CH-4912 Aarwangen

CH-4912 Aarwangen: Schloss

CH-4912 Aarwangen (2015 05 12_7723)

Das Fahri (Ausreise) aus dem letzten Frühling ist lange liegen geblieben,  ging zeitweise vergessen, passt aber zum grünen Winter. Schloss Aarwangen wurde im 13. Jahrhundert durch kyburgische Ministerialadelige (ein Rittergeschlecht, das um sieben Ecken mit dem Hause Habsburg verbandelt war)  zur Sicherung des wichtigen Flussübergangs erbaut. Es liegt am Südufer der Aare bei der Brücke von Aarwangen an der Hauptstrasse von Niederbipp nach Langenthal. Das Schloss blieb bis 1341 im Besitz der Herren von Aarwangen. Nach deren Aussterben fielen Dorf und Herrschaft an die Freiherren von Grünenberg, ebenfalls Ministeriale der Habsburger.

CH-4912 Aarwangen (2015 05 12_7729)

1384 kam die unweit gelegene, kyburgische Stadt Burgdorf in Folge eines Konflikts zwischen Kyburgern und Bernern in den Besitz der Stadt Bern. Bern zwang die Stadt mit militärischen Mitteln zur Aufgabe, wollte aber den Anschein einer unrechtmässigen Aneignung vermeiden. Durch eidgenössische Vermittlung wechselten Städte und Schlösser von Burgdorf und Thun für die damals horrende Summe von 37’800 Gulden die Hand.
Zielstrebig dehnten die Berner in der Folge ihren Machtbereich nach Osten aus. Nachdem 1415 die Eidgenossen den Habsburgern den Aargau entrissen, kaufte Bern 1432 Schloss und Herrschaft Aarwangen von Wilhelm von Grünenberg. Schloss Aarwangen wurde zur Landvogtei, die bis zum Ende des bernischen Stadtstaates im Frühjahr 1798 bestehen blieb. Bis dahin residierten insgesamt 75 Landvögte im Schloss.

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Schloss Aarwangen war ursprünglich eine Wasserburg unmittelbar am Flussübergang. Die Burg war gegen die östliche Landseite hin offen. Geschützt durch eine hufeisenförmige Ringmauer, Gräben und mehrere Weiher. Dominiert wird die Anlage durch den markanten, frühgotischen Wehrturm mit bis zu 2.5 Meter dicken Mauern aus Bossenquadern. Der unbewohnbare Hauptturm des 13. Jahrhunderts ist neungeschossig. 1624 wurden das oberste Geschoss und die Volutengiebel  zugefügt.

Wohnbauten ummanteln den Turm auf drei Seiten, im Kern sind sie alle mittelalterlich, wurden aber bis ins 20. Jahrhundert mehrfach umgebaut. Der Treppenturm stammt aus dem Jahre 1643.

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Schröckliches weiss die an der Burgmauer befestigte Gedenktafel zu berichten:

„Der halbe theil von dieser Brug ist den 25 July a. 1758 des Morgens umb halb 3 Uhren während der Amtspräfectur des wohl&edelgebohrnen und hochgeehrten Juncker Landvogt Carl Manuel allhier bey grosser Wassergrösse mit hartem krachen Eingesunken.“

Inzwischen führt eine moderne, stark befahrene Betonbrücke, der auch eine „grosse Wassergrösse“ nichts ausmacht, über die Aare. Das Schloss steht seit 2012 leer und steht zum Verkauf.

Quellen:
Baugeschichte des Schlosses Aarwangen, Daniel Möri (lesenswert)
wiki Schloss Aarwangen

15 thoughts on “CH-4912 Aarwangen: Schloss”

  1. Mit diesen frühlingshaften Bildern ziehst Du mir wieder mal virtuellen Speck unter der Nase durch😉
    Aber ich mag winterlichen Winter (solange er sich am 21. März wieder verabschiedet)!
    Liebe Grüsse aus dem Zürcher Nebel,
    Andy

  2. Im Gegensatz zu Andy mag ich den Winter nicht und daher lassen mich deine Fotos schon auf den Frühling freuen.
    (Leider haben uns -wieder zu Hause – frostige Temperaturen und Schneereste erwartet😦 )
    Über den Kauf des Schlosses brauche ich nicht nachzudenken…..da mangelt es am Lottogewinn.
    Schönen Sonntag für euch.
    LG Eva

  3. Ich dachte, dass dies hier ein werbefreier Blog sei …. offensichtlich machst du aber nun in Immobilien. Na gut, dann schick halt mal das Exposé zu mir (ich werde schon mal Eva kontaktieren, um eine Tip-Gemeinschaft zu gründen😉😉😉

  4. Interessant wie immer. Schön die Frühlingsbilder. Obwohl wir Winter haben hier, ist es angenehm im T-Shirt (14° Morgen, 28° Nachmittag).
    Auf einer 3-tägigen Velotour, von Stein a.Rh. nach Lausanne (Veloland Schweiz, No. 5), fuhr ich von ein paar Jahren hier vorbei und schlief in Aarwangen.

      1. Nein nein, dazwischen gemischt, wie auch London – Stein am Rhein, damit auch diese motorlose Fahrt von 2009 erwähnt sei. Ich genoss beides, geniesse Velofahren immer noch, mache aber nur noch Halbtages-Ausfahrten.

  5. Nachdäm d‘ «Playboy-Mansion» (ohni Belegschaft ! ) vom Herr Hefner ebeso zum Verkauf aabote wird, bin‘ i schwäär am Hirne …
    Spass bi Site, Danggscheen fir dä interessanti Bricht und die passende Helge zum‘ ene glungene Sunntigsuftaggt.

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