Archiv der Kategorie: KüchenKrempel

Parmesanreibe für Bodybuilder

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Eine untaugliche Parmesanreibe mehr in meinem Küchenkrempel-Fundus. Die beim Bohren der Edelstahlplatte entstandenen Bohrbrauen wurden absichtlich nicht entfernt und sollen nach Meinung der Geislinger Metallwarenfabrik zum Käse reiben taugen. Vielleicht kriegt ein Bodybuilder etwas Käse durch die Löcher gerieben. Frau L. jedenfalls nicht. Unter Einsatz aller Leibeskräfte gelang mir (nach einer Viertelstunde), wenigstens ein winziges Häufchen Reibkäse zu erzeugen. Das Gerät war nicht billig, soll aber als Profigerät ewig halten. Doch was nützt mir das, wenn mich der Edelschrott überleben wird ?

Produkttest: Rührkellen

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Schnurlose Rührkelle der Firma Rührkelle mit echtem Astloch

Als mir die Werbeagentur der Firma Rührkelle in einem freundlichen Mailwechsel das Testen der neuen, schnurlosen Holzrührkelle angeboten hat, habe ich zuerst gezögert. Als meinen Lesern verpflichteter Blog kommen für mich nur solche Produkttests in Frage, bei denen ich meine Meinung ehrlich und schonungslos äussern darf. Nachdem mir dies versichert wurde, habe ich sehr schnell zugesagt, weil ich jeden Tag in irgendwelchem Schlamm herumrühre und überhaupt: kabellos und somit steckdosenunabhängig klingt schon mal gut.

Bereits vier Tage später hielt ich das Päckchen in der Hand und war erst mal von der ausführlichen, 100 Seiten umfassenden Gebrauchsanweisung überrascht. Die Technik hat offensichtlich nicht nur auf dem Gebiet der Atomtechnologie unglaubliche Fortschritte gemacht. Auch die Rührkellen sind vom menschlichen Genius weiterentwickelt worden. Wie mein Testexemplar zeigt: eine wundervolle, aus echtem Schweizer Föhrenholz handgeschnitzte  Rührkelle; das präzise geschnittene Loch wird durch einen Ast gebildet, der vor dem ersten Gebrauch herausgedrückt werden muss. Das  garantiert die Unversehrtheit der Kelle vor dem ersten Gebrauch. Das Astloch ist millimetergenaue Präzisionsarbeit, wie wir das sonst nur von Schweizer Uhrwerken kennen. Die genaue Passform des Lochs sorgt zusammen mit der Quernut für den richtigen Mix aus turbulenter und laminarer Strömung bei gleichzeitig minimalstem Kraftaufwand. Das Gerät ist auch in heissen Flüssigkeiten (Suppen und dergl.) problemlos einsetzbar. Die natürliche Farbe des Holzes und das besonders hochwertige Material sorgen für Akzente und Effekte in jedem Haushalt.

mein bisheriger Eindruck: ein geniales Küchengerät, dessen Einsatz wirklich Spaß macht und das wirklich gut durchdacht ist.

Eine mögliche Schwachstelle ist die bereits erwähnte Quernut (siehe Bild). Als absolut unabhängiger  und kritischer Tester möchte ich hier doch anmerken, dass sich in dieser Nut Speisereste verhaken können, die sich bei einer oberflächlichen Reinigung schlecht entfernen lassen.

Nicht unerwähnt will ich lassen, dass mich die Firma freundlicherweise und ohne jede Verpflichtung eingeladen hat, ihrer Forschungsabteilung einen Besuch abzustatten. Nach einem Mittagessen bei einem 3-Sternekoch (darüber werde ich später berichten) wurde ich direkt in das Herz der Firma Rührkelle geführt: Das Labor. Hier wurde mir eine revolutionäre Neuentwicklung gezeigt, die demnächst auf dem Markt angeboten wird:

Die DosaSpaghetti Mehrzweck-Rührkelle.

Die Firma erlaubte mir, schon vor der Vermarktung des Gerätes ein Foto davon aufzunehmen und es hier zu veröffentlichen. Ich war sprachlos, ein  absolut sensationelles Gerät, das die Küchenarbeit revolutionieren wird. Die DosaSpaghetti Mehrzweck-Rührkelle erlaubt nicht nur das grammgenaue Abmessen von Spaghetti  für 1 – 3 Esser. Nein.nein.nein. Die Mehrzweckrührkelle rührt auch, und wie. Die drei eingebohrten Präzisionslöcher sorgen dafür, dass das Rührgut nicht nur auf der Höhe des Bodentopfes, wie etwa bei herkömmlichen Rührkellen, sondern auch weiter oben im Topf umgewirbelt wird !!! Ferner kann man die Spaghetti mit Hilfe der kunstvoll eingesetzten, gerippten Holzdübel elegant aus dem Salzwasser heben, ohne dass sie abrutschen. Alles High-Tech. Meinen Einwand, ob sich denn die Dübel in kochendem Wasser nicht lösen könnten, konnten die  kompetenten Ingenieure völlig entkräften.  Dieses Gerät lässt keine Wünsche offen.

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High-Tech Mehrzweckrührkelle der Firma Rührkelle

Anmerkung
Wenn die Wirklichkeit ironisch wird, übertreibt sie. Dennoch sind die grellsten der hier gemeldeten Begebnisse und Taten nichts anderes als Zitate.

See you later…

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Brunoise, etwas grob

Beim Besuch eines Kleinstädtchens (nein, es war nicht Zürich) habe ich mir im ortsansässigen Haushaltswarengeschäft (so etwas gibt es in grösseren Stadten nicht mehr) einen Chopper gekauft. In Edelstahl. Marke Alligator (siehe Titel). Nicht das chinesische Plastikzeug, das sonst auf Messen angeboten wird.

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Schwedenstahl

Bislang habe ich alle feinen Gemüsewürfelchen (Brunoise), Zwiebeln etc. von Hand feinst geschnitten. Langsam zwar, aber ich kanns. Nun ist es aber so, dass man im Alter zittriger wird und Würfelchen produziert, die sich in der Grösse um Millimeter von andern unterscheiden. Ausschuss. Das ertrage ich nicht. Da dachte ich mir,  dass ein solcher Chopper doch etwas für meine alten Tage wäre. Nun schneit es bei uns Lauch, Karotten und Zwiebel in feinen Würfelchen vom Himmel, alle exakt gleich gross. Frau L. hat sogar Mandarinen damit choppen wollen. Keine Ahnung, für was sie dieselben vorgesehen hatte. Die gingen aber nicht, die fasrigen Häutchen hatten was dagegen, der Rest war Saft.

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im Auffangbehälter

Zwiebeln gehen sehr gut. Harte Gemüse wie Karotten auch, sofern man nicht zuviel aufs Mal durchlässt. Lauch ist zäh, da gehen nur etwa 3 Schichten aufs Mal.  Das alte Problem dieser Geräte: man muss sie mit Schwung und Kraft bedienen.  Nichts für zarte Frauenhände. Auch wenn ich die umständliche Reinigung des 6-teiligen Grundgerätes mit einbeziehe, bin ich damit für meine Seniorenbrunoise immer noch etwas schneller, als nur mit dem Messer. Für ein fundiertes Urteil ist es noch zu früh. Ich habe vor Jahren schon mal ein ähnliches Gerät aus Plastik entsorgt.

Nicht mein Stil, aber ich fand keine in Opern auftretenden Alligatoren:

Messer schärfen

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Seit Jahrzehnten steht in meiner Küche ein Messerblock mit ein paar altgedienten, ordentlichen Messern aus Solinger Produktion samt zugehörigem Wetzstahl. Messertechnisch unbedarft, besitze ich keine japanischen Kochmesser und ich werde mir auch künftig keine beschaffen. Wenn ich schon nur die soliden Griffe meiner Solinger mit den wackligen Holzgriffen einiger japanischer Messer vergleiche, sehe ich keinen Änderungsbedarf.

Nun hat mich doch der Teufel geritten, angeregt durch Claudio und Houdini, wenigstens einen teuren (selbstbezahlten), zweiseitigen #1000/#2000 Abziehstein mit Japanischen Hieroglyphen obendrauf im Fachgeschäft zu erstehen, um die segensreiche Wirkung des professionellen Messerschärfens zu testen. Und das an meinen ordinären Küchenmessern. Die Anleitung habe ich von hier:

Das Resultat: nach 2 maliger Anwendung bestehen die schweren meiner Küchenmesser den Weiche-Tomaten-Test, säbeln Einzahlungsscheine mit sauberem Schnitt entzwei. Was will ich noch mehr ?

Anleitung zum Schleifen für mich:
(1) Abziehstein ca. 10 Minuten in Wasser einlegen. Auch während des Schärfens den Stein laufend mit Wasser benetzen.
(2) Stein auf rutschfeste Unterlage legen..
(3) Erst die gröbere Seite benutzen. Die Klinge in beiden Richtungen mit einem konstanten Winkel von ca. 15°C und leichtem Druck über den gesamten Stein ziehen. Von der Klingenspitze über die Klingenmitte bis zum Klingenende. Dasselbe auf der andern Klingenseite widerholen.
(4) Dasselbe widerholen mit der feineren Seite des Steins.
(5) Zum Schluss die Klinge mit je 2 Zügen schräg gegen die Schneide auf sich zu ziehen. Das entfernt den gebildeten Grat und das Messer ist nun scharf.
(6) Messer und Abziehstein in Wasser waschen.

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Mini-Pizza aus dem PC

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Für Computerfreunde (sind wir ja alle) gibt es seit einiger Zeit den PC-Mini-Backofen. Das Gerät passt in einen leeren Laufwerkschacht des PC. Inbegriffen ist das als Schaufel ausgebildete, kleine Ofenblech sowie ein Kochbuch mit leckeren (hier ist dieses Wort für einmal berechtigt) Rezepten für Kuchen, Pizzen, Plätzchen, sogar Soufflées. Die Backtemparatur wird in der Windows-Taskleiste angezeigt. Die Kuchen oder Pizzen haben die Grösse einer CD. Der Ofen kann auch zum aufwärmen (flacher) Speisen benutzt werden und besitzt eine eigene Kühlung.

Endlich hat die Hin- und Herrennerei der foodblogger zwischen Küche und PC ein Ende. Mit der linken Hand tippen wir das Rezept, mit der rechten Hand wird gebacken. Wohl bekomms. Die Zukunft kann beginnen.

zu beziehen bei thinkgeek

Der ultimative Käsehobel

Käsehobel 0_2009 08 22_2177-tile

Schweizerischer Ingenieurskunst ist dieser Käsehobel zu verdanken. Nahezu 2 Meter hoch, 2.5 Meter lang. Von einem handgetriebenen Antriebsrad wird die Kraft über verschiedene gedrechselte Zahnräder zunächst auf ein Schwungrad übertragen, dieses selbst transformiert seinen Schwung in eine lineare Horizontalbewegung. Durch ein grammgenau austariertes Gewicht wird ein Stück schweizerischen Alpkäses (Adelbodner Bergkäse) beschwert und auf der horizontalen Fläche über eine messerscharfe Klinge aus Stahl gezogen. Der millimeterdünn geschnittene Hobelkäse fällt direkt in eine unter dem Apparat angebrachte Holzschublade. Wo stelle ich ihn bloss hin ?

Käsehobel 1_2009 08 22_2180-tile

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Kraftprotz

Kartoffelpresse 0_2009 05 20_0233
So sieht eine Kartoffelpresse aus, wenn man(n) versucht, die Kartoffeln durch alle drei aufeinanderliegenden Einsätze gleichzeitig zu drücken. Die beiden Arme, an denen der Stempel am Hebel befestigt ist, sind total verbogen, die Stempelplatte schief. Altmetall.

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Muskatreibe Made in Württemberg

Muskatreibe

Verflucht sei der Tag, an dem ich meine alte, angerostete, weissblecherne Muskatreibe, ja die mit dem Klappdeckelbehälter für die Nuss, dem Mülleimer übergeben habe. Seither hängt an der Gerätestange, an der solche Utensilien zu hängen pflegen, eine Muskatreibe in edelstem Design, aus Chromstahl, wie bei einer Metallwarenfabrik nicht anders zu erwarten.

D.h sie sollte hängen, tut sie aber nur selten. Das Ding hängt im Aufhängehaken der gleichen Firma schief, weil ein 4 cm breiter, gerader Bügel keine lotrechte Aufhängung erlaubt. Und wenn die Reibe schief hängt, fallen die Teile: Nuss, Multifunktions-Nuss-Knoblauch-Reibe-Halter und -behälter sowie der zugehörige Deckel scheppernd erst auf den Arbeitstisch, danach kollern und kugeln sie über den Tisch hin und sofort unter denselben.  Mindestens 10 mal am Tag liege ich bäuchlings unter dem Küchentisch auf der Suche nach Bestandteilen diese Reibe. Schämt Euch, Ihr Metallwarenhersteller aus Stuttgart, solch unbrauchbaren Schrott zu produzieren. In meiner Verblendung von schickem Design habe ich sie vor einem Monat gegen Barzahlung erworben. Das ist Strafe genug.

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Ausdrucken von Blogartikeln

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Wer hat nicht schon versucht, im Internet eine Kochseite auszudrucken ? Der print-button des Browsers liefert seitenlange Ausdrucke mit Reklamen, Event-logos, Wetterlageberichten, Blogrolls und ähnlichem Druckschrott. Intelligente Programmierer haben eine Druckoptimierung längst in ihre Blogs miteingebaut zB. Huettenhilfe oder Koch-Banausen. Nicht selbst hostende Habenichtse wie lamiacucina können mit Buttons wie “Seite ausdrucken” oder “druckoptimierte Version” nicht aufwarten. Inzwischen gibt es im Netz jedoch ganz nützliche Softwaretools, mit denen sich der Leser Ausschnitte der gewünschten Inhalte aufbereiten kann. Das Resultat sind Seiten ohne störende Werbung, Seitenleisten oder andern unerwünschten Informationen. Vielleicht benutzen das ja alle Leser längst, und ich bin der letzte der das gemerkt hat, was mich nicht wundern würde.

Ich selbst benutze ein Gratisprogramm von Hewlett-Packard, HP Smartprint (für Vista und XP) das sich im Browser Explorer als Erweiterung installiert. Damit kann man mit dem Cursor die gewünschten Inhalte hervorheben und danach ausdrucken. Wenn ein Artikel über mehrere Seiten geht, muss man die  Seitenumbrüche selbt festlegen.

Wer keine Programme installieren will, kann sich bei printwhatyoulike den Ausdruck auch online aufbereiten, einfach webadresse des Artikels eingeben und die gewünschte Selektion vornehmen.

Mit meinem tool drucke ich nun alles aus, was mich interessiert, funktioniert ja mit allen Internetseiten, hefte es in Plastikmäppchen ein. Wenn ich was kochen will, habe ich das Rezept in der Küche verfügbar, geschützt von Bratensaft und Olivenöl. Und die Kochrezepteordner L  (es sind schon drei) machen sich zwischen Goethe und Schiller sehr schick :-)

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Der Lack ist ab

der Lack ist ab
Alessi: der Lack ist ab

Nach dem Börsencrash ist da und dort der Lack ab. Auch bei unserem teuren Alessi-Teemilchkännchen. Frau L. mag das Kännchen, weil damit die Milch “nicht anziehe”. Und ich dachte der Schriftzug sei eingebrannt. Ein billiger Plasticaufkleber. Symptomatisch für den heutigen Zeitgeist.

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Liebeserklärung an einen Toaster

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Da steht er, mein Retro-Toaster. Lieblingstoaster. Ich besitze ihn gleich doppelt. Eine modernisierte Replika eines alten Modells aus Zeiten, in denen Toaster nichts anderes konnten als… toasten. Keine Digitalanzeige, keine Uhr, kein Bräunungssensor, kein BigBen-Gebammel, kein automatischer Wender, kein Auswurf.
Stattdessen:
Das Elektrokabel mit einem Textilschlauch überzogen. Ein Drucktaster, eine rot leuchtende “Ein”-leuchte, was nicht ganz einleuchtet, da hier rot “go” und nicht “stop” bedeutet, sowie zwei Toasterklappen mit Schlitzen, durch die man mit Hilfe einer Gabel das örtliche Elektrizititätswerk lahmlegen und den Notarzt in Aufregung bringen kann. Das wars.
Das Toasten ist Handarbeit. Toastscheiben einklemmen, warten, Geruch prüfen, sobald Röstduft aufsteigt ein prüfender Kontrollblick bei geöffneter Klappe. Auf-zu, auf-zu, auf-zu bis der gewünschte Bräunungsgrad erreicht ist. Die Toastscheibe rechtzeitig wenden. Richtig gemacht geht das sogar häufig ohne verbrannte Finger. Vor dem Genuss des Toastes die Kohle, falls sich welche gebildet haben sollte, oberflächlich abkratzen, weil gesünder. Nach dem Gebrauch einfach ausblasen und die danach auf dem Teppich liegenden Brösel mit dem Staubsauger wieder einsaugen.
Ich liebe ihn  und habe alle meine bisherigen Modelle (Braun, Koenig etc) längst dem Elektroschrott übergeben. Verarbeitung sehr solide, viel Metall, Chromstahl, Schrauben, made in China.
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Dem Vernehmen nach will entegutallesgut einen noch schöneren Toaster besitzen. Ferrarirot. Wann fährt er denn vor und mit wieviel PS ?