Polpette di cardi

Polpette di cardi

Polpette di cardi

Winterzeit. Kardyzeit. Seit die Kardy in meinem Warenhaus in 500 g Gläsern als Konserve angeboten werden, spare ich mir das rüsten der stachligen Stangen. Auch heuer bin ich offensichtlich wieder der einzige Kunde der vom einkaufsfreudigen Publikum unbeachteten Gläser. In Italien bäckt man aus frischen Kardy u.a. kleine Polpette. Frikadellen, fleischlose Pflanzerl, speziell zum Fest des San Giuseppe, dem italienischen Vatertag (helvetisch: Seppitag). Mit Kardy aus dem Glas ein schnell zubereitetes Gericht.  Das Fleisch dazu liefere ich spätestens bis zum Vatertag, am 19. März ab. Falls wir bis dahin nicht zum Vegetarismus umgestiegen sind.

Kardy-Küchlein


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Zutaten
gibt etwa 10 Polpette, Vollmahlzeit für 2

500 g abgetropfte Kardystücke aus dem Glas (1 Glas). Man kann aber auch frische verwenden und erst in Zitronenwasser gar kochen.
1 Eigelb
50 g Parmesan, fein gerieben
20 g Weissmehl
1-2 Elf. selbstgemachte, getrocknete Brösel aus dunklem Brot
Salz, weisser Pfeffer, Muskatnuss

Brotbrösel zum wälzen der polpette
Olivenöl zum Braten

Zubereitung
(1) Kardystücke auf einem Sieb abtropfen lassen. Dann in feine (5mm) Würfelchen schneiden. Die Würfel in ein Vliestuch einschlagen und die Masse gut auswringen.
(2) In der Küchenmaschine mit den übrigen Zutaten (K-Haken) gut vermengen und würzen. Je nach Restfeuchte der Kardystücke muss evtl. das ganze Ei verwendet oder noch wenig Brösel untermischt werden. Es sollte eine klebrige, aber formbare Masse entstehen.
(3) etwa 40 g schwere Frikadellen formen und diese rundum in reichlich Brotbröseln wälzen. Nach dem einbröseln in einer beschichteten Pfanne in Olivenöl (Boden der Pfanne eben bedeckt) bei mittlerer Hitze langsam beidseitig anbraten (ca. 20-30 Minuten).


Die Pflanzerl sind aussen sehr knusprig, können auch von Hand gegessen werden. Im Kern sind sie gemüsig-weich. Eine schlichte, dennoch köstliche Mahlzeit, wenngleich sich auch das feine Aroma der Kardy etwas hinter dem Parmesan versteckt. „The flavour of cardoon was not lost, it became an accent rather than the focus“, wie Gebildetere zu sagen pflegen. Hier hab ich sie (die Polpette) auf blanchiertem Wirz und Lauch, kurz in Zitronenöl angebraten, serviert.

30 thoughts on “Polpette di cardi”

  1. “The flavour of cardoon was not lost, it became an accent rather than the focus” – Wunderbar ausgedrückt. Das muss ich unbedingt verwenden.

  2. Das ist das welterste Rezept mit Cardon, das mich angelüstet. Hier in der Drôme ist es ja DAS Weihnachtsgemüse – am liebsten in Verbindung mit Knochenmark. Oder Béchamel aus Fleischfond. Aber so als kleine hübsche Bratlinge werde nun auch ich mich mal ans Werk machen… Ein Glas Cardyy steht sogar bereit…

  3. Liebe Genfer haben mir kürzlich 2 grosse Gläser aus Genf mitgebracht. Mal schauen, wie experimentierfreudig ich bin😉
    Denn die Variante mit schwarzem Trüffel ist eben auch grandios!
    Liebe Grüsse aus Zürich,
    Andy

  4. I frog mi, wie sich e paar Schunggespäggwirfeli in dr Filli (natyrlig nur für mi !) mache würde … ?

  5. Also bis zu uns ins Naheland ist der / die / das Kardy / Cardy noch nicht vorgedrungen, habe ich bislang noch nie etwas von gehört geschweige den gesehen. Interessant – und die Küchlein sehen top aus!
    Grüße!
    Kai

  6. ich bin wieder einmal beim überlegen cardy im garten anzubauen
    vor allem seit ich weiss dass es auch eine sorte „italian dwarf“ gibt, zumindest lt „vegetables“ von r. phillips + m. rix
    leider haben die herren keine bezugsquelle für saatgut angegeben

    so zu kaufen gibt es cardy nirgends, weder frisch noch im glas, nicht einmal bei den gemüsehändlern am brenner

    wären schwarzwurzeln ein ersatz, allerschlimmstenfalls?

  7. Hallo guten Abend Herr Sprenger. Sie hatten doch versprochen für das Polpette de Cardi Rezept „Das Fleisch dazu liefere ich spätestens bis zum Vatertag, am 19. März ab. Falls wir bis dahin nicht zum Vegetarismus umgestiegen sind.“ das wäre also heute?

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