Pfeffrige Linsen-Tartelettes

Pfeffrige Linsentartelettes

Pfeffrige Linsen-Tartelettes

Angedacht waren Fleischtartelettes. Denn ich wollte den salzigen Mürbeteig der Madame Pic ausprobieren. Das Hackfleisch war bereits aufgetaut, als mich eine plötzliche Fleischesunlust befiel. Solche Ereignisse treten -wie auch das Gegenteil-, meist unerwartet auf. Was nun ?
Linsen ! Umbrische Berglinsen in einem Soffritto weichgedünstet nach dem Rezept von Claudio, hier nachgekocht von mir. Derart zubereitete Linsen genügen sich selbst und schmecken so gut, dass sie jedes Fleisch vergessen lassen. Den Kochjus dachte ich einfach etwas konzentrierter zu halten. Tartelettes mögen es nicht schwimmend. Würzung brauchen die Linsen nicht viel, anstelle des normalen Pfeffers verwendete ich den raren, roten Kampotpfeffer.

Anmerkung
Wie erwartet, harmonierte die Linsenfüllung mit dem Pfeffer ausgezeichnet. Dessen Aromen nach reifen, roten Früchten und Dörrtomaten sowie seine angenehme Schärfe passen gut zu den Linsen. Der Teig an sich war sehr mürbe und verarbeitungswillig: das gibt meinen neuen, salzigen Standardmürbeteig.

Danke an das relativ junge start-up Unternehmen Hennes’ Finest, das mir, im Wissen darum, dass ich für Warenmuster meine Seele nicht verkaufe, roten und weissen Kampotpfeffer zum ausprobieren angeboten hat.

Kampotpfeffer ist kein billiger Pfeffer. Die Preise liegen je nach Anbieter für 100 g etwa zwischen 14€ und 24€ (Vergleichsbasis: Nachfüllpackungen). Roter Pfeffer wird als Spätlese aus den vollreifen roten Früchte von Piper nigrum gewonnen. Der erhöhte Zuckeranteil im Fruchtfleisch verleiht dem roten Pfeffer eine süsslich-fruchtige Note. Die Pfeffer-Früchte werden in der Region Kampot (Kambodscha) einzeln von Hand geerntet, sonnengetrocknet und danach handselektiert. Das erklärt den Preis. Beim Trocknen verfärbt sich der rote Pfeffer dunkelbraun, wobei aber das fruchtige Aroma erhalten bleibt.

31 thoughts on “Pfeffrige Linsentartelettes”

  1. mmmh. und was machen wir jetzt, die wir diesen Pfeffer nicht haben, das aber nachbasteln wollen?! Ich würde das nämlich gerne nachbasteln.

    Was machst du mit den übrigen Böden? Einfrieren oder was?

  2. Anfangs beim Lesen dachte ich, nun, ich frage, wie der Pfeffer schmeckt, aber dann. ;-) Ich bin zwar inzwischen mit Neuanschaffungen zurückhaltend geworden, aber den kampot hätte ich gern.
    Übrigens kannst du dir das Blindbacken sparen, wenn du die geformten Tartelettes für die gleiche Zeit einfrierst, dann zieht sich der Teig auch beim Backen überhaupt nicht zusammen.

  3. Für einmal bin ich euch Europäern voraus und in der glücklichen Lage, dass ich Pfeffer, der sich in meinem Garten rankt, in allen Stadien ernten kann – also auch rot wenn ausgereift!

  4. Steter Tropfen höhlt den Stein – ich lese schon seit einiger Zeit immer mal wieder bei dir über Mme Pic und habe mir auch stets dem link folgend, ihren Blog angeschaut. Aber eben musste ich das Buch unbedingt bestellen ;-)

  5. Dein gerädelter Rand hat es mir angetan – und den Mürbteig von Mme Pic habe ich vor kurzem auch ausprobiert. Allerdings anders gefüllt ;)

  6. Ganz was anderes – ich habe bisher Mutti hier in der Schweiz nicht im normalen Supermarkt gesehen (oder habe ich es einfach übersehen?) – wo bekomme ich den denn hier?
    Ich fühle mich immer noch halb behindert, weil ich nicht weiss, wo ich alle Sachen sicher kaufen kann.

  7. Den Pfeffer haben wir Anfang des Jahres aus Kambodscha mitgebracht und ich bin sehr angetan von dessen Geschmack. Ich war skeptisch, ob sich überhaupt ein Unterschied feststellen lässt. Ja, lässt sich, das Tartelettechen werde ich bald einmal nachbasteln.

    1. Ich habe auch noch den weissen Kampot-Pfeffer von Hennes. Der ist so gut, dass man “normalen” weissen Pfeffer am liebsten wegwefen möchte. Dabei ist es doch dieselbe Pflanze.

  8. Oh, diese Linsentörtchen würden mir auch sehr gut schmecken, zur Not auch ohne den schönen Pfeffer, bevor ich mir noch weitere Gewürze anschaffe muss ich zuerst mal anbauen ;-) Liebe Grüße Melanie

  9. Ich liebe ja Linsen. Linsen in allen Variationen, aber diesmal hat mich nicht nur das Rezept, sondern auch der rote Kampot Pfeffer neugierig gemacht. Kontrolliert: Schwarzenbach in Zürich hat ihn nicht. Montag schaue ich beim Loeb vorbei und sonst habe ich ihn bereits im Online Handel gefunden.
    Danke für diese äußerst interessante Anregung.

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