Risotto all’Amarone

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Es war eine Einzelflasche. Einer der besten Weine aus dem Valpolicella. Von Tommaso Bussola. Ab in einen Risotto. Freunde des Amarone werden jetzt aufzucken. Spinnt der ? Ja. er spinnt. Aber 17% Alkohol hauen mich einfach um. Für mich nur schlückchenweise trinkbar. Die Verwendung in einem Risotto-Rezept von Elia Rizzo aus dem Restaurant Il Desco in Verona finde ich jedoch nicht unangemessen. Das Rezept habe ich im Wartezimmer eines Arztes in einer Basler Wochenzeitung gefunden und aus dem Gedächtnis frei nachgekocht.

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Zutaten
400 g Kürbis (Garten), geschält und gewürfelt
ca. 5 dl Gemüsebrühe, homemade
1 mittlere Schalotte
2 Elf. Olivenöl
200 g Risottoreis (Carnaroli)
3 dl Amarone di Valpolicella
30 g Butter
30 g Parmesan, frisch gerieben
Pfeffer, Salz
Petersilie

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Sanftes, langsames Rühren des Rührpaddels

Zubereitung
(1) 400 g Kürbis mit 4 dl Gemüsebrühe auf kleinem Feuer 15 Minuten kochen. Wenn die Würfel gar sind, ca. 1/3 davon mit einer Schöpfkelle herausheben und beiseitestellen. Den Rest mit einem Stabmixer pürieren.
(2) Die Schalotte und den Reis in Olivenöl glasig dünsten. Ablöschen mit der Hälfte des Amarone. Den Wein unter stetigem Rühren etwas einkochen, den Kürbisbrei zugeben, leicht salzen, wiederum etwas einkochen, den restlichen Amarone zugeben und den Risotto damit fertig kochen. Nach Bedarf weitere Gemüsebrühe zugeben. Seit einiger Zeit lasse ich die Kenwood Cooking Chef für mich rühren. Das lässt mir Zeit an einem Glas Kochwein zu nippen, wenns nicht gerade ein Amarone ist.
(3) Gegen Schluss die Butter, den Parmesan und die Kürbiswürfel unterrühren. Mit Salz und Pfeffer abschmecken und mit etwas Petersilie garnieren.

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Seit ich den Risotto vom Machinchen rühren lasse, ist er noch feiner geworden als er bisher schon war. Ein Indiz, das stetiges Rühren nicht falsch sein kann. Ein guter Amarone im Risotto ist schlicht eine Wucht ! Nun überlege ich mir, ob ich doch nicht zwei, drei Flaschen (es gibt auch preisgünstigere Amarone ab etwa 20 € ) an Lager legen sollte, um daraus ab und zu einen Rotweinrisotto zu kochen. Den Kürbis kann man sich ja sparen.

30 Gedanken zu “Risotto all’Amarone”

    1. Nein, Amarone ist kein Süßwein, der hier genannte verfügt über weniger als 10g/l und ist damit weit vom Zuckergehalt der Süßweine (> 40 g/l) entfernt.

      Oft wirkt er aber süßer als er eigentlich ist, das liegt wohl am ungewöhnlich hohen Alkoholgehalt. Interessant ist die Bittere im Abgang (daher auch der Name), die für mich den Wein so spannend macht. Sicher nichts für jeden Tag…

      Wenn ich das nächste Mal in der Gegend bin, muß ich wieder einige Flaschen mitnehmen, auch wenn’s ein kostspieliges Vergnügen ist. Aber es gibt auch andere hervorragende Weine dort.

      Auch interessant zu hören, daß man die Cooking Chef für Risotto verwenden kann, der Aufpreis zur normalen Chef schreckt mich aber schon ab – dafür ließen sich einige Flaschen Amarone erwerben…

  1. Das ist jetzt ja mal Wasser auf meine Mühlen… Ich musste mir schon anhören, das sei kein Kochen, wenn man eine Maschine rühren lässt! Hab mich aber nicht beirren lassen… Und so geht es mir ähnlich wie Dir: Ich kann mit meinem Jüngsten spielen oder auf dem Sofa einige Minuten ausruhen, während mein Risotto gerührt wird… :)

  2. Ganz fein und soo, bi mir aber ohni Kirbis, nit unbekannt. I riehr halt wiiterhin vo Hand.

    I tue däm Ganze am Schluss zum Toppe no e glaine Gutsch “Grappa di Amarone” biifiege. Glaub mr – es chunt nit schlächt !

  3. Mal davon abgesehen, dass ich natürlich deine Kochkunst bewundere, beobachte ich bei diesem Gericht ja äußerst interessiert, wie du dieses sagen wir mal vorsichtig optisch schwierige Gericht doch schön in Szene gesetzt bekommst :-)!

  4. Risotto mag in praktisch jeder Form und wenn ich den restlichen Wein dann noch mit Vergnügen dazu trinken kann erst recht. Ist das jetzt Dein Rezept für Frau L. und Dich oder für 4 Personen?
    Liebe Grüsse aus Zürich,
    Andy

  5. Amarone sagt mir – wie wohl auch Micha – gar nichts, aber du machst uns sicher noch schlau, damit dem Nachkochen einer meiner Lieblingsspeisen (Risotto) nichts im Wege steht. :-)

  6. unbekannterweise muss ich Dir recht geben, du spinnst…… Spass bei Seite, aber es ist mir auch klar, dass mann kein gutes Essen mit schlechtem Wein kochen kann. Aber muss es wirklich ein Amarone sein, der bis zu Fr. 100.00 die Flasche kostet? Natürlich sind die Fr. 30.00 Amarone nicht ganz so gut, aber ich finde diese schon sehr gut zum kochen……

    Ich habe schon mal einen Kommentar bei Lichtensteig geschrieben, aber leider keinen Kommentar zurück bekommen….

  7. Schaut guat aus… Er kocht mit Wein, manchmal schüttet er ihn sogar ins Essen…

    Das Maschinchen wird dann wohl der Cooking Chef sein.
    Ich hab mich schon länger gefragt, wozu man das braucht.
    Ich hab meine Major bisher haupsächlich zum Teigen verwendet…

  8. @Micha: nein, der Amarone wird aus Trauben, die 2-4 Monate unter dem Dach auf Holzhurden getrocknet wurden, hergestellt. Er wird trocken ausgebaut. Das führt zu einem enorm konzentrierten “süssen” Aroma. Der Recioto ist die süss ausgebaute Variante. Wie der Name Amarone schon andeutet, hat er einen minimalen Anflug von Bitterkeit im Abgang.

    @Rosa Mayland: Risotto ist immer le.., ähm gut.

    @Sugarprincess: wenn man mal den Dreh raus hat ;-)

    @Albino Tuosto: wie wahr.

    @Basler Dybli: Grappa aus Amaronetrester werde ich mir mal anschaffen.

    @Überall & Nirgendwo: Farbe, nichts als Farbe.

    @Sybille: da wird der Herr Gemahl keine Freude daran haben, wenn Du ihm seinen Wein derart verbrauchst.

    @lieberlecker: 200 g Reis gibt, wie meist bei mir, eine Vollmahlzeit für 2 Personen. Als Zwischengang reichts für 4.

    @Eva: siehe bei Micha.

    @Stephan: nein, das ist wirklich nicht nötig. Aber trinken kann ich derartige Boliden auch nicht mit Genuss. Und wer sparen will, kanns ja mit einem guten Ripasso probieren. Da ich öfters auf Ausreisen bin, geht schon mal eine Antwort verloren. Anspruch darauf gibts nicht, aber wenn ichs draufgesossen werde, wirds nachgeholt ;-)

    @thomas: nur zum teigen tuts die major.

  9. Ich kann Dich verstehen! Zwar trinke ich ihn auch sehr gerne (eine Flasche Masi ist mein traditioneller Weihnachtswein), aber auch Kochen mit Amarone ist die sprichwörtliche Wucht. Ich versenke gerne eine Lammkeule darin, greife dann aber auch auf die € 20,00 – 25,00 Qualitäten zurück. Auch bin ich bekennender Fan von Myrto (Foradori) im Risotto. Man schmeckt ihn am Ende halt doch, den guten Wein.

  10. Bei uns hat der Amarone einen Übernamen: spaccagambe. Für dich, der du des Italienischem mächtig bist, muss ich das nicht übersetzen. Es sagt genau das aus was der Wein ist :)

  11. Also ich wüsste ja nicht ob ich einen Amarone wirklich zum Kochen nehmen würde, aber dieses Rezept würde mich schon in Versuchung führen! Bei einem 17%igen würde ich mir das auch überlegen – zum Trinken ist der schon hart und für ein Risotto wahrscheinlich genau richtig ;) DANKE!

  12. Ich frage mich schon lange, in was für Küchen eine Kenwood cooking chef steht. Jetzt weiß ich es – in der Küche eines Koch-Verrückten mit dem Hang zu außergewöhnlichen Gerichten! So einiges würde ich gerne bei Dir kosten, übrigens auch die Pastete von gestern oder vorgestern, die sieht sensationell aus, und ich werde vermutlich niemals eine selbst machen.

  13. @Wilde Henne: irgendeine schnurrende Küchengehilfin muss mir erlaubt sein ;-)

    @Arthurs Tochter: die hohe Aromenkonzentration bleibt beim Kochen einigermassen erhalten, was nicht bei jedem Wein der Fall ist. Gut, sind wir nicht in der EG. Bei uns werden die Trauben für Strohweine nach wie vor auf Stroh gelagert. Ob man den Unterschied merkt, oder der Trinker davon gesünder lebt, möchte ich aber nicht behaupten ;-)

    @magentratzerl: ja das stimmt.

    @Madi: besser die gambe als das capello in quattro:-)

    @Küchenjunge: im kleinen Gläschen, schlöckchenweise, sollte nichts passieren.

    @Jules Gartenküche: wer keinen Garten hat, ist im Vorteil. Mit Garten muss man sich ständig mit dem Verwerten der Ernte befassen. Ohne Garten kann man von Gericht zu Gericht hüpfen.

  14. Ich könnte laut aufheulen, wenn ich lese, was Du in den Topf kippst… wobei ich mir gut vorstellen kann, dass ein Amarone sich im Risotto sehr interessant macht, doch da würde ich es eher mit Astrid halten und eine etwas preiswertere Variante wählen. Ich kann ja gut verstehen, dass Dir der Alkoholgehalt zu hoch ist, doch jetzt ist Winter und da verträgt man auch ein bisschen mehr und wenn nicht… ich wüsste genügend Abnehmer für so ein Fläschchen ;-)

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