Archiv der Kategorie: KüchenKrempel

Liebeserklärung an einen Toaster

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Da steht er, mein Retro-Toaster. Lieblingstoaster. Ich besitze ihn gleich doppelt. Eine modernisierte Replika eines alten Modells aus Zeiten, in denen Toaster nichts anderes konnten als… toasten. Keine Digitalanzeige, keine Uhr, kein Bräunungssensor, kein BigBen-Gebammel, kein automatischer Wender, kein Auswurf.
Stattdessen:
Das Elektrokabel mit einem Textilschlauch überzogen. Ein Drucktaster, eine rot leuchtende “Ein”-leuchte, was nicht ganz einleuchtet, da hier rot “go” und nicht “stop” bedeutet, sowie zwei Toasterklappen mit Schlitzen, durch die man mit Hilfe einer Gabel das örtliche Elektrizititätswerk lahmlegen und den Notarzt in Aufregung bringen kann. Das wars.
Das Toasten ist Handarbeit. Toastscheiben einklemmen, warten, Geruch prüfen, sobald Röstduft aufsteigt ein prüfender Kontrollblick bei geöffneter Klappe. Auf-zu, auf-zu, auf-zu bis der gewünschte Bräunungsgrad erreicht ist. Die Toastscheibe rechtzeitig wenden. Richtig gemacht geht das sogar häufig ohne verbrannte Finger. Vor dem Genuss des Toastes die Kohle, falls sich welche gebildet haben sollte, oberflächlich abkratzen, weil gesünder. Nach dem Gebrauch einfach ausblasen und die danach auf dem Teppich liegenden Brösel mit dem Staubsauger wieder einsaugen.
Ich liebe ihn  und habe alle meine bisherigen Modelle (Braun, Koenig etc) längst dem Elektroschrott übergeben. Verarbeitung sehr solide, viel Metall, Chromstahl, Schrauben, made in China.
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Dem Vernehmen nach will entegutallesgut einen noch schöneren Toaster besitzen. Ferrarirot. Wann fährt er denn vor und mit wieviel PS ?

Zitruspresse. Leiden für und mit der.

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Hedonistin. Verunsicherte Besitzerin der besten Zitruspresse die es je gab und noch gibt, wünscht sich Erfahrungsberichte als Entscheidungshilfe für eine Neuanschaffung.

Mein Küchenärger stammt aus dem Hause wmf. Unbrauchbar. Für was die zwei kleineren der drei babuschkamässig zusammengesteckten, austauschbaren Presskegel gut sein sollen, ist mir nicht klar. Für Orangen und Zitronen braucht man den grössten, der aber für Grapefruits bereits zu klein ist. Wenn man nicht in vertikaler Richtung drückt, und kräftig drücken muss man, hängen die kurzen Nocken gerne aus. Anschliessend die Presskegel im Fruchtbrei wieder in die richtigen Nockenschlitze zu stecken ist pures Vergnügen.

Wenn der grosse Presskegel aufgesteckt ist, dann hats für das abgeriebene Fruchtsaft-fleisch-gemenge kaum Platz, die wenigen Löcher lassen den Saft kaum durch, der Brei überläuft. Kurz: Ebensowenig tauglich wie die von Hedonistin erwähnten andern 98 Pressen. Für die € 44,95 schimmert wenigstens der Cromargan Stahl edel vom Gestell.

Zeigt her Eure Eisportionierer…

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Jutta von Schnuppschnuess zeigt in ihrem köstlichen Beitrag ihre Eisportionierer. Hier ist meiner. Aus purem Gold echt vergoldet, von Eismann, vermutlich jener aus dem verfilmten Roman The Eisman always rings twice. Zwar fehlt die Goldpunze, doch ist die Signatur des Designers mit Schweizer Wurzeln Luigi Colani eingeprägt. Der Portionierer liegt, wen wunderts bei Colani, leicht in der Hand. Mit einer ziehenden Bewegung wird die Kugel schön rund und immer grösser, wie bei einem Schneemann. Auch geeignet für steinundbein gefrorene Eiscremes. Das Loch am Stielende ist wohl zum Umhängen als Schmuckstück für die Dame des Hauses gedacht. Ist ja aus purem Gold. Ein Geschenk einer Freundin des Eismanns.

Mini-Lotte, die nicht flotte

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Gesehen, jööö wie niedlich, gekauft und nach einem Dutzend vergeblicher Versuche in den Estrich verbannt. Die Miniaturausgabe der Flotten Lotte. Von Küchenprofi. Gedacht, um nur so schnell mal eine Kleinstmenge Püree durchzudrehen. Das lässt Mini-Lotte aber mitnichten zu, sie sperrt sich, lässt das Kartöffelchen Karrussel fahren, da nützt alles Drehen nichts. Der Prototyp eines untauglichen Kücheninstrumentes. Liebe Ingenieure von Küchenprofi: schaut Euch mal die Löcher bei einer Flotten Lotte (CH: passe-vite), danach die Löcher bei Eurem Küchenwunder an, dann merkt ihr, warum das Ding nicht funktioniert. Fällt mir ein: eine einzelne Erdbeere zu zerdrücken, hab ich mit ihr noch nicht probiert. Nein, ich hol sie nicht wieder zurück, das kann ich auch mit einer Gabel.

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Wunsch ans Christkind

Weihnachtswunsch
Ach dieser gut 60 Jahre alte, schöne, gute, gute, gute, schweremaillierte Backofenherd der längst im schwedischen Weltkonzern untergegangenen Schweizer Firma. Darin haben unsere Mütter (und das junge “Fräulein L.”) noch gebacken. Zwei Schalter, unabhängig voneinander regulierbare Unter- und Oberhitze, Stufen 1-4. Thats it. Keine Temperaturanzeige, keine Programmierung, keine Zeitschaltuhr, kein Thermostat, kein Sichtfenster, kein sonstiger Schnickschnack. Mit etwas Erfahrung konnte man für jedes Backgut einen idealen Temperaturgradienten im Ofen herzaubern.

Etwas das mit meinem neuen, superteuren Backofen einer heute führenden Schweizer Firma nicht mehr möglich ist. Hier herrschen die Thermostaten. Und die machen was sie wollen, nicht was ich will. Unter- und Oberhitze getrennt regulierbar ? Gibt es nicht. Denn die von der Firma gesponsorte, Schweizer ex-Tennisdame kann ja nicht kochen, die braucht sowas nicht. Der schöne, alte Herd steht im aktuellen Guckfenster des Puppenhausmuseums Basel. Wir hätten gern unsern alten Herd wieder, liebes Christkind. Und sonst halt den hier. Vielleicht hat dieser getrennte Unter- und Oberhitze.

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Der vergessene Kochapparat

Kochapparat

Beim Leeräumen des Kellers anlässlich des letzten Hochwassers sind sie mir wieder unter die Hände gekommen: die Ein-Mann-Kochapparate der Schweizer Armee. Vor Jahrzehnten hab ich mal ein paar davon gehortet, in Erwartung des finalen Atom-schlages der bösen Roten, wer war das doch noch ? Gegen die braven Blauen, wer war das denn ? Ich mochte sie nach dem Ende des kalten Kriegs nicht wegwerfen. Für allfällige Stromausfälle oder als Feuerstelle für Wanderungen. Man kann damit immerhin einen halben Liter Wasser zum Sieden bringen für Schwarztee, unser Lebenselixier (neben andern Elixieren). Und so einfach zu bedienen: Weiterlesen

Tomatenschälen

TomatenschälerEs gibt sie noch, die unscheinbaren, witzigen Küchenhelfer. Eine Art Sparschäler, mit dem man locker Tomaten schälen kann. Ohne sie erst überbrühen zu müssen. Oder Paprika/Peperoni. Keine Inbetriebnahme eines Flammenwerfers nötig (wie bei Lea Linster). Kein Backen im Ofen und Befeuchten mit nassen Handtüchern (wie bei Johann Lafer). Keine Brandblasen an den eigenen Händen mehr (wie bei mir). Zudem ein Sparschäler, der wirklicht spart, obschon er nicht von der Firma SPAR, sondern von Betty Bossi vertrieben wird. Dort ist er zu haben, d.h. war zu haben. Er ist ausverkauft, d.h. im neuen, völlig überflüssigen Männerkochheft bossi ist er wieder zu haben. Komme da einer draus bei dieser umtriebigen Dame.

Ernsthaft: Funktioniert bei Früchten mit glatter, fester Oberfläche. Bei heftigen Ein- und Ausbuchtungen, wie etwa Ochsenherztomaten, wirds schwierig. Peperonis kann man je nach Verwendung noch überlisten, indem man sie entlang der Rundungen in Schnitze schneidet, so dass man mit dem Schäler rankommt.

Verwandtes Posting unter Küchenkrempel:
Gemüsespaghetti nach Leonardo da Vinci

Kaffee aus dem Dampfautoklavenee

coffe-maker-espresso.jpgEin technisches Wunderwerk von Kaffeemaschine. Der link zur Firma Bacchi Design führt zu einem Video, in welchem gedreht, demontiert, befeuchtet, gefüllt, alles wieder zusammengesetzt, verschraubt, erhitzt und autoklaviert wird, bis der Dampf endlich mit Getöse durch den Kaffee strömt. Da soll mir einer mit den lächerlichen Kapselautomaten daherkommen. Für das Verständnis der Operating Instruction ist ein Ingenieursstudium Voraussetzung. Schade, dass die Dampfmaschine nur mit Gas betrieben werden kann. Ich bin untröstlich, weil ich eine Elektroküche habe.

Cuocisfoglia, der Lasagnekocher

Cuocisfoglia LasagnekocherLasagneblätter werden bei uns blanchiert. Wer aber hat sich nicht schon beim Lasagne-Vorkochen die Finger verbrüht ? Mit der Schöpfkelle die heissen glibberigen Blätter aus dem kochenden Wasser holen, Blätter die partout nicht rauswollen ? Abhilfe gibts in Italien mit dem cuocisfoglia. Ein Gerät aus gelochten Metallplatten, die übereinander zu einer Kassette aufgebaut werden. Auf jede Metallplatte kommt ein Lasagneblatt zu liegen. Ein Geniestreich der italienischen Küchenmaschinenindustrie. Platten zusammenstecken und ab ins Wasser. Dass man sich an den heissen Platten die Finger auch verbrennen kann und die Lasagneblätter beim Herausheben des Geräts aus dem Wasser einen unglaublichen Drang zum wegflutschen entwickeln, ist ja nebensächlich. Gekauft im Warenhaus Rinascente in Mailand.

Aufschnittmaschine van Berkel

berkelr.jpgUnverschämt von mir, ein solches Wunderwerk von Maschine unter dem tag Küchenkrempel laufen zu lassen. Da kommen Erinnerungen hoch an alte Metzgereien, aufgehängte Kalbs-, Rinder- und Schweinehälften und die Berkelmaschinen, auf denen mit Hilfe eines Schwungrades sorgsam Scheibe um Scheibe der Mortadella abgeschnitten, gewendet und hingelegt wurde. In der Nähe von Parma gibt es die Firma La bottega del restauro, die sich auf die Restauration alter Aufschnittmaschinen der Marke Berkel spezialisiert hat. Für bescheidene € 21’000 gibts hier das Modell R, den Rolls-Royce der Aufschnittmaschinen, produziert zwischen 1912 und 1918, zu kaufen (Angebot siehe Katalog dieser website). Hätte ich Platz und das nötige Kleingeld, ich würde nicht zögern. Den dazu notwendigen Schinken würde ich schon beisteuern. Selbst mit dem Tischmodell, wie es in der Küche von Neuner-Duttenhofers steht, wäre ich zufrieden. Wie nüchtern doch die heutigen Maschinen von Berkel geworden sind.

Gemüsespaghetti nach Leonardo da Vinci

SpiralschneiderIn meinem Estrich lagert ein Gerät zur Erzeugung von Gemüse-Spaghetti aus dem Hause Lurch. Ein wahrer Tiefpunkt deutscher Ingenieurskunst und ein Design-Monstrum dazu. Umständliche Hand-habung. Ein Kern von ca. 1 cm Durchmesser wird überhaupt nicht geschnitten, kleine Gemüsestücke lassen mehr als 50% Abfall entstehen. Auf der Homepage von Lurch erscheint der Spirali nicht mehr. Die Firma schämt sich vermutlich ihres Produktes. Und das zu Recht.

Clevere Schweizer(?) Ingenieure haben sich indes ebenfalls in die Erzeugung von Gemüsespaghettis und -locken vertieft und sind, gemusetwister.jpg vermutlich bei Benjamin Brittens Oper “The Turn of the Screw”, auf eine Lösung gestossen, den Gemüse-Twister. Vielleicht stammt die Idee auch von Leonardo da Vinci oder gar Archimedes (der mit der Schraube). Weiterlesen