Preziosen

Preziosen 2012 11 06_8266

Weihnachtsgebäcke gibt es weltweit in den unterschiedlichsten Varianten. Jedes Land hat seine traditionellen Weihnachtsgebäcke, jede Familie hat ihre Lieblingsrezepte. Nun wird, besonders in den deutschsprachigen Ländern, wieder fleissig gebacken. Der geplante supranationale Zusammenschluss Europas unter kommissarischer Leitung hat die Backstuben längst erreicht. Frauenzeitschriften, wie etwa die Bri.gitte, so ist jedenfalls mein Eindruck von aussen, geben jedes Jahr vor, was wir Europäer nachbacken sollen. Und was “lecker” aussieht, wird auch nachgebacken. Und schmeckt zweifellos lecker.
Erstaunlicher- und erfreulicherweise haben sich die Schweizer, störrisch, wie sie nun einmal sind, diesem Trend entzogen. In der Schweiz steht die Tradition immer noch hoch im Kurs. Neuheiten werden probiert, kritisch aufgenommen, verschwinden aber mangels Zuspruch meist wieder. Die Pflege der eigenen Traditionen gibt offenbar in einer aus den Fugen geratenen Welt Geborgenheit und Halt. Und ich hoffe, dass das noch lange so bleiben wird.
Auf der Favoritenliste der Schweizer stehen die Zimtsterne, Brunsli, Mailänderli und Badener Chräbeli, ergänzt um lokale Spezialitäten, wie in Basel die Leckerli, ganz klar oben. Jahr für Jahr. Und das ist gut so. Auch wir machen da keine Ausnahme.

29 thoughts on “Preziosen”

  1. Also… Beim Backen bin ich völlig eigen und unabhängig sowohl von Traditionen als auch von den diversen Zeitschriften! Ich backe, wenn das Rezept mir so gefällt, dass es in meinen Fingern zu kribbeln beginnt. Ist dann wie eine Sucht! Und Zimtsterne, wie auch die Mailänderli stehen auch auf meinem Backplan. Wünsche einen schönen Nikolaustag Dir und Deiner lieben Frau!

  2. Seitdem ich letztes Jahr das Rezept bei Dir gesichtet hab, gehört es auch bei mir zu den Plätzchenlieblingen und die teil ich auch so gar nicht gerne ;-) Auch dieses Jahr liegen schon welche in Dose :-))) LLLLEEEECCCKKKERR …. danke für das schöne Rezept. Herzlichst Nadja

  3. Habe mich bisher erst an die klassischen Mailänderli, ergänzt mit ein paar Haselnuss Makrönli zur Eiweissverwertung, gewagt. Beides ist bei den Jungs im Büro gut angekommen :-)
    Liebe Grüsse aus Zürich,
    Andy

  4. Auch im Schwäbischen gibt es durchaus noch die Traditionalisten; bestückt entweder mit dem uralten Dr. Oetker-Backbuch oder dem Grund-Koch-und Backbuch von Luise Harrer. Meine Mutter hat ihr festes Repertoire, probiert mal was aus, aber meist eher aus dem Fundus. Ich backe weniger, dieses Jahr erst zwei Sorten, weil ich krank darnieder liege, aber dann auch immer die Standards und Lieblingsrezepte, meine oder die der Kinder: Haselnussmakronen, Elisenlebkuchen, Spitzbuben, Ausstecherle, Haselnusssterne, vielleicht noch Kokosmakronen und Spritzgebäck backt die Mutter für mich. Und gerne würde ich es irgendwann mal hinkriegen, Vanillebrötle zu backen, so wie sie sein sollen: mit Füßle…..
    Herzlichst grüßt aus dem Schwabenland
    Ingrid

  5. Jaaa die Schweizer :-) bei uns gibt es auch traditionelle Rezepte wie du sie oben nennst, Weihnachten konnten wir sonst kaum feiern, wenn dann gibt es hier Berner Leckerli ;-) daneben Backe ich aber auch immer wieder neues, trendiges? Und manch eines bleibt, die meisten sind ein- Jahres Plätzchen :-) schöne Adventszeit dir und Frau L.
    Liebs Grüessli
    Irene

  6. I seh das genau eso wie du. Ohni die/dini 5 genannte Gutzli (us Zytmangel sind d’ Läggerli au scho derzue kauft [oder gschänggt] worde) goht jetzt gar nüt.
    Im beschte Fall chunnt no e Neyigkait als eimoligi Ufloggerig derzue, aber den längt’ s und das isch au guet eso.

  7. Brunsli, Mailänderli, Leckerli…. alles neumodischer Schweizer Kram ;-)
    Zimtsterne, Kokosmakronen, Zitronenherzen und ganz wichtig, Berliner Brot, haben im Büdchen Tradition. Wobei ich Dein Weihnachtsgebäck ja schon gerne mal probieren würde :-)

  8. Ich mische das….Klassiker gibt es jedes Jahr: Kokosmakronen, Ausstechplätzchen, Vanillekipferl, Spitzbuben….was Neues (gerne auch aus der Brigitte :-) ) wird auch ausprobiert, aber das gibt es dann in der Regel wirklich nur einmal….auch wenn es noch so gut war.

  9. @Sugarprincess: wenns in den Fingern kribbelt, ist gut. Ich kenne das von pasta.

    @Nadja: meist sind die Leckerli hart und knochentrocken, weil die Fabriken lieber Mehl als Honig verwenden.

    @Rosa Mayland: ist auch höchste Zeit.

    @lieberlecker: Weihnachtsguetzli bäckt man meist für andere Leute, und die backen hinwiederum für uns ;-)

    @Ingrid: das finde ich schön, wenn sich in einer Familie Traditionen einstellen. Bei uns findet der Kampf um die Füssle an Anisbrötli statt. Gute Besserung.

    @Irene: Einjahres-Plätzchen, ein treffender Ausdruck. Die Berner Leckerli sind meine Lieblinge. Die gibts jedes Jahr. Die essen wir als Ganzjahres-Plätzchen ;-)

    @Basler Dybli: ein kleines Grundsortiment genügt auch. Jedes schmeckt komplett anders. In Zeitschriften werden oft tipps angeboten, wie man aus einem gekauften Teig 5 verschiedene Varianten herstellen kann. Ein Horror.

    @Turbohausfrau: das Glas Champagner hab ich auf dem Foto vergessen.

    @Klärchen Kompott: heuer gibts nur halb Mengen. Bis Weihnachten soll alles verputzt sein.

    @Tomatenblüte: und die Klassiker sind überall andere. Finde ich gut.

    @Magentratzerl: das ewige Suchen der foodblogger nach Neuem. Kenne ich auch.

        1. Zue de Läggerli. Die cha und tuet me jo s’ ganz Joohr gniesse. O.K., dr Chlöpfwyy cha me au jede Daag sirpfle … :-)

  10. Neues auszuprobieren finde ich wichtig. Dennoch, bei Weihnachtsgebäck wecken eben Vanillekipferl, Buttergebäck und Bethmännchen (Frankfurter Spezialität!) meine Kindheitserinnerungen eher als neumodisches Zeug. Da halte ich es mit den Schweizern.
    Aber wer sagt, dass wir nicht mit einer Tradition beginnen können? In diesem Jahr gibt es wieder die herzhaft-orientalischen Walnuss-Tomaten-Parmesan-Kekse mit Ras el Hanout. Vielleicht werden die schon bald zum Klassiker…

  11. Traditionen beibehalten ist wichtig, Neuem aufgeschlossen sein natürlich genauso.
    Schönes Foto, sehen richtig lecker saftig aus!
    Einen schönen Nikolaus wünsche ich dir! ;-)
    LG aus Mainz

  12. Ich hab grad eine große Dose Klassiker bei meinem Vater abgeholt :-) Tradition in der Büchse, über Generationen weitergegeben und bewahrt, das ist so schön und so vertraut jedes Jahr.

    Ich habe ja dieses Jahr überhaupt das allererste Mal mein Backtrauma abgelegt und tatsächlich 2 äußerst leckere Sorten gebacken, allerdings auch von der ganz einfachen Sorte.
    Ein Basler Leckerli würde ich jetzt aber auch gerne nehmen, die liebe ich!

  13. @germanabendbrot: und dazu singen wir laut
    “In der Küche riecht es lecker,
    ähnlich wie beim Zuckerbäcker”
    Parmesan-Kekse mit Ras el Hanout hast Du gesagt ?
    dann ändern wir halt die zweite Strophe auf:
    “für exotische Geschmäcker”

    @lamiatrattoria: Danke, zu uns kommt der nie.

    @Britta: wer Guetzli abholen darf, ist kurzzeitig im Vorteil. Du solltest die guetzli zusammen mit dem Vater backen, nur so kann die Tradition weitergegeben werden. Die notierten Rezepte der Aelteren Generation sind oft schwer nachzubacken.

  14. ich kann jetzt nicht für die österreicher sprechen, aber ich bleibe meiner tradition treu. ab und an mache ich einen sidestep und probiere neues aus. keines dieser kekse hat es in die dauerbrennerliste bis jetzt geschafft. ich glaube sowieso, dass die österreicher (und schweizer) die besten kekserlbäcker sind.
    und jetzt werde ich geschlagen. :-)

  15. Ich habe mal vor Jahren bei einer emigrierten Schweizerin “Totenbeinli” gegessen, die sie mir als typisches Schweizer Weihnachtsguezli vorsetzte. Sie schmeckten trotz des makabren Namens recht gut.Im Hause Lamiacucina werden sie wohl verschmäht.

  16. Schöne Grüße von Herrn Frank. Wir haben eben von dir gesprochen, weil wir die Mailänderli probiert haben. Sie sind wieder mal köstlich, ganz fein.
    LG, Franka

    1. so. Nun hab ich mich durch deinen (neuen) Blog gehangelt, und glaube zu wissen, wer hinter dem Pseudonym steckt ;-) Die Fotos, Fensterläden, Wolken und Weinberge waren Indizien genug. Willkommen zurück !

  17. Ich liebe diese Schweizer Tradition. Da weiß ich sofort was ich backen muss um einen Schweizer Freude zu bereiten. Für den Rest der Welt greife ich dann auf traditionelles Gebäck aus der österreichischen-ungarischen Küche zu. Die sind ein Schmelztigel vieler Traditionen anderer Länder und haben oft wie die meisten Süßigkeiten ihre Wurzeln im Orient.

    Liebe Grüße
    Anna

  18. Ein ganz großes Kompliment muss ich noch loswerden: Auch bei uns gehört “Buttergebäck” auf den weihnachtlichen Plätzchenteller. Ich mag diese f…trockenen Dinger nicht. Und habe dann Dein Mailänderli Rezept entdeckt. Diese Mailänder Butterplätzchen sind gigantisch! Überhaupt nicht trocken, wunderbar mürb und auch ganz einfach zu machen. Die Teigkonsistenz ist so toll, dass ich auch die kompliziertesten Formen ausstechen konnte, ohne z. B. das Elchgeweih teilweise zu amputieren. Ganz große Klasse! Danke!

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