Nachgekocht: Pasta c’anciova

Pasta c’anciova 2014 02 14_3181

Wieder einmal eine Empfehlung von Alex von foto e fornelli, deren Blog kürzlich den 7. Geburtstag feierte. Ein Teller Pasta aus Sizilien, wahrscheinlich von Emigranten in den kalten Norden exportiert. Einfach und schnell aus wenigen haltbaren oder konservierten Zutaten herzustellen, ein typisches arme Leute Rezept. Ich liebe solche einfachen Gerichte,  mit qualitativ guten Zutaten kann man damit eine erstaunliche Geschmacksharmonie erzeugen.

Zutaten
für 2 Personen

250 g Spaghetti, Bucatini oder ähnliche Formen
4-5 eingelegte Sardellenfilets
1 Knoblauchzehe
300 g passierte Tomaten (Premiumqualität aus Datterini)
1 Elf. strattù (gekauft, mein selbst gemachtes ist zu Ende)
ca. 4 Elf. Olivenöl
10 g Pinienkerne
10 g Rosinen

für die gerösteten Brösel (muddica atturrata):
40 g selbstgemachtes Paniermehl aus Weissbrot
1 Elf. Olivenöl (L.: das Olivenöl guter Sardellen gibt den Bröseln ein besonders feines Aroma)
1 Prise Zucker

L.: 1 Elf. glatte Petersilie, fein gehackt.

Pasta c’anciova 2014 02 14_3185

Zubereitung
(1) Die Sardellenfilets mit dem Olivenöl in einer Pfanne zerdrücken und schmelzen lassen. Die Knoblauchzehe in dünne Scheiben schneiden und mitdünsten, ohne dass sie zu dunkel werden.
(2) Rosinen und Pinienkerne dazugeben und kurz umrühren. Tomatenpassata hinzufügen und bei schwacher Hitze köcheln lassen.
(3) für die gerösteten Brösel das Paniermehl mit wenig Zucker (den Zucker röste ich gleich mit) mischen und in einer beschichteten kleinen Pfanne bei mittlerer Hitze erhitzen, bis es leicht Farbe annimmt. Dabei ständig rühren und aufpassen, dass es nicht anbrennt. Zum Schluss etwas Olivenöl aus der Sardellendose unterrühren.
(4) Die Spaghetti al dente kochen, mit der Sauce vermischen und das geröstete Paniermehl (anstelle von Käse) darüber streuen.

Pasta c’anciova 2014 02 14_3188
Rosinen und Pinienkerne sind wieder einmal zuunterst

Tomatenpassata scheint erst in der Neuzeit in das Rezept geraten zu sein. Ältere Rezeptversionen kommen ohne Tomate aus.

46 thoughts on “Nachgekocht: Pasta c’anciova”

  1. Für einfache, wunderbar schmeckende Pastagerichte bin ich immer zu haben!
    Allein….Rosinen in Pasta ist mir neu, aber doch vorstellbar.
    Ich werde auf alle Fälle testen.

  2. Schön schlonzig – und der Garten wird viel Aufmerksamkeit brauchen (wie jedes Frühjahr) also muß es in der Küche unkompliziert zugehen. Schon bei Alex vorgemerkt nun mit deiner Verstärkung umso mehr…

    1. Wir mögen die selben Dinge😉 Heuer muss ich auch mit geballter Kraft gegen das Unkraut vorgehen. Letztes Jahr liess ich den Garten etwas schlittern. Umso mehr Arbeit gibt es dieses Jahr.

  3. Herrlich!
    Diese Pasta kommt bei uns oft auf den Tisch, vor allem im Sommer in der Ferienküche. Wenige, erstklassige Zutaten reichen aus, frische Kräuter gibts vorm Haus. Unterschiede in unseren „Rezepturen“: Ich nehme auch noch fein gehackte, sanft geschmorte Zwiebeln, dafür keine Tomatensauce und keine Rosinen. Und ich reibe noch sonnengetrocknete Oliven mit der Microplane drüber.

      1. Ich kaufe sonnengetrocknete Oliven von einer meiner Lieblingsinseln Thassos bei meinem Bioladen, dessen Besitzer viele Bio-Produkte aus Griechenland anbietet (unter dem Titel „Griechenland-Rettungsprogramm“). Diese Oliven werden nicht gesalzen, wie die meisten anderen getrockneten Oliven und nur ganz vollreif in der Sonne getrocknet. Dadurch sind sie relativ hart und lassen sich sehr gut auf einer feinen Microplane reiben. Ihr Geschmack ist intensiv, leicht bitter, mit Schokolade- und Tabaknoten. Früher habe ich oft eingelegte Oliven fein gehackt und im Backrohr getrocknet, sehr mühsam. Die getrockneten Oliven sind für mich so ein Vorrat wie kantabrische Sardellen und Olivenöl – immer im Schrank.

  4. @ninivepisces … Auch mal lesen, was andere so schreiben … sieh mal etwas weiter oben, Basler Dybli hat einen Link dort stehen.

    Beides ist sehr sehr gut.

    Viele Grüße

    Judith

  5. Ach, immer diese Sizilianer mit ihren Whybeerli! Ich muss meine Rezepte immer modifizieren und bin heilfroh, dass die in „unserem“ Teil der Insel so gut wie nie vorkommen…ansonsten sehr fein!🙂

    Liebe Grüsse,

    Vanessa

    1. Die Süsse der Rosinen passt ganz hervorragend zum Knoblauch und den Tomaten. Habe die Tomaten im Ofen geschmort.

  6. Hallo Robert,

    Ich nehme die in Salz eingelegten Sardinen und lege sie über 24h in viel Wasser, in den Kühler.

    Die schmecken dann sehr Frisch und Typisch nicht wie die in öl eingelegten mit ihrem sehr „strengen“ Geruch.

    HG aus Lichtensteig

  7. Traumhaft , waren diese Pasta. Ich hatte keine Pinienkerne vorrätig und habe Zedernkerne genommen. Hat super geschmeckt

Die Kommentarfunktion ist geschlossen.