Der Ueberfall. Eine Weihnachtsgeschichte

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Wir sind Opfer eine Ueberfalls geworden. Vor Weihnachten. Ich liege nach den Einkäufen auf dem Samstags-Markt nach 11 Uhr im Bad. Da klingelt es. Frau L. betätigt die Gegensprechanlage. Niemand meldet sich. Weil das hin und wieder passiert, handelt Frau L. wie abgesprochen und betätigt den Türöffner nicht. Wir erwarten niemanden. Antworten nur auf schriftliche Anfrage. Telefon nehmen wir eh nur selten ab. Nach kurzer Zeit klingelts nochmals. Vor der Wohnungstüre ist jemand. Vorsichtig späht Frau L. durch das Guckloch ins Treppenhaus: Schreck ! Zwei fremde, dubiose Männer, dunkle Typen. Wie kommen die überhaupt ins Haus ? So berichtet sie mir atemlos ins Badezimmer. Oh Gott ! Was hat man nicht schon alles über Raubüberfälle gelesen. Noch ist es keine zwei Tage her, dass man anderswo alte Leutchen wie uns in der eigenen Wohnung überfallen hat. Kaltblütig im warmen Bade liegend, gebe ich ihr die heldenhafte Anweisung, keinesfalls zu öffnen und sich ruhig zu verhalten, bis ich den geerbten, rostigen Revolver gesucht und gefunden hätte. Nichts wie raus aus dem Bad, hektisch gesucht und ha ! endlich gefunden. Da klingelt das Telefon. Nicht abnehmen, sonst wissen die Verbrecher, dass wir zuhause sind und lauern uns auf. Schnell die Nummer recherchiert: kein Treffer. Nummer unbekannt. Typisch. Eine Falle, damit wir die Türe öffnen, so machen die das.

Wir einigen uns darauf, vorerst einmal eine viertel Stunde abzuwarten, dann würde ich mit dem Revolver in der Hand das Haus durchsuchen gehen. Gesagt. Getan. Gebibbert. Nachdem das Licht im Treppenhaus 15 Minuten dunkel bleibt, reisse ich blitzartig die Türe auf, ziele mit dem Revolver im Anschlag auf den Türspalt…… oh nein !

ein Paket, zwei Pakete. Linsen aus den Abbruzzen. Eine liebevoll handgemachte Linzertorte. Die Gute. Die Berühmte. Die allseits Begehrte. Alles von Claudio. Anonyme Köche.

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Raubüberfall ? Verbrecher ? Dunkle Typen ? Ich könnte weinen. Oder mich ohrfeigen. Zu spät. Oder mich freuen. Nie zu spät. Aber noch lange tief beschämt. Wenn der Joseph die Weisen aus dem Morgenland (darunter ein Dunkler) mit dem Revolver in der Hand abgewiesen hätte ?

Danke Euch Beiden, Miriam und Claudio !

34 thoughts on “Der Ueberfall. Eine Weihnachtsgeschichte”

  1. Lieber Robert, Du könntest doch, während Du an der Eröffnung Deines Bistrots werkelst, so ganz nebenbei noch ein paar Bücher schreiben😉.
    Ganz liebe Grüße in die Schweiz, fröhliche Weihnachten Euch und einen guten Start ins neue Jahr!

    1. Liebe Susanne, auch von mir die besten Wünsche für schöne Festtage. Das Schreiben überlasse ich lieber denen, die das besser können. Aber in einem Blog kommt man halt ohne Text nicht aus.

  2. Schade, gerne hättest Du Deine verhinderten Gäste begrüßt und bewirtet, aber manchmal wird man selbst Opfer der Fantasie.

    Ich wünsche Dir und Deiner Frau L. frohe Weihnachtstage und einen guten Rutsch in das Jahr 2014, nika

      1. Das versteht sich. Aber der freundliche Kuchenschenker verzeiht diesen phantasiegesteuerten Irrtum bestimmt, zumal er so überzeugend geschildert wird. Dann darf man auch sich selbst verzeihen. Und beim nächsten Mal – dabei notfalls das klatschnasse Handtuch, zum Schwung ausholend, bereithalten – beherzt gemeinsam zur Tür gehen, öffnen, lachen, Kaffee kochen, alles wird gut. Das wünscht von Herzen Poliander

  3. ……..-`☆´-FÜR DICH-`☆´-
    -`☆´- UND D€IN€ LI€B€N-`☆´-
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    -`☆´-Ŧröհlicհe ★
    ★ Щeihnacհten -`☆´-

    -`☆´- Liebe Grüße Kerstin -`☆´-
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  4. Fürchtet Euch nicht! Es sind doch nur ein paar kleine Kalorien und etwas Himbeermarmelade. Ich wünsche Dir und Frau L. ein wunderbares Weihnachtsfest und sende liebe Grüße in die Schweiz!

    1. im Bade liegend, ist der Mensch so verletzlich, das war schon bei Danton nicht anders.Da wir die Weinachtsbäckerei heuer ausgelassen haben, sind solche Kalorien willkommen. Danke für die lieben Grüsse. Ebensolche an den Niederrhein !

  5. Naja, man liest zuviel Zeitung. Claudio wäre nun bei Gott kein Unbekannter mehr, er zeigt sich auf seinen Seiten des öfteren, was bei Bloggern eher selten vorkommt. Das bestätigt nur, dass Frau L. keinen anderen Mann ansieht! Fröhliche Weihnachten euch beiden!

    1. Das wunderte mich am meisten. Sie kennt ihn ja persönlich. Vielleicht liegt der Türspion für ihre kleine Grösse zu hoch. Auf den Zehenspitzen balancierend, sieht die Welt anders aus, als wenn man breitbeinig auf derselben steht. Schöne Festtage für Dich und deine Familie !

  6. Hahahaha……das ist ja mal großartig……und ich dachte sowas passiert sonst nur mir ;-DDDD!!! Aber sicher ist sicher! Frohe Weihnachten und nen vorsichtigen Rutsch (die Knochen!) in 2014! Anne

    1. Hätte Claudio den hohen Kochhut aufgesetzt, wäre er vielleicht erkannt worden. Kleider machen Leute. Nun muss der Arme noch als Kinderschreck herhalten😉 Auch Dir und Familie wünsche ich schöne Festtage.

  7. Lieber Robert, da sieht man mal wieder: „bad decisions make good stories!“. In diesem Sinne bin ich froh, dass wir (und ich meine, wir alle) heil davongekommen sind. Frohes Fest und liebe Grüsse!

    1. die roten Kugeln im Revolver sind aus Plastik. Erst nach dem dritten Schuss wäre gefährliches Blei aus dem Lauf geballert. Habt nochmals vielen Dank und feiert das neu gewonnene Leben !

    1. Nicht immer entspricht das, was wir mit den Sinnesorganen wahrnehmen, der Wirklichkeit. So können kleine Irrtümer schwere Folgen nach sich ziehen. Habt auch schöne Festtage mit einer schönen Torte !

  8. Spannung, Gänsehaut, Furcht… nochmal Spannung – und dann Erleichterung, gemischt mit ein wenig Bedauern für die verpasste Gelegenheit für Euch und Claudio.
    Nochmals wundervolle Feiertage – genauso wie ihr sie euch wünscht, vielleicht im Bade, mit oder ohne Revolver? … und ins Neue Jahr dann mit Linsen und Linzer Torte. Pass weiterhin so gut auf euch auf und dass Dir die roten Platzpatronen nicht ausgehen mögen😉

  9. Lieber Robert,
    du solltest ein Buch schreiben. Wäre das kein Projekt für die nächsten Monate? Ich stelle mich gleich jetzt um ein Exemplar an.

    Schöne Weihnachten und noch ein paar so nette Erlebnisse, die euren Kreislauf in Schwung halten, wünsche ich euch!😉

  10. Zuerst dachte ich, es sei eine Story, in der jegliche Aehnlichkeit mit lebenden Personen rein zufällig ist, aber hoppla, eine wahre Geschichte. Schade um die verpasste Begegnung.
    Krimis passen anscheinend zu Weihnachten, ich lese ausnahmsweise gerade jetzt einen, das ganze Jahr sonst nicht.
    Weiter geruhsame Festtage, ohne vermeintliche Räuber, und au en guete Rotsch.

  11. Schöne Geschichte: Wäre mir – zu neunundneunzig Prozent – genauso gegangen. Das eine Prozent ist lediglich der Unterschied, dass ich keinen geladenen Revolver zu Hause habe – bei mir hätte es ein japanisches Küchenmesser tun müssen😉

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