eigentlich wäre auch das eine Vorspeise. Es schmeckt aber auch als Beilage zu gebratenem Fleisch oder Fisch. Im Kühlschrank hält sich das Gericht mindestens zwei Tage.

    Zwiebelsalat mit Leber
    (Angaben für 2 Portionen)
    1 flache Platte bereitstellen (eine längliche sieht am besten aus)

    1 schweizerischer oder 1/2 türkischer Bund glatte Petersilie hacken (nicht zu fein). 1 Löffel davon für die Dekoration beiseite stellen.

    2 Zwiebeln schälen, der Länge nach halbieren, quer in sehr dünne Scheiben schneiden. Die Scheiben in leicht gesalzenes kaltes Wasser geben, für fünf Minuten liegen lassen (nimmt das “Bissige”). Dann abspülen und auf einem sauberen Küchentuch etwas trocknen. Die Zwiebeln mit einer Löffelspitze Sumach* und der Petersilie mischen, mit einigen Spritzern Zitronensaft und Salz abschmecken.
    (* Ich nehme nehme manchmal Za’atar statt purem Sumach, das schmeckt auch gut.)

    Ein halbes Pfund geputzte Kalbsleber in kleine Würfel schneiden.
    Ein bis zwei Löffel Mehl mit Salz, Pfeffer und einer kleinen Prise Nelken- oder Zitmpulver mischen. Die Leberwürfel darin drehen, überschüssiges Mehl abschütteln.

    Einen Schwupp Öl erhitzen, die Leberwürfel darin braten. Nicht zu lange: Die Würfel sollen außen knusprig sein, innen aber gerade knapp gar. Auf ein Küchenpapier legen, um das überschüssige Öl zu entfernen.

    Die heiße Leber auf die eine Hälfte der Platte geben, die Zwiebeln auf die andere. Das Ganze mit der beiseite gestellten Petersilie dekorieren. Gleich auftragen.

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