Kartoffelbretzeli. Die Pommes-Chips der Alpen

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Auch wenn meine süssen Bretzeli samt zugehörigem Karamel-Eis noch problemlos Abnehmer finden, muss ich mir doch rechtzeitig Gedanken machen, der zunehmenden Zucker-Eutrophierung entgegenzuwirken. Zumal erste Weihnachtsguetzli bereits gebacken sind. Food-Blogger denken eben gerne über die eigene Nasenspitze hinaus. Eine Eigenschaft, die sie z.B. von Politikern unterscheidet. Bei denen entscheidet einzig das Spesenkonto darüber, was am nächsten Tag gegessen wird. Das verdirbt mit der Zeit jeden Charakter.
Es empfiehlt sich, die Kartoffelbricelets im höchstgelegenen Schrank, kleinen Frauenspersonen ohne Haushaltleiter nicht erreichbar, aufzubewahren. Sonst sind sie im Nu weg. In jedem Fall sind sie eine Verlockung, die gewisse Gefahren für den Charakter in sich birgt

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Zutaten
125 g weiche Butter
1 dl Milch (1 dl=100 ml, seit 1794 unveränderter Sachverhalt)
1 dl Weisswein
1 dl Olivenöl
1 Tlf. Salz
Muskatnuss gerieben (von mir gespendet)
300 g rohe, feinst geriebene Kartoffeln, samt Saft (Vitelotte, auf der feinsten Microplane gerieben)
350 g Weissmehl
Das Rezept stammt aus dem Büchlein Das Kambly Bretzeli, Ursula Kambly-Kallen, ISBN 978-3-7272-1334-2

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Zubereitung
alle Zutaten zu einem homogenen Teig verarbeiten. 4 Tlf, der Masse auf die heisse Bretzelbackform verteilen und backen, bis die Bricelets goldbraun sind.

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Anmerkung
Mit den blauen Vitelotte-Kartoffeln hatte ich erst beabsichtigt, am Lila-Blog-Event Cookbook of Colors teilzunehmen. Das Violett wich jedoch beim Backen einem schönen Braunton und vereitelte damit meine Lila getönten Absichten. Der inzwischen eingetretene Herbst gibt dem missfarbenen Beitrag nun doch noch eine Chance.

HighFoodality Blog-Event Cookbook of Colors

27 thoughts on “Kartoffelbretzeli. Die Pommes-Chips der Alpen”

  1. Zuerst nur die Bilder angeguckt und gedacht: Kartoffeln und Heidelbeeren in einem Bretzeli. Mutig, mutig. Text gelesen und dann schmunzeln müssen. Violette Deep Purple Karotten behalten ihre Farbe übrigens auch nach dem Garen/Backen. Nur falls Uwe den Event nächstes Jahr weiterführt. ;-)

  2. Der hohe Schrank wäre da, die Frauensperson, die mir einfiele, bräuchte auch eine Leiter. Vermutlich würde ich sie aber mit den Bretzeli eher in die Küche locken ;-)

  3. wir kleinen Frauen sind doch eh schon benachteiligt, warum uns dann noch ärgern, in dem solche Leckereien in die Oberschränke verbannt werden?? :-(

  4. Wie unfair … nur weil wir Frauen einen Tick kleiner sind, alles in die Oberschränke zu verbannen nur dass wir es nicht wegnaschen ;(
    Wie gut das mein Mann keinen Finger in der Küche rührt … vor meinem Mann brauche ich nichts zu verstecken, der findet auch nicht mal etwas was direkt vor Ihm steht ;)
    Aber wenns um Süßes geht riecht er das glaube ich, da ist nix vor ihm sicher.

  5. Brätzeli – die schmeckten am besten, wenn meine Mutter meinte, sie wahnsinnig gut versteckt zu haben und ich sie trotzdem fand. In der grossen Dose unter dem roten Abendkleid aus Spitze waren die Süssen, die Salzigen in der kleinen flachen Dose zuhinterst in Vaters Sockenschublade ;-)

  6. Und weshalb, lieber Robert, sollten solch leckere Bricelets nicht im Nu gegessen werden? Wir leben doch heute in einer Gesellschaft wo “instant gratification” kein Schimfwort mehr ist ;-)
    Liebe Grüsse aus Zürich,
    Andy

  7. Was mir mehr Sorgen als die Zucker-Eutrophierung macht, ist die Eutrophierung mit Haushaltsgeräten. Wo bekomme ich so eine Bretzelbackform her, und wo bringe ich sie dann unter? Hast du mir für die erste Frage vielleicht nen Tipp? Was ich im Internet gefunden habe, war nicht günstig.

  8. Violette wollte der Sohn unlängst als Kartoffelgratin…..erstaunlich experimentierfreudig! Er fand die lila Färbung “…..voll schrill!”, was höchste Ehrung bedeutet. Bei uns reicht es nicht die Leckerlies in hohen Schränken zu verstauen, die Jungs haben Affen- und Trüffelschweingene…..ach und schließlich wüsste ich auch noch gerne, was das für ein Eisen ist! Der “Druck” ist so hübsch!

  9. Ich brauche mir wirklich keine Gedanken um eigene Rezeptideen machen. Meine Nachkochliste wächst und gedeiht. ;D Und einen Tip für die Backform würde ich genau wie meine Vorredner freudigst begrüßen.

  10. Mir geht es ähnlich wie Cooketteria, erst die Bilder angesehen, dann den Text gelesen und schmunzeln müssen. In jedem Fall sieht das sehr, sehr lecker aus und auch ich würde dieses Rezept gerne nachbacken. Allerdings geselle ich mich zur Küchenschabe und oute mich als Unwissender: Eine Bretzelbackform ist mir gänzlich unbekannt und auch mich würde es sehr interessieren, ob ein Waffeleisen auch geht?

  11. Auch kleine Frauen kommen überall ran, wenn sie mit Naschzeug belohnt werden. Zumindest waren im letzten Jahr vor mir keine Blätterkrokant-Zapfen sicher, obwohl sie sich sehr weit oben und sehr weit hinten versteckt hatten… Pah!

  12. @Cooketteria: die hab ich mir heute auf dem Aargauer Rüeblimarkt gekauft !

    @bee: für den Abwasch ?

    @Eva: früher hab ich solche Leckereien unter dem Bett versteckt. Das war keine gute Idee.

    @Die Küchenschabe: Im Unterschied zu belgischen Waffeleisen (Gaufrier) werden mit einem Schweizer Bretzeleisen die Waffeln viel dünner.
    Das gibts von verschiedenen Firmen zB. http://www.ch.jura.com/home_ch_x/ironing_kitchen/household/brezeleisen_x.htm

    @Rosa Mayland: swiss alp potato chips are pretty unknown in the swiss alps :-)

    @Tina: eine richtige Farbenorgie ;-)

    @Verboten gut: es gibt Menschen mit besonderen Fähigkeiten, die einen riechen süss, die andern salzig. Obwohl meist weder das eine noch das andere einen Geruch hat.

    @Wilde Henne: jaja, kennen wir alles. Und hinter dem Brockhaus stand das verbotene Buch ;-)

    @lieberlecker: instant Dinge konsumieren wir nicht ;-)

    @Dirk: ich kenne nur das von Jura (siehe Antwort bei Küchenschabe) bei der Migros ist es auch nicht viel billiger. So etwas kauft man gebraucht. Was jedoch das Platzproblem nicht löst.

    @Überall & Nirgendwo:
    @Rabin:
    siehe oben und hier in den Kommentaren http://lamiacucina.wordpress.com/2012/07/25/berner-bretzeli-bricelets-bernois/

    @magentratzerl: Dir sage ich es auch nicht. Viel zu gefährlich ;-)

    @Beni Shangul: ich glaube nicht, Waffeleisen sind für einen voluminösen, weichen Teig gemacht. Bricelets sind dünn und knusprig.

    @germanabendbrot: ich weiss, bei selbstständigen Frauen nützt alles Verstecken nichts.

    @Micha: schau an, wieviel Butter und Olivenöl da drin ist. Ein verantwortungsvoller Mann schützt seine Gefährtin vor dem ungesunden Zeug.

  13. Ich dachte eigentlich, ich besäße alle zwingend erforderlichen Küchengeräte. Wie falsch ich doch lag! ;-) Deine Kartoffelbretzeli sehen umwerfend aus. Noch nie davon gehört. Will auch…

  14. Und wo bitte kann man in D dieses wunderschöne Bretzeli-Eisen käuflich erwerben? Nein, nicht bei A….n, nicht in der Bucht, nicht bei den großen Elektromärkten – weder neu noch gebraucht. Jaul jammer: ich möchte auch Bretzeli backen! Und den Platz finde ich auch noch irgendwo…

  15. Jetzt wollte ich eigentlich nur kurz das Magenbrotrezept noch einmal anschauen und schon hast du wieder etwas Spannendes für mich drinn!! Habe ja ein Wäffelieisen und somit schon wieder etwas zum nachbasteln!!
    Merci vielmol ond heb än schönä Tag
    Brigitte

  16. @multikulinaria: nie und nimmer hat man alle Küchegeräte. Ich spreche aus Erfahrung.

    @moni-ffm: Dir kann geholfen werden. in Deutschland kennt man zwar keine Briceleteisen. Aber schau mal unter Hörncheneisen. Das gibt Bricelets. Bloss nicht zu Hörnchen drehen.

    @Smilla: hier gibts alle 2 Tage neuis :-)

    @uwe: mit den heutigen Tefloneisen muss niemand mehr verzweifen.

  17. Robert, Du bist ein Schatz! Danke für diese Info, ich werde mich jetzt mal kundig machen, was es da auf dem deutschen Markt so gibt. Schönes Wochende!

  18. Man muß sich nicht unbedingt mit dem schweren Waffeleisen wie Frau L. verletzen. Die Fa. Cloer stellt hervoragende Zimtwaffeleisen 1434 her, die wirklich hervorragende dünne Waffeln backen und kinderleicht zu bedienen sind.

  19. Die Bretzeli habe ich sofort nachgebacken.Dazu benutze ich ein von Mama geerbtes Bretzeleisen. Ohne Bretzeleisen keine Bretzeli.
    Ergebnis, super. Die werden nicht alt,und übrigens denk ich, dass sie frisch am besten sind.

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