Baum, Bär, Biber, Brezeln

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Baum !

Schöner Baum.

Lang erfreute uns

der Schatten Deiner Krone.

Botest Vögeln Schirm und Schutz,

Aussicht auf unsern Küchensims

mit feinen Leckereien.

Zu Ende.

Baum !

Baum 1_2012 07 04_5954

Wir sind traurig. Der Nachbarsbaum musste weichen. Das historische Mauerwerk des Hauses vertrug sich nicht mit seinen Wurzeln. Genau wie sich Bären und Biber nicht mit unserem Lebensraum vertragen. Der Schwächere muss weichen. Eines Tages wird auch die Menschheit einem Stärkeren weichen müssen; wird auch die Menschheit von diesem Planeten wieder entfernt werden. Wenn sie sich nicht vorher schon selber beseitigt.

Baum 2_2012 07 14_6153

Traueressen: Bruch-Salzbrezeln aus dem Fabrikladen der Brezelfabrik in Murten. Solange es noch Brezeln gibt, stirbt die Hoffnung nicht. Dumm, dass wir alle aufgegessen haben.

Baum 3_2012 07 14_6152

24 thoughts on “Baum, Bär, Biber, Brezeln”

  1. Oh, wie schade! Allein die Athmosphäre eines Baumes ist so wohltuend. Und man bekommt die Jahreszeit mit Blick auf die Krone immer mit.

    Kapitalismus und Materialismus kennen einzig Ausbeutung. Und es bleibt lediglich die Weisheit der Indianer: Erst wenn der letzte Baum gefällt…

  2. Schade. Genauso vermisse ich noch heute einen prächtigen, für das Gärtchen recht großen Apfelbaum, der mich beim Blick aus dem Arbeitszimmer erfreut hatte. Ein Wochenende lang sägte der neue Hausbesitzer den Baum bis auf den Stumpf klein, dann legte er einen Grillplatz an. Glück im Unglück: keiner hat ihn je genutzt.

  3. Welch ein Jammer! Das war doch wohl der Bauml, der immer so schön blühte. Gleich beim Anblicken des ersten Bildes dachte ich , dass jetzt wohl was schlimmes kommt. Aber ein Trost wenigstens, dass es noch Brezeln gibt, obwohl Ihr alle schon weggegessen habt.

  4. Eifach schad, i verstand di zue guet !

    Au mir hän vor Kurzem unseri uuralti Pappele vor em Huus, wil teilwiis inne morsch, miesse umtue lo.Si isch e Gfohr fir d‘ Tramleitige, etc. gsi …
    Jetzt hän mr kurzum e grosse Fliider an dr gliiche Stell anepflanzt. Natyrlig lang nit eso hoch, aber bluemig und wohlduftend. Das losst vergässe.
    Als Liichemöhli het’s kei trogge Salzgebägg gää – aber gnueg Wysse. 😉

  5. Da vergehen einer die lustigen Bemerkungen. Wie bitter! Wir haben vor Jahren einmal einen neuen pflanzen lassen (nicht mal das darf man einfach selber), nachdem uns ein ganz gesunder Baum vor der Nase weg gefällt wurde – bei Bauarbeiten beschädigt. Trost für verlorenes Grün bringt nur das neue Grün…
    Viele Sonntagsgrüße von Poliander

  6. Oh je….da blutet einem das Herz! Daß die Aussicht trotzdem noch sehr schön und heimelig ist, ist da kein Trost, oder!?😦

  7. Ich kann die Trauer nachvollziehen. Letztes Jahr wurde der Apfelbaum im Hof gefällt, dabei sollten ursprünglich nur die Wassertriebe beseitigt werden. Ich konnte gerade noch die letzten Äpfel dieser alten Sorte retten und einen Apfelstrudel backen.
    Ich hab mich immer noch nicht daran gewohnt, dass statt der Zweige und Blätter nur das Dach gegenüber zu sehen ist.

  8. Ochherrjee… das schmerzt! Da trösten auch Salzbrezeln und Küchenkräuter auf der Fensterbank nicht über den Verlust hinweg.😦

  9. Da kann man mal sehen, welche Kräfte so ein Baum entwickeln kann. Er hebt Häuser an oder überwuchert sie. Nur mit schwerer Technik kann man ihm zu Leibe rücken.
    Gestern hab ich mich auch in meinem Betrag mit dem Baum als Wunderwerk der Natur befasst. An heißen Sommertagen, wie sie grade hinter uns liegen, suche ich gern Orte auf, die große alte Bäume mit weit ausladenden Baumkronen haben. Die natürlichste Klimaanlage für mich.

    Die Umweltschutzbehörde macht in der Regel Auflagen um den entfernten Baum zu ersetzen. In der Regel muss am an andere Stelle wieder einen neuen Baum pflanzen.

  10. Lieber Robert, mein Mitgefühl. Ich kann den Schmerz und die Bitterkeit in dir nachvollziehen. Obwohl meine Nachbarschaft noch immer sehr grün ist, musste in den letzten Jahren der eine oder andere Baum weichen, und bei jedem blutete mir das Herz. Beim einen vermisste ich anschließend die Vögel, die darin wohnten, beim anderen das weithin vernehmbare Rauschen, wenn es windete… Es ist ein Jammer.

  11. Au weia, das tut weh! Wir hatten auch einmal einen wunderschönen Ahron vor dem Balkon unserer Dachgeschoßwohnung – leider auf dem Nachbargrundstück, dessen Besitzer irgendwann mal der Meinung war, er bräuchte den Baum nicht mehr…

    Herzliches Beileid, Sus

  12. @Micha: ich mag dem Nachbarn nicht unterstellen, dass er das aus pekuniären Gründen gemacht hat. Aber wenn man an die Brandrodungen am Amazonas denkt….

    @bee: kaum hat ein Häuslebesitzer sein Haus hochgezogen, muss die Sonne angebetet, und ein Grillplatz angelegt werden. Wie wohltuend Schatten in heissen Sommern ist, wissen die Amerikaner, die im Nordosten ihres Landes leben.

    @Vanessa:
    @Buchfink:
    noch stehen auf 2 Seiten des Hauses 2 alte Bäume.
    Fensterausblick

    @Basler Dybli: zu Salzbretzeli brauchts schon Weissen. Sonst kommt der Elektrolythaushalt in Unordnung.

    @Poliander: auch für diesen Baum wirds Ersatz geben. Leider nicht an derselben Stelle.

    @sammelhamster: die haben wir immer vorrätig.

    @Hanne: für die Vögel bestimmt nicht, die hatten im Baum ihren Ausguck. Mal sehen, was die Raben dazu sagen im Winter, wenn sie wieder futtern kommen.

    @Zizibe: Gerade in Städten wirken die Baumkronen klimatisch enorm ausgleichend. Aber nachdem die Baumscheiben überall zugeteert sind, hat man auch hier angefangen, anstelle der hergebrachten Linden und Kastanien ausgemergelte Trockenkünstler aus dem nahen Osten zu pflanzen.

    @anglogermantranslations: eine Kastanie steht noch, siehe Bild oben.

    @Wilde Henne: ein Trost war, dass es wenigstens nicht (noch) eine Kastanie getroffen hat. Der Japanische Kaiserbaum blühte zwar schön, trieb aber die Blätter sehr spät und verlor sie auch als Erster wieder.

    @flotterblogger: mit den Auflagen ist es auch hier so. Nur haben wir die Neupflanzung dann nicht vor dem Fenster. Vor ein paar Tagen sind wir bei 33°C unter einer alten Kastanie gesessen. Wunderbar kühl !

    @Dirk: der Mensch gewöhnt sich an Vieles. So werden wir uns auch dran gewöhnen müssen. Andern geht es ja viel schlechter.

    @Rosa:
    @Petra/Cascabel:
    die fehlenden Landeplätze werden den Vögeln fehlen, we uns das Krähen der Raben fehlen wird. In der Stadt ist die Vogelvielfalt eben beschränkt. Im Baum sassen Raben, Spatzen, Amseln, Kohl- und Blaumeisen.

    @Sus: Ahörner musste ich in meinem Leben andernorts auch schon umsägen. Weil der Nachbar das unterirdische Eindringen von Wurzelwerk in sein Besitztum beanstandete.

    @tomatenblüte: oh, eine Linde steht auch noch vor unserm Hause. Ich hoffe, das uns die noch lange erhalten bleibt und das niemand auf die Idee kommt, dass Linden „Schatten“ und „Dreck“ verursachen.

  13. Es ist so schade um den Baum! Ich finde, dass alte Bäume eine ganz besondere Würde haben, und in einer eng bebauten (Alt-)Stadt sind sie umso kostbarer.
    Baumscheiben sind ein leidiges Thema. Rundum Asphat, reicht die kleine Fläche nicht aus, um den Baum ausreichend mit Wasser zu versorgen, zumal auch die übriggeblienene Erdfleckchen von irgendwelche Dummköpfen it dem Auto über- und damit festgefahren werden.

    Robert, hatte „Dein“ Ahorn nicht Bestandsschutz gegenüber dem Nachbarn? Hier in D kann der nichts mehr machen, wenn der Baum erstmal eine bestimmte Höhe erreicht hat (ist jeweils Landesgesetz, aber nie viel, ich glaube, um drei Meter).

    1. schön gesagt, alte Bäume strahlen Würde aus. Leider wird das von den Benutzern des Stadtraumes meist rücksichtslos ignoriert.
      Wir haben es vor Jahren vorgezogen, die beanstandeten Jungbäume zu fällen und wegzuziehen statt uns vor Gericht zu streiten.

  14. Das ist aber wirklich schade, aber das kommt vor. Erst gestern wollte ich über einen Marder schreiben, den die Automafia auf offener Straße…

  15. Das tut mir so leid um diesen Baum. Ich erfreue mich auch jeden Morgen an einer alten Kastanie, die in der Nähe meiner Bushaltestelle steht.

  16. @the rufus: …erschossen ? die Mafia wird immer skrupelloser !

    @Rabin: Rosskastanien haben das dichteste Blätterdach. Leider sind sie bei uns gefährdet durch die Kastanienminiermotte.

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