Fuatscha da marruns

Fuatscha da marruns im Glas, glutenfreier Marronikuchen

Fuatscha da marruns 2016 01 19_0050

Im Marronikuchen «Fuatscha da Marruns» steckt ein Jahr Tüftelei„. So schreibt der Schweizer Beobachter und preist den Kuchen als helle Gaumenfreude für die dunkle Jahreszeit an. Der Kuchen im Weckglas soll, nach derselben Quelle, von einem Hotelier in Maloja erfunden worden sein. Der brach eines Tages tot in der Küche zusammen. Seine Frau verkaufte das Rezept an den Meier-Beck in Santa Maria im Münstertal, der wiederum perfektionierte es und lancierte damit einen grossen Erfolg. 20’000-30’000 Gläser werden davon jährlich verkauft, die sich -kühl gelagert- mehrere Monate frisch halten.

Nun bin ich zwar kein begnadeter Zuckerbäcker, aber mit den wenigen Zutaten der Deklaration: Marronipüree, Eier, Zucker, Haselnuss, Butter und Kirsch sollte doch auch ein Laie wie ich einen Rührkuchen im Glas herstellen können? Zumal das Internet gleich auf Anhieb ein perfektes, glutenfreies Kuchenrezept von Claudia von foolforfood  (für eine Springform) lieferte. Ich habe Claudias Rezept kaum verändert, jedoch um glutenfreien😉 Kirsch bereichert. Die Mengen, die in einem Weckglas Platz haben, kann man auf der Seite von Meier-Beck einsehen. Damit erspart man sich ein halbes Jahr Tüftelei.

Glutenfreier Marronikuchen im Glas


Fuatscha da marruns (2015 12 27_9936)

Zutaten
für ca. 500 g Teig, meine Aufteilung auf Weckgläser siehe unten.
Unbedingt doppelte Menge zubereiten, soviel Gläschen besitze ich jedoch (noch) nicht.

60 g weiche Butter
90 g Puderzucker
140 g Marroni-Püree aus dem Schweizer Tiefkühlregal (Ditzler oder Migros sind gut, COOP hat mehr Zucker drin)
2 Eier, getrennt
100 g gemahlene Haselnüsse, gesiebt
1 Prise Salz
25 ml Kirsch

Butter zum Einfetten der Gläser

Fuatscha da marruns (2015 12 27_9926)

Zubereitung
(1) Weiche Butter mit dem Puderzucker schaumig schlagen.
(2) Marroni-Püree in kleinen Portionen zugeben und zu einer homogenen Creme unterschlagen. Eigelb nacheinander unterschlagen, danach die gemahlenen Haselnüsse und den Kirsch unterrühren.
(3) Eiweiss mit einer Prise Salz halb-steif schlagen, dann mit einem Teigschaber vorsichtig unter den Teig ziehen. Teig mit einem Spritzbeutel in die gebutterten Gläser füllen (80ml: 45g, 140ml: 65g, 160ml: 80g) und auf ein Blech stellen.
(4) Bei 170°C Umluft im vorgeheizten Ofen ca. 30-40 Min. in der unteren Hälfte des Ofens backen. Nach dem Backen völlig auskühlen lassen (um Kondenswasser zu vermeiden), dann Deckel mit Gummidichtung ohne Klammern auflegen und in einem Kammervakuumierer vakuumieren.

Frau L. meinte, dass ich die Kuchen nur deshalb gebacken hätte, um meinen neuen, blauen Kammervakuumierer auszuprobieren. Dabei weiss ich nicht mal, ob sie der Meier-Beck überhaupt vakuumiert, ob er sie nur heiss verschliesst oder gar sterilisiert. Wer keinen Kammervakuumierer besitzt, muss den Kuchen in der Springform zum Sofortessen backen oder fertig gebacken in Santa Maria bestellen. Wie lange mein Kuchen hält, weiss ich noch nicht. Ein Referenzmuster war nach 6 Wochen jedenfalls noch absolut frisch. Der Kuchen ist wirklich eine helle Gaumenfreude, locker, nicht trocken.  Meiner war etwas heller als der in der Springform oder auf den Bildern vom Meier-Beck. Hab ja auch nicht solange getüftelt wie der. Bin ja auf den Vergleich gespannt beim nächsten Besuch in Santa Maria. Die zweite Ladung Kuchen ist gebacken und sollte nun für ein halbes Jahr lagern. Falls sie nicht laufend geklaut werden, wie die erste Charge. Sollte ich nach 6 Monaten wie der Erfinder tot zusammenbrechen, so habt ihr wenigstens das Rezept😉

37 thoughts on “Fuatscha da marruns im Glas, glutenfreier Marronikuchen”

  1. I bi total fasziniert – dr Hammer – du bisch und blibsch e Siibesiech !
    I wird my Glygg nach de Ferie zerscht èmol mit dr Springform probiere. E Vakumiergschiir liggt nit drin, sunscht muess‘ i no e Schèpfli an d‘ Wohnig baue 😉

  2. Holla, der Kuchen klingt gut!
    Ich hab Maronipüree im Tiefkühler, das ist ganz ohne Zucker. Sollte ich da die Zuckermenge erhöhen?

  3. Bist du sicher, dass es die Luft entzogen hat? Ob der Deckel angesogen ist, erkennt man an der Lasche, welche man auch zum Öffnen nimmt. Wenn sie nach unten zeigt, dann müsste rein theoretisch Vakuum im Glas herrschen. Diese Kontrolle haben Mütter früherer Zeiten in ihrem Vorratskeller immer wieder durchgeführt, damit nichts eklig verschimmelt. Es kommt aber auch darauf an ob es im Glas steril genug ist. Ich werde testen und berichten🙂

    1. Bevor ich die Klammern aufsetze, versuche ich die Lasche anzuheben. Geht das nicht, ist das Glas vakuumiert. Den Trick mit der Lasche nach unten kannte ich nicht (hab vorher auch noch nie etwas mit Weck konserviert). Beim nächsten Mal werde ich ein Auge drauf haben.

      1. Ich habe die Küchlein nachgebacken. Hatte noch selbst eingefrorene Kastanienmasse. Wunderbar! In meinem alten Weck-Handbuch steht geschrieben: Zuerst backen, dann in einen Topf (muss nicht zwingend Einkochtopf sein) stellen, soviel Wasser dazu geben, bis die Gläser 3/4 im Wasser stehen, bei 100°C eine halbe Stunde wecken. Wenn man sie nicht vorbackt (anscheinend soll es Allergien auf Röststoffe geben) dann immer bei 100°C, 120 Minuten wecken!
        Es wird auch darauf hingewiesen, dass der vorgebackene Kuchen besser schmeckt, als der nur eingeweckte.
        Wecken muss ich erst, dann muss man warten wie lange sie sich halten. Ich bin allerdings gespannt ob es mit dem Entziehen der Luft bei dir klappt, denn dann könnte man Sous vide auch im Glas machen🙂 Habe ich etwa deinen Hintergedanken erkannt?

        1. Dein Befund freut mich. Als Wenig-Kuchenesser hab ich von den Kuchen im Glas rein gar nichts mitbekommen. Jetzt erst sehe ich, dass es darüber sogar Bücher gibt und viele Interneteinträge. Am besten gefällt mir die Methode, die Ulrike (Küchenlatein) anwendet: Gläser im Ofen etwas abkühlen, Gummi und Deckel drauf und zuklammern. So brauchts gar kein Vakuumgerät. Werde ich auch noch ausprobieren. Die Methode im Weckbuch ist zwar klassisch, aber bedeutet eine zusätzliche Komplikation.
          Ich hab auch schon dran gedacht, Würfel von Rinderwade in fertig gewürztem Fond in Gläser zu füllen und vakuumiert im Ofen bei ca. 60°C einige Stunden zu schmoren. Letztlich müsste man die Glaser aber dennoch 20-30 Minuten auf 100°C erhitzen, sonst wäre mir das zu gefährlich.

          1. Ein Küchlein haben wir heute geöffnet, aus Neugier wie es sich nach dem Einwecken gehalten hat. Es ist ein wenig feuchter, als direkt gebacken aus dem Ofen. Zwei habe ich in den Keller gestellt um zu sehen, wie lange sie sich halten.
            Wenn du die Rindswade gleich verspeist, musst du sie nicht wecken.

  4. Kastanienkuchen, soweit hab ichs immer noch nicht gebracht und dabei esse ich die doch so gerne. Dein Rezept gibt mir wieder einen Anstoß, und schmeckt bestimmt auch mit Kirsch der auch hier glutenfrei produziert wird.

  5. Kastanienpüree gibt es hier nur gezuckert in Dosen, Habe mich noch nicht daran getraut. Und bitte nicht tot zusammenbrechen, du würdest uns fehlen😉

    1. In der Schweiz wird das Püree in festen Blöcken (ähnlich Butter) angeboten. Zuckergehalt zwischen 19 und 30%. Was das Zusammenbrechen betrifft geb ich mir ja alle Mühe, indes, das bestimmen Andere.

  6. Hallo Robert, Frau Küchenlatein verschließt die Weck Gläser gleich beim Backen ich werde ihre Technik mit deinem Kuchen Rezept testen. Es klingt
    sehr lecker.

        1. hab ich inzwischen auch gelesen und dabei realisiert, dass Kuchen im Glas in Büchern und im Internet längst etabliert sind. Mein Unwissen kommt davon, weil ich kaum Kuchen esse😉 Aber mit all dem angesammelten know-how sollte es gelingen, die Kuchen auch ohne Vakuummaschine zu backen.

  7. Zufällig besitze ich eine stattliche Anzahl 160-er WECK-Gläser. Zusammen mit den grünen «Bülacher-Flaschen» zählen sie zu den Dingen, bei denen meine liebe, ehemalige Nachbarin beim Packen meines Containers für die Auswanderung nach Fernost gesagt hat: Aber DIE willst du doch nicht auch noch mitnehmen?
    Nun, ich habe sie mitgenommen, denn WECK-Gläser brauche ich für Konfitüre und meine Joghurt-Bereitung – und nun eben auch zum Backen!
    Haselnüsse gibt es hier nicht, wusste ich mir jedoch zu beschaffen und Marroni-Püree mache ich (für Vermicelles) selbst und friere es ein.
    Ein solch blaues Luxus-Modell zum Vakuumieren ist nicht in meinem Besitz, aber die Küchlein im Glas werden – im kühlen Schrank aufbewahrt – ihr Verfalldatum wohl kaum erleben.
    Danke für dieses leckere Rezept, das ich bisher mit ein bisschen Mehl statt Haselnüssen buk!
    FEL!X

    1. Als Anhänger der Bülachergläser konnte ich mich lange nicht mit dem Weck-System anfreunden. Bei einer Auswanderung hätte ich nur die Bülachergläser mitgenommen. Dein Marronipüreerezept würde mich gelegentlich interessieren.

  8. Die werden getestet. Das schöne an solchen glutenfreien Kuchen ist nämlich, dass sie immer äußerst saftig sind. Mangels Vakuumierer werden die allerdings der hiesigen Tradition gemäß gleich aufgegessen🙂

  9. Da ich keine so schönen Gläschen habe, habe ich dieses Rezept in einer 18 cm Springkuchenformt gebacken, allerdings mit gerösteten Haselnüssen (erst geröstet und dann gemahlen). Es wurde ein ganz besonderer, sehr feiner Kuchen mit intensiven Nussaroma

  10. Heute mußten wir ein Küchlein verspeisen, da ich am Morgen ein Glas mit geöffnetem Deckel entdeckt hatte. Wie sieht es bei dir aus, halten die Deckel noch zu?

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