Marroni-Speck Pizza

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Herbst. Das sommerliche Grün ist abrupt warmen Farben gewichen: Gelb, Braun und Rot und am Wochenende sogar Schneeweiss. Eine Pizza der Woche muss sich einfach der veränderten Farbpalette anpassen. Zeit, dass ich meine bewährten drei Pizzateige um einen neuen erweitere: Pizzateig Eva&Marla. Hier und hier und hier nachgebacken und wärmstens empfohlen. Ein guter Teig mit einem herrlich herbstlichen Belag.

Die edlen Marroni sind nochmals teurer geworden, die Sommerhitze und Schädlinge haben den Bäumen zugesetzt. Normale Kastanien aus dem Tessin oder Italien wären billiger, aber auch weniger gut.

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Bodenbelag, kein Pizzabelag

Eva schreibt, dass das Teigrezept von ihrer Internet-Freundin Marla stamme. Eva und ihre Nachbäckerinnen nehmen 6 g Hefe, während Marla nur 1,5 g Hefe verwendet. (???) Da bei Hefe weniger mehr ist, habe ich mich an Marla gehalten.

Zutaten
300 g Weizenmehl 550: 200 g Mehl + 100 g Dunst od. Pizzamehl od. mediterranes Mehl. (L.: 270 g Halbweissmehl + 30 g Hartweizendunst, Weichweizendunst war gerade alle)
ca. 180 g Wasser leicht lauwarm
6 g Salz
1,5 g Hefe frisch od. 1 kleine Msp. Trockenhefe
3 Tlf. Olivenöl

für den Belag:
70 g Junger Veltliner Bergkäse Casera, kleingewürfelt, ein Rest
Tomatensauce
150 g Marroni vom Marronimannli [Nachtrag: halbiert]
80 g mager, leicht geräuchter Speck (mein geliebtes Kirschcarrée von Maurer aus der Migros)
Pinienkerne, leicht angeröstet
etwas Mozzarella
Herbes de Provence

Zubereitung
(1) Hefe, Mehl und einen Teil des Wassers miteinander vermischen, 20 Min. stehen lassen, dann restliches Wasser und das Salz zugeben und in der Küchenmaschine gut durchkneten. Dann das Olivenöl langsam dazu laufen lassen; insgesamt ca. 8 – 10 Min kneten (Kenwood Stufe 2)

(2) Den Teig in 2 Teile teilen, zu Kugeln formen und in kleine Plastikdosen geben, die leicht mit Olivenöl eingeölt sind. Mit Folie abdecken und gut eine Stunde bei Zimmertemperatur anspringen lassen. Dann in den Kühlschrank stellen; da soll er einige Tage (bei mir 3 Tage, besser länger) liegen bleiben.

(3) Die Kugeln entnehmen, den Teig kurz durchkneten, wieder zu Kugeln formen, diese dann abgedeckt während ca. 1 Sunde Zimmertemperatur annehmen lassen.

(4) Backofen rechtzeitig vorheizen mind. 250°; Pizzastein oder Backblech ebenfalls vorheizen.

(5) Teigkugel auf ein mit Dunst bestreutes Brett legen und grob ausrollen, zieht sich der Teig wieder zusammen, dann nochmals ca. 10 Min. entspannen lassen, dann von Hand zu Pizzen ausziehen.  Nach Belieben belegen und bei 250 Grad ca. 11 Minuten backen.

Der vorbereitete Teig hält sich im Kühlschrank ca. 8 -10 Tage.

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meine Pizzateigdosen

meine all-time Favoriten:
schnell und einfach zuzubereiten, braucht aber ein paar Tage Vorlaufzeit: Eva-Marla
durchgehend knusprig, aber nicht hart: Wild-Yeast (mit Sauerteig)
aussen knusprig, innen weich: No-knead Pizza
klassisch: Pizza napoletana

38 Gedanken zu “Marroni-Speck Pizza”

  1. Ich freue mich, dass auch Dir dieser Pizzateig Eva-Marla gefallen hat. Und mir gefällt Deine Idee, Maronen auf eine Pizza zu packen. Sobald wir wieder zurück aus dem Tessin sind, werde ich einen neuen Pizzateig ansetzen und es dann auch mal so wie Marla-Robert mit noch weniger Hefe probieren.

  2. Die ersten Maroni habe ich auch vor Kurzem geschält. WIESO ??? fallen die Marroni beim Marronimann an einem Stück aus Schale und Haut und zuhause ists eine ewige Fisselei. Warum?

    Übrigens: sehr schöne Pizza!

  3. Seh ich genau wie Schwiegermutter……auf die Idee wär ich nicht gekommen, ist bestimmt der Hit, das werd ich mir abgucken…….und alternativ mal wieder ne popelige Margerita backen, weil ich sonst die Schreie schon hören kann.

    1. das glaub ich jetzt nicht….deine kinder haben für mich bis heute immer dafür herhalten müssen, wenn sich bei mir jmd. beschwert hat, was es zum essen gibt, anderen Müttern habe ich erzählt, es gäbe doch Kinder, die… ich dachte, dass sie alles essen, was du kochst, egal wie weird das ist und jetzt das………eine Welt bricht für mich zusammen…..Margerita. . .oder habe ich die ganze Zeit was überlesen (wollen). Hach – zu schön wärs gewesen, alle essen dass, was gekocht wird, finden es lecker, bedanken sich dafür, tuppern leftovers ein und machen den Abwasch…..

  4. Oh, du hast ihn also auch nachgebacken?! ;-)
    Und hast mir mit deinen Recherchen gleich mal gezeigt, dass Marla ihr Anfangsrezept zwischenzeitlich hinsichtlich der Hefemenge verändert hat….die 6 g stammen auch von ihr.

    Da werde ich doch künftig auch weniger Hefe nehmen – danke für den Hinweis!

    Toll, dass es immer noch wieder neue Pizzabeläge gibt – Maroni…muss ich auch mal ausprobieren.

  5. Klasse Idee. Ich hab Maroni zwar nicht vom Maronimannli aber von Freunden, die einen stattlichen Maronibaum im Garten haben und der dieses Jahr unglaublich großzügig ist.

  6. Wo holst Du in Basel die Marronis? Da gibts ja die unterschiedlichsten Stände mit unterschiedlichster Qualität…..freu mich über deinen Tipp!

  7. Das passt perfekt lieber Robert. Junior will an seinem Kindergeburtstag Pizza Backen mit der ganzen Schar, so kann ich den Teig heute vorbereiten und hab was erledigt für am Samstag :)
    Die Kinder werden sich wohl nicht auf die Marroni stürzen, ich weiss aber schon jetzt das es mir schmecken wird. Nach der Party in aller Ruhe ;-)
    Merci u Liebs Grüessli
    Irene

  8. Die Pizza gefällt mir auch prima, interessant finde ich den Belag mit Marroni, muss ich auch mal probieren.
    Die Hefemenge hab ich reduziert, da der Teig ja mind. 24 reifen soll, hier ist weniger mehr, Bei Verarbeitung am gleichen Tag passen die 6 g.

  9. @Schwiegermutter inklusive: mit Speck bitte, sonst machts keinen Spass.

    @Sabine: der Teig braucht ein bisserl mehr Zeit, bis sich die Hefe entwickelt hat.

    @bee: Marroni und Speck auf Crème fraîche. Warum nicht.

    @Micha: weisst Du, warum ich Marroni immer beim Marronimannli kaufe ? ich vermute, das liegt an der Aufbewahrung im Dampf, die nach der Rösterei kommt. Und an den nicht frisch geernteten Marroni.

    @Überall & Nirgendwo: so mach ich das auch, obwohl hier keine Kinder am Tisch sitzen. Frau L. wäre unglücklich, würde ich keine Margharita machen.

    @Dirk: und ich würde dafür extra Richtung Stuttgart reisen und sie in deiner Pizzeria essen.

    @Rosa Mayland: we like marronis, too.

    @Eva: siehe mein Kommentar bei Sabine. Auf die Schnelle sind 6 g Hefe besser. Du glaubst ja nicht, wie froh ich um jeden neuen Pizzabelag bin ;-)

    @Suse: ist halt etwa deftig und füllt den Magen.

    @Fränzi: bei Rosario Puglisi neben der Hauptpost an der Freien Strasse: Bild siehe http://lamiacucina.wordpress.com/2010/01/18/nachgekocht-gnocchi-di-castagne-marroni-gnocchi/

    @Irene: Speck und Marroni sind weniger kindertauglich. Aber Du hast bestimmt noch andere Zutaten zur Hand ;-)

    @marla: 3 Tage braucht er mindestens mit so wenig Hefe.

    1. @ Robert: doch ich glaube dir das, weil es mir ja genau so geht – nur wenn wir einen neuen Belag gefunden haben, können wir ja wieder einen Beitrag online stellen :-) :-)

  10. Jeder sagt, dass seine Marroni die besten sind:) Bei uns gibt es die besten Marroni nur aus Völlan, oder Tisens. Die aus dem Eisacktal schwören auf ihre. Pizza ist geduldig. Sogar Streichschokolade kommt als Belag drauf, aber nicht bei mir. Kastanien mit Zimtsahne und einem guten Glas “Suser” sind mir am Liebsten.

  11. Der Pizzateig klingt sensationell, den werde ich machen. Ich liebe lang gereifte Teige mit ganz wenig Hefe – und der Belag; hurra! Nur, auch muss dann für die Kinder Margharita machen…..sonst kommt es zum offenen Aufstand….

  12. Denkst du ich kann den Pizzateig mit 200g Weissmehl und 100g Chnöpflimehl machen? Im Chnöpflimehl ist Hartweizengriess enthalten. Oder woher krieg ich Hartweizendunst? Danke für deinen Tipp

  13. Der Pizzabelag schaut wunderbar herbstlich aus!
    Nachdem ich eigentlich nur mehr diesen Pizzateig verwendet habe, gehe ich in mich und werde deine anderen Pizzateige auch testen, denn die klingen toll.

  14. @Magdi: Marroni wachsen eben in deiner Nähe. Unsere kommen von weit her: vom Apennin, aus dem Latium oder der Toskana. Da dürfen sie sich schon mal auf eine pizza legen.

    @magentratzel: Sabine hat ihn schon 14 Tage im Kühlschrank aufbewahrt.

    @Amelie: mit Chnöpflimehl wird der gebackene Teig zu hart. Im Pizzakurs der Richemontschule, den ich vor Jahren mal besucht hatte, rät man zu max. 10 % Hartweizen- oder 20% Weichweizendunst.
    Weichweizendunst kriegst Du in der Mühle Kleeb: http://www.muehle-kleeb.ch/Inhalt.htm
    Hartweizendunst kaufe ich immer einen Jahresvorrat in Italien: http://www.dececco.it/DE/Mehle/semola-di-grano-duro-rimacinata/?Prodotto=12. Wo man den in der Schweiz kriegt, weiss ich leider nicht. Am ehesten in einem Italiener-Lädeli.

    @turbohausfrau: gerne, derjenige, der gerade auf dem Tisch steht, schmeckt mir immer am besten. Nein, der mit den Kartoffelflocken ist mein bevorzugter Liebling.

    @Sonja: vom nachkochen ist noch niemand satt geworden. Aufs essen kommt an ;-)

  15. Supercoole Idee – Danke!

    Das Knöpflimehl in den bekanten Supermärkten ist meist 100% Harweizendunst (glaube! ich)

    LG aus Zuoz im Internatsstress

  16. Die Backlegasthenikerin wundert sich, dass man Hefeteig so lange aufbewahren kann. Ich dachte, den müsse man gleich einfrieren. Das entspannt doch sehr, wenn man denn dann endlich mal einen Teig angesetzt hat (dazu muss ich mich immer noch überwinden – es wird aber besser). Jetzt noch eine ganz ernstgemeinte Frage (Teig, ich sag’s Euch…): Lese ich richtig: Je weniger Hefe, desto länger aufbewahrbar? Oder ist das egal? Ein “normaler” Hefeteig würde demnach nur 2-3 Tage im Kühlschrank halten? Oder mache ich es mir hier gerade zu schwer? Danke!!

    1. Diesen Teig mit 1,5 g Hefe kannst du im Kühlschrank bei etwa 7° ca. 8 Tage aufbewahren, das Aroma wird immer besser, der Teig wird allerdings etwas klerbriger, da er die kleinen Hefetierchen ihn weiter abbauen.
      Bei ca. 0° arbeitet die Hefe kaum noch, der Teig wird weniger abgebaut und hält sich ein paar Tage länger. So lange er gut riecht, sich nicht rot, grün oder blau verfärbt hat, kannst du ihn auch noch verarbeiten.

  17. Du machst ja Sachen! Maroni auf die Pizza, wo hat man das schon mal gesehen? Gegessen jedenfalls noch nie! Aber mit dem Speck klingts fast logisch ;)

  18. Kommt mir doch sehr entgegen – bei zwölf ganzen Kilo eigens mit meinen sechs Kindern gesammelten Maroni… Von der Tessiner Maronitorte über Maronen-Kürbis-Suppe bis hin zu einfachen Grill-Maroni haben wir schon alles ausprobiert… Meine Finger haben Schwielen! Aber so eine herbstliche Pizza mit Maroni, das wär doch was!

  19. @the rufus: Fischtag bei family rufus ? Was es nicht alles gibt.

    @Ellja: ohne Speck wird das nichts.

    @Yushka: 12 kg sollten für die Marronirezepte unter http://lamiacucina.wordpress.com/tag/Marroni/ reichen ;-)

    @uwe: mit so wenig Hefe muss man ihm einfach Zeit lassen.

    @maroni: frau kocht was anderes, zB: http://lamiacucina.wordpress.com/2008/10/27/ratten-gebratene-steinpilze-feigen-und-marroni/

    @Britta: was in Pizzerien angeboten wird, ist leider immer dasselbe Dutzend.

  20. Hm… Wenn nur das Schälen nicht so eine Strafarbeit wäre! Ich frage mich, ob man Maroni für jegliche Weiterverabeitung geröstet hernehmen kann (denn alles andere ist schiere Quälerei, wie ich feststellen musste)… Oder braucht man für Cremes, Kuchen und Pürree nicht doch die gekochte Variante, weil das Geröstete ein etwas anderes Aroma hergibt?
    Jedenfalls (wie auch immer ich die nächsten 8 Kilo schälen werde): Danke für die vielen feinen Rezepte zum Thema und Grüße: Yushka

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