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[K]ein Kochbuch und Suppenhuhnverwertung

BuchcoverApotheker halten giftige und gefährliche Substanzen in einem Giftschrank unter Verschluss. Für besonders Neugierige öffne ich das Türchen zu meinem Giftschrank (Reklame!). Lesen auf eigenes Risiko! Wer nichts mehr von Kochbüchern hören mag, überspringt das Kästchen und geht direkt zur Suppenhuhnverwertung. Klicke zum Überspringen

(K)ein Kochbuch

Noch ein Buch. Ein Kochbuch. Kein Kochbuch. Oder doch eines?Wenn keines, was dann? Das ist nicht so einfach zu beschreiben. Ich nehme euch einfach mal mit:

Seit 4 Jahren trifft sich eine kleine Gruppe von Kochbegeisterten etwa 5 mal im Jahr auf dem samstäglichen Wochenmarkt in Luzern.

Buch (1) (2013 10 19_1926)

Frühmorgens schlendern wir mit Lucas Rosenblatt über den Markt. Einen Einkaufszettel haben wir nicht. Der Markt ist unser Rezeptbuch. Alles im Gleichschritt mit den Jahreszeiten. Das frische, farbenfrohe Marktangebot und die Begegnung mit Menschen, die ihre Produkte mit Herzblut und Freude anbieten, stimulieren unsere Sinne. Wir kaufen nach dem Lustprinzip ein. Aus einem Strauss von Ideen entsteht beim Schlendern durch den Markt unser Menü. Bestes und Knackiges vom Salat- und Gemüsestand, Fangfrisches aus dem See, Fleischiges aus der Region, saftige, sonnengereifte Früchte und beste Rohmilchkäse füllen allmählich unsere Einkaufstaschen.

Buch (1) (2013 10 19_1938)

Die Beute stellen wir in Lucas Rosenblatts Backstube bei Kaffee und frischen Brioches zu einem harmonischen Menü zusammen. Die Kochideen werden nochmals erörtert. Was wird realisiert? Was verworfen? Neue Varianten entstehen. Die einzelnen Gänge müssen in eine harmonische Abfolge gebracht werden. Wichtige Details werden diskutiert. Nun wird gerüstet, geschnipselt, gehackt, versucht, gerührt, gewürzt, getrunken und gelacht. Ich koche nicht mit, halte laufend die Rezepte schriftlich fest und fotografiere. Lucas hält alle Fäden in der Hand, berät, unterstützt, hilft und schaut, dass keine(r) der 8 Köchinnen und Köche den Brei verdirbt.

Buch (1) (2013 10 19_1954)

Nach einer wohlverdienten Pause trifft sich die Gruppe mit ihren Liebsten und Freunden und tischt ihnen ein einmaliges Marktmenü auf. Hier ein einzelner Gang daraus: Gamsrücken, -Ragout, Wacholdersauce, Kohl&Kürbis, Feigensenf und Wildäpfel.

Buch (1) (2013 10 19_2029)

So entstehen neue Kreationen: durch Weglassen des Einkaufszettels, Suchen, Neugier und spontanes Einkaufen in der Gemeinschaft einer Gruppe.

Ebenso spontan sind auch die Bilder entstanden, kein Foodstylist zupft Blättchen zurecht, kein professioneller Fotograf leuchtet die Teller aus. Jeder Teller wird durch die Gruppe gemeinsam angerichtet, die letzten Saucentropfen werden weggewischt, ich drücke auf den Auslöser (der Automatik) und weg ist der Teller. Gäste wollen ihr Essen schliesslich noch warm geniessen.

8plus8

Das Buch enthält  auf 291 Seiten 12 Menus durch alle Jahreszeiten zu 6 Gängen, insgesamt rund 240 Teilrezepte. Unser Buch will anregen, sich von guten Produkten motivieren zu lassen, denn am Anfang stehen gute Produkte und keine fertigen Rezepte. Es will anregen, mit den eingekauften Produkten spontan zu kochen. Vertrauen wir unserem Gaumen und der Nase!

Das Buch ist ein Querschnitt durch eine regionale Genusswelt, Fleisch, Innereien und Gluten inbegriffen, viel Süsswasserfisch, vereinzelt Meeresfrüchte, viel saisonales Gemüse und Früchte. Jede Seite ist individuell gestaltet. Es ist durchgehend 4-farbig gedruckt mit vielen Markt-, Stimmungs-, Prozess- und Foodbildern. Mit 21x21cm ist es Schlafzimmertauglich, wiegt 1.2 kg und hat 2 Lesebändchen in den Luzerner Standesfarben. Hier ein Blick ins Inhaltsverzeichnis und auf eine Doppelseite:

snapshot Inhalt

snapshot Inhalt2Die besten Rezepte, die während drei Jahren in allen Jahreszeiten entstanden sind, haben wir in das Buch aufgenommen.

Heute in einem teuren und kleinen Markt wie der Schweiz, dazu noch ohne einen starken Verlag im Rücken, ein solches Buch auf den Markt zu bringen, ist ein Risiko. Wir sind das Wagnis eingegangen.

Am 4. November 2015, 18 Uhr ist Buchvernissage in Meggen. Dort wird man es gleich mitnehmen können.

Bestellen kann man das Buch direkt bei Lucas Rosenblatt (info@lucasrosenblatt.ch) oder via Formular hier auf meinem Blog, wobei alle Bestellungen über Lucas laufen.

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Suppenhuhnverwertung

Wintergemüse mit Suppenhuhn
In den letzten Monate ist so vieles liegengeblieben. Meine Fondsvorräte, und nicht nur diese, sind nach der Arbeit am Buch fast völlig erschöpft. Als erstes musste der Geflügelfond (chicken stock) aufgestockt werden. Druckgegart, mit einer Karkasse samt Schenkeln. Brust benötige ich für etwas anderes. Nach dem Absieben der Brühe durch ein Tuch zupfte ich das verwertbare Fleisch von Schenkeln und Karkasse und mischte es mit Wurzelgemüsen und Wirsing im Wok. Die Inspiration dazu stammt aus [K]ein Kochbuch, jedoch vereinfacht und meinen derzeit bescheidenen Vorräten in der Gemüseschublade angepasst.

Zutaten
für 2 Personen, bzw. für mich alleine (Frau L. isst kein Huhn)
6 äussere Blätter von einem Wirsing
1 Petersilienwurzel
1 Pfälzerrübe
1 Tlf. Butter
1 Schalotte, geschält, klein geschnitten
Hühnerfond vom Suppenhuhn
1 Tlf. Kräutersalz
1 Msp. Maizena
schwarzer Pfeffer aus der Mühle
zerpflücktes Fleisch vom Suppenhuhn
50 ml Rahm
1 Eigelb
Kürbiskernöl und ein Blätterteigfleuron oder sonst was zum Garnieren

(1) Wirsing von den Blattrippen pflücken, danach in kochendem Salzwasser blanchieren. Die harten Gemüse schälen und klein würfeln.
(2) Butter im Wok erhitzen, Schalotte und harte Gemüse darin rührbraten. Wenig Hühnerfond und Maizena unterrühren, weiter garen, bis das Gemüse knackig gar ist. Würzen mit Kräutersalz und Pfeffer. Blanchierten Wirsing und zerpflücktes Hühnerfleisch untermischen. Rahm zugeben und etwas einköcheln. Auf kleiner Stufe das Eigelb untermischen und rühren, bis die Mischung bindet.

Dazu könnte man noch Schnittlauch untermischen, war aber keiner im Hause. Im Originalrezept sind noch Pastinaken, Topinambour und Federkohl drin und gebunden wird mit Sauce Hollandaise statt mit Eigelb und Maizena. Einen schönen Sonntag wünsche ich.

43 thoughts on “[K]ein Kochbuch und Suppenhuhnverwertung”

    1. Hallo Robert,
      du musst an den Kontodaten noch was ändern/ergänzen, so nimmt mir das Online-Banking eine Überweisung aus Deutschland nicht an.

      LG Eva

      1. Liebe Eva, da Robert noch nicht reagieren kann, hier für dich (und alle anderen aus der Nicht-Schweizer-Banken-Zone): da fehlt die BIC, nach deren Eingabe wird deine Überweisung funktionieren:
        die BIC lautet: LUKBCH2260A

  1. So ein schöner Sonntag – nicht nur vom Wetter!
    Goldener Oktober at ist best an Allerheiligen.
    Dazu lamicucina analog.
    Und dem Buchprojekt wünsche ich einen wirtschaftlichen Erfolg, ich trage gern dazu bei!

    1. Ergänzende technische Frage aus dem EU-Raum:
      „Die Auslieferung erfolgt im Euroraum gegen Vorausrechnung …“
      Heißt das: Direkt auf das angegebene Konto (BIC ?) überweisen oder Eingang einer Rechnung abwarten?

    2. Danke, wir sind schon zufrieden, wenn die Kosten gedeckt sind. Liebhaberprojekte müssen nicht rentieren.
      Anstelle einer schriftlichen Rechnung wird Lucas eine e-mail Bestätigung versenden. Dann darf oder kann gezahlt werde. Nach Eingang der Zahlung erfolgt die Freigabe an die versendende Druckerei.

  2. Lieber Robert,
    ich freue mich sehr für und mit euch. Was es bedeutet, so ein „Baby“ an die Öffentlichkeit zu lassen, weiß ich sehr gut, mit aller Freude und – zum Glück – nur sehr wenigen entäuschenden Momenten.
    Und dass aus Deinem Blog irgendwann ein Buch hervorgehen würde, war mir immer klar. Dass es nun ein solch besonderes Projekt geworden ist und eben nicht ein in Buchform gegossener Kochblog, freut mich besonders.

    1. Danke für deine netten Worte, Astrid!
      Mir war nur klar, dass ich nie ein Buch schreiben wollte. Enttäuschungen bleiben wohl niemandem erspart. Irgendjemand hat immer was zu meckern, mal berechtigt, mal weniger, aber das sind wir ja vom Blog her schon gewohnt😉

  3. Meine besten Glückwünsche! Nun muss ich nicht immer zum Rechner laufen, um deine Rezepte aufzuschreiben und dann zurück in die Küche, um sie nachzukochen…🙂

  4. Schön wenn man so gute Freunde hat, und aus dieser sicherlich fröhlichen Truppe so was Geniales entsteht. Ich freue mich jetzt schon das Buch in Händen zu halten. Die Aufmachung stark, die Grösse perfekt, ich liebe alles quadratische, die Idee, die Rezepte und die Geschichte dahinter, genau so was mag ich. Grossen Respekt, habt ihr toll gemacht. Ich warte jetzt nur noch auf die BIC nummer an dann gehts an die Bestellung. Vielen Dank dafür, und ganz viel Erfolg wünsche ich dir. LG Malou

    1. Wir, eine Stammtruppe von 4-6 Teilnehmern, sind mittlerweile gut eingespielt, aber Lucas bringt es mit Leichtigkeit fertig, auch Kochanfänger (die meist von ihren Frauen angemeldet wurden) zu integrieren. Danke.

  5. Brust oder Keule? Könner kochen halt mit dem, was gerade da ist😉

    Und ich werde mir das Buch wohl zu Weihnachten schenken. Man weiß ja am besten selbst, womit man sich eine Freude macht.

  6. Häärzlige Glyggwunsch und e diggs Komplimänt zu däm bestimmt interessante Buech. Wien‘ i seh, isch an Alles dänggt worde. Einzig bi de Bändeli wird‘ i mir gestatte zuesätzlig no e Schwarzes derzue z‘ Baschtle. Ornig muess si 😉
    Di feini Suppe-Haan-Verwärtig goht bi däm Schùngge glatt unter – laider.

  7. Ich liebe Kochbücher (auch wenn sie keine sind😉 ), die saisonal aufgebaut sind. Schade kann ich am 4.11. nicht dabei sein (Terminkonflikt), aber das Buch wird auf jeden Fall in meinem Gestell landen. Entweder gekauft, oder als Rezensionsexemplar . . . 😉 (lol).
    Viel Glück und natürlich liebe Grüsse aus Zürich,
    Andy

  8. Das sieht wirklich sehr verlockend aus, gerade durch das ungefoodstylte so lebendig und warm. Herzlichen Glückwunsch und viele Käufer!

  9. Hallo Robert,
    bekommt man eine Bestellbestätigung bzw. Rechnung (kurzfristig?) nach abgeschickter Bestellung oder überweist man einfach ohne vorher eine Bestellnummer erhalten zu haben?
    Danke und beste Grüße, limette

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