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Remake: Katzenseichersorbet

Traubensorbet 0_2012 10 07_7764

Die Uva Americana ist eine amerikanische Rebsorte, die im 19. Jahrhundert u.a. in Norditalien und im Tessin Fuss fasste. Als Hybridsorte ist sie gegen eine Reihe von Krankheiten, u.a. die Reblaus, resistent. In den USA heisst sie auch Clinton, im Veneto Fragolino. Hier habe ich schon darüber berichtet.

Als Tafeltraube besitzt sie einen markanten, äußerst würzigen Geruch und Geschmack, der an Waldbeeren erinnert. Daraus hergestellte Weine weisen einen sogenannten Foxton auf, ein fremdartiger Geschmack, der Weinkenner an nasses Fuchsfell, oder drastischer gesagt, an Katzenpisse erinnern soll. Als Weinliebhaber, was nicht dasselbe ist wie ein Weinkenner, pflege ich weder um Fuchsbauten herumzuschleichen noch an flüssigen Hinterlassenschaften von Katzen zu riechen. Ein einfacher Wein, der durch seine Aromafülle überrascht. Entweder gefällt er, oder er gefällt nicht. Wer in den USA einmal ein Glas Lake Niagara, im Tessin einen Boccalino Rosso di Uva Americana, oder in Italien einen Fragolino (gibts auch als frizzante) getrunken hat, weiss, was ich meine.

Jeden Herbst mache ich aus den Tafeltrauben, die von Ende August bis Ende Oktober im Handel sind, mein liebstes Sorbet. Ein Sorbet, das auch nach Lagerung im Tiefkühler cremig bleibt, als ob es frisch aus dem Pacojet gedreht worden wäre.

Zutaten
1 kg Uva Americana Trauben
(gibt 5 dl Pressaft)
100 g Puderzucker oder Kristallzucker
40 g Invertzuckersirup
40 ml Zitronensaft

Zubereitung
(1) Trauben abbeeren, waschen, abtropfen lassen, dann durch ein passe-vite (Flotte Lotte) drehen. Diesmal habe ich den Saft nochmals mit dem Rückstand (Häute, Kerne) gemischt, und ihn 1 Stunde stehen gelassen, damit die Farbe besser extrahiert.
(2) Die Mischung erst durch ein grobes Sieb, dann durch ein feines Sieb giessen, mit den übrigen Zutaten mischen und mit einem Rührgerät rühren bis aller Zucker gelöst ist.
(3) Über Nacht in den Kühlschrank stellen. Dann in die Eismaschine geben und zu Eis drehen.

Wer keinen Invertzucker hat, kann diesen auch durch normalen Zucker ersetzen, das Sorbet wird dann etwas fester, bleibt nach tiefgefrieren aber noch weich entnehmbar.

Gratin di Frutta Lucca

Gratin di frutta frisch
Lucca, eine mittelgrosse Stadt in der Toskana. Auf der Durchreise haben wir hier vor ein paar Jahren gerastet. Puccini ist hier geboren. Grund genug anzuhalten. Die sehenswerte Stadt ist rundum umgeben von einer gut erhaltenen Wehrmauer, die an nur 4 Stellen durchbrochen ist. Einmal drin, lässt sich alles bequem zu Fuss besichtigen. Gegessen haben wir im Ristorante Buca di Sant’Antonio. Ich kann mich heute nur noch an das Dessert erinnern. Davon waren wir so begeistert, dass wir das Gericht gleich zweimal nacheinander gegessen haben. Und das von uns, die wir sonst eher sauren Gurken zugetan sind. Zuhause aus dem Gedächtnis nachgekocht von Frau L. und seither unser liebstes Winterdessert. zum Rezept Continue reading Gratin di Frutta Lucca

Sorbetto di uva americana

Sorbetto di uva americana
Meine Taktik ist aufgegangen. 3 kg uve americane eingekauft. Frau L. kapituliert mangels Platz im Eiskasten. Und ich mache aus 1 kg Trauben ein Sorbet. Die Rezeptidee stammt von Philippe Rochat aus dem Buch “La cuisine sublime”, AT-Verlag. Dieser macht das Sorbet aber mit Muscat Trauben und verwendet 3mal mehr Zucker als ich. Wir habens lieber herber, drum hab ich das Rezept ignoriert. zum Rezept Continue reading Sorbetto di uva americana

Uva Americana

Uva Americana
Diese Americana-Trauben hätten zu einem würzigen Sorbet verarbeitet werden sollen. Aber wie jedes Jahr…, kaum sind welche im Haus, sind sie auch schon weggegessen. Ich brauche mich nicht zu bemühen, den Eismaschinenbehälter im Tiefgefrierer zu versorgen: sinnlos. Es sind wunderbar aromatische Tafeltrauben. Die Aroma-Bezeichnungen fragolino (Erdbeer), framboisier (Himbeere), Cassis (schwarze Johannisbeere, aber auch foxy (Fuchston, nach nassem Fuchsfell), Wanzengeschmack, Katzenseicher und Tessineraroma geben von der unterschiedlichen Geschmacks-rezeption einen Eindruck. Man mag sie… oder dann eben nicht. Wir mögen sie. Continue reading Uva Americana