Archiv der Kategorie: Aufgespiesst

Arrivederci COOP

Arrivederci0_redc2008_1396
Der schweizerische Grossverteilers COOP wirbt derzeit mit grossen Plakatwänden in der ganzen Schweiz für seine Fine FOOD Linie mit folgendem Spruch des Werbemeisterkochs Ivo Adam:

Sagen sie arrivederci zu schlechtem Essen

arrivederci heisst nicht nur hier “auf Wiedersehen”. Im Zusammenhang mit schlechtem Essen dürfte wohl eher Addio gemeint sein. Und zwar per sempre !  

Grünes Basel

GrünesBasel0_redc2008_1437
GrünesBasel1_red2008_1439
Wer wohl die Bäume entlang der ehemaligen Kaserne mit grüner Signalfarbe bestrichen haben mag ?

1) Jemand, der damit einen vorzeitigen Frühlingsanfang erzwingen wollte ?
2) die Grüne Partei Basel, als umweltfreundliche Wahlpropaganda ?
3) der WWF, um mit unzimperlichen Methoden wieder einmal auf das Waldsterben aufmerksam zu machen ?
4) Der Kunstkredit der Stadt Basel, um eine weitere Ecke von Basel mit einem weitern, denkwürdigen Kunstwerk zu verschönern ?

Wer immer der Urheber war: Irre.

AddThis Social Bookmark Button

Farina Bona erobert den Markt

Farina Bona wird hier langsam zum Renner. In der COOP-Zeitung vom 19.02.2008 ein Artikel mit einem Abschnitt über: Slow-Food Farina Bona. Darin ein Hinweis auf die taufrisch aufgeschaltete farina bona web-site mit diversen interessanten Rezepten und Informationen. Offenbar wurde das Mehl unter die Fittiche der Slow-food-Schweiz genommen und wird in der Schweiz jetzt in COOP-Filialen verkauft.

Wermutstropfen: Eben habe ich noch Mehl für Fr. 7.50/500 g gekauft. Bei COOP kosten 250g neu Fr. 5.50. Ich enthalte mich aber jeder spitzen Bemerkung, weil ich dem Gedanken von slow-food positiv gegenüberstehe und nehme als derart positiv denkender Mensch an, dass der satte Aufschlag in erster Linie den nicht mit Reichtum gesegneten Bewohnern des Onsernone und/oder den Aktivitäten von slow-food zugutekommt. So ist es doch, nicht wahr, Herr Loosli (CEO der COOP) ?

meine bisherigen Beiträge mit farina bona:

Farina bona und daraus ein Zabaion
Pappardelle aus geröstetem Maismehl

AddThis Social Bookmark Button

Weight Watchers oder der Krampf um Kalorien

Rund ein Drittel der Schweizer Bevölkerung ist übergewichtig. Das renommierteste Gewichts-Abnahmeunternehmen der Welt, Weight Watchers, vertreibt seine Produkte und sein Konzept in der Schweiz zusammen mit COOP unter dem Label COOP Weight Watchers: “wenig(er) Kalorien und Anleitung, wie Sie Ihre Ernährung langfristig umstellen können und so zu Wohlbefinden und Ihrem Wunschgewicht finden”.
Ich habe am 3.11.07 in Basel (aufgrund einer Meldung in der NZZ) folgende Deklarationen und Preise erhoben:

Produkt
COOP Weight-Watcher Erdnüsse
COOP Pittjes Erdnüsse
Migros Party Erdnüsse
Herstellung ohne Salz und ohne Fett geröstet gesalzen, mit Fett geröstet gesalzen, mit Fett geröstet
deklarierter Energie-inhalt
2510 kJ !!!
2493 kJ
2480 kJ
Preis pro 100 g Fr. 2.60 Fr. 1.80 Fr. 1.60

Weniger Kalorien ????  Was man sich mit den ungesalzenen Weight Watchers Erdnüssen im Vergleich zur fetten, gesalzenen Erdnusskonkurrenz zuviel anfrisst und antut (30 kJ/100g) muss mit etwa 13 Minuten Staub saugen wieder abgebüsst werden. Toll. Da verzichte ich lieber ganz auf Erdnüsse und spare mir damit 18 Stunden Staub saugen.

Lunchteller mit 36 Gault-Millau Punkten

Globus_RochatGlobus_Meier

Der Kühlschrank war nach den Ferien noch leer: also hungern oder Convenience. Wenn schon, dann Edelconvenience, in einer bis Ende 2007 limitierten Serie von GLOBUS, der im höheren Pressegment fischenden Tochter des Grossverteilers MIGROS. (Obere 2 Bilder von GLOBUS). Ein gefundenes Fressen für mich. In doppelter Hinsicht. Globus versammelt 8 Schweizer “Starköche” (Zitat) mit insgesamt 160 GM-Punkten. Lässt diese unter ihrem Namen Convenience kochen. Das lässt das jeweilige, grosse Konterfei des verantwortlichen Spitzenkochs auf jeder Packung immerhin vermuten.  Wirklich gekocht von den Spitzenköchen? Unter Verantwortung und Aufsicht gekocht ? Billigend ? Nur Namengebend ? Solch müssige Interpretationen überlässt die Packung schlauerweise dem hoffnungsfroh in Illusionen schwelgenden Käufer. Auf der Packung steht nur, dass das Gericht ein Schweizer Erzeugnis sei. Davon, dass etwa der Meisterkoch seinen Kochlöffel, oder mindestens seine prüfenden Finger ins Gericht getaucht habe, steht nichts auf den Packungen.  Weiterlesen

Fische und Delikatessen by Adidas

Bianchi ComestibiliBianchi. Das stolze Delikatessengeschäft in Zürich. Wie lange ist das her, seit ich hier letztmals weisse Trüffel erstanden habe ? Offensichtlich bin ich schon seit geraumer Zeit nicht mehr auf der rechtsufrigen Seite der Limmat vorbeispaziert. Heute handelt in diesem Laden die Firma Adidas mit Schlappen und Lumpen (de: Fuss- und Ober-bekleidung). Ein Abbild der Prioritäten unserer Gesellschaft ?

Bianchi by Adidas

Migros Anna’s Best: Thai Green Beef-Curry

Vor 2 Wochen hab ich im post Mehr Zeit zum Leben die Offensive der Schweizer Grossverteiler zur Verkaufsförderung ihrer Convenience-Produkte glossiert. Das appetitliche Green Beef-Curry auf dem Migros-Plakat hat mich zum Sündenfall verleitet: Ich habe eine solche Packung gekauft und klammheimlich für mich zubereitet und gegessen. Bild links das Plakat. Bild rechts mein Tellerchen. Der Macis Liebstöckel ist aus meinem Garten, Blattkoriander hatte ich keinen.
Meh Zeit zum LebenMigros Annas Best Thai Green Beef-Curry

Damit meine Leser am Genuss teilhaben können, habe ich das Resultat der Verkostung protokollarisch festgehalten: Weiterlesen

Riesling Robert Weil, selbstgebraut

Robert Weil RieslingWochenende, genügend Musse, eine gute Flasche Wein zu öffnen. Als Liebhaber deutschen Rieslings greife ich diesmal zu einer Flasche Kiedricher Gräfenberg Auslese 1999. Nebenbei stosse ich im Internet auf einen erbauenden link zu einem “Winemaking Specialty Store”. Dieser Laden verspricht uns, bei Bestellung eines Complete Wine Making Kits ($169.95), die nötigen Zutaten, um innerhalb weniger Tage Gärung 30 Flaschen edelsten Weines (Bordeaux, Barolo, Riesling, Gewürztraminer, egal was) herzustellen. Das Kit enthält Einiges an Equipment:  Einen 7.5 gallon Fermentator, Korken, Kapseln und anderes Kleinmaterial, ein wine instruction book (homemade) und Etiketten sind gratis. Inbegriffen freie Wahl der Zutaten zu einem Premium Wein, z.B. Riesling (eine Flasche Traubenkonzentrat, vor der Gärung mit Wasser zu verdünnen). Auch wem der Sinn eher nach Liebfraumilch stehen sollte: Alles zu haben. Weiterlesen

Alpenbasilikum Marke Emmi

Swiss Alp KäseSeit etwa einem Jahr bewirbt Emmi, der marktbeherrschende Milch- und Käse-produzent der Schweiz eine neue Käse-Palette mit dem Namen «SwissAlp». Gemäss Emmi wird der Käse aus reinster Alpenmilch und Alpen-kräutern hergestellt. Die Alpen-kräuter sollen ausschliesslich aus kleinen Anbauflächen im Schweizer Alpengebiet stammen. Swiss-Alp-Käse ist aber mit einem kleinen Mangel behaftet: er hat die Alpen nur von sehr tief unten gesehen. Älplerinnen und Älpler haben den Käse in einem lesenswerten Beitrag vom Juni 2006 ausgiebig demontiert. Inzwischen beschäftigt der falsche Alpkäse die Juristen. Was mich an der Swiss-Alp-Werbung nervt, ist der Alpen-Basilikum, der im Käse drin bzw. drauf sein soll.  Weiterlesen

Gammel-Eier bei Grossverteilern?

Hühner der witwe BolteMan hat sie mir entrissen! Nicht Gilda aus der Oper Rigoletto von Giuseppe Verdi, sondern die von mir so gerne gekauften Naturaplan-Bio-Eier. Verschwunden aus dem Kühlregal. Verbannt in die Abwärme des Supermarkts.  Platz frei gemacht für Joghurt, linksdrehenden, rechtsdrehenden, rundumdrehenden, Berg- und Taljoghurt, Fett- und Mager-Joghurt, während Slow-food-Joghurt noch etwas warten muss, bis vielleicht die Milch zum Kühlregal rausfliegen wird.  Im folgenden Flugblatt erklärt uns COOP, warum er ab 2. 2007 die Eier aus dem Kühlschrank in tropische Ladengefilde verbannt hat. (Bei allen andern Grossverteilern stehen die Eier längst an der Wärme). Bild aus Max und Moritz. Weiterlesen