Schloss Dorneck (wiki commons)

CH-4143 Dornach: Ruine Dorneck

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Die Ansicht von David Herrliberger aus dem Jahre 1755 zeigt das Schloss vor seiner Zerstörung durch französische Artillerie im Jahre 1798. Die Ruine befindet sich im solothurnischen Dornach in der Nordwestschweiz, wenige Kilometer von Basel entfernt. Sie steht auf einer Felsrippe, die nach 3 Seiten hin steil abfällt. Von hier hat man eine wundervolle Aussicht auf das Birstal bis Basel.15

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Ruine Dorneck: Hexenturm

1360 wurde die im 11. Jahrhundert erbaute Burg erstmals schriftlich erwähnt. Graf Siegmund von Thierstein-Farnsburg verkaufte sie samt zugehörigen Herrschaftsrechten an Herzog Rudolf IV. von Habsburg, erhielt sie aber als Erblehen gleich wieder zurück. Das erlaubte den Thiersteinern, sich unter den Schutz des mächtigeren Geschlechtes zu stellen. Und der Mächtigere freute sich über den Machtzuwachs. Im damaligen Feudalsystem war das ein üblicher Handel. 1384 verkauften die Thiersteiner das Lehen an Österreich. Nach der verlorenen Schlacht von Sempach mussten die Habsburger zur Verringerung ihrer Schulden mehrere Besitzungen verkaufen. So fiel die Burg 1394 als österreichisches Pfand an einen habsburgischen Edelmann aus Efringen in Südbaden. Da die Habsburger das Pfand mangels Geld nie auslösen konnten, blieben die Rechte bei den Efringern. 1485 kaufte die Stadt Solothurn erst die Burg und installierte eine Landvogtei darin. Im Zuge der Solothurner Expansionspolitik wurden die gekauften oder eroberten Ortschaften in die Landvogtei eingegliedert.

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Ruine Dorneck: Zwinger

1499 brach der Schwabenkrieg aus, ein 9 Monate dauernder kriegerischer Konflikt um die Vorherrschaft im habsburgisch-eidgenössischen Grenzgebiet. In der Entscheidungsschlacht marschierten die Truppen des mit Habsburg verbündeten Schwäbischen Bundes unter Graf Heinrich von Fürstenberg gegen das Schloss Dorneck und umstellten es. Den heraneilenden Eidgenossen gelang es in einem Überraschungsangriff, den Gegner zu überrumpeln, sie gerieten dann aber im Laufe der Schlacht in Bedrängnis, bis neu herangeführte Truppenkontingente aus Luzern und Zug die Schlacht entschieden. 1487 konnte die Eidgenossenschaft den römisch-deutschen König Maximilian in Verhandlungen zur Anerkennung der Existenz der Eidgenossenschaft bringen.

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1499: Schlacht bei Dornach

Nach der Schlacht bei Dornach und den Bauernunruhen von 1525 baute Solothurn die Burg in eine Festung um.

Nach dem Einmarsch der Franzosen wurde das Dorneck zum Département Mont-Terrible der Ersten Französischen Republik geschlagen, in der Folge wurde der als französisches Nationalgut veräusserte Bau als Steinbruch genutzt.

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Mit der Schlachtfeier von 1899 erwachte auch das historische Interesse an der Ruine. Die Gemeinde schenkte sie dem Staat, der sie 1903 ausräumen und sichern liess, Erst 1997 wurden umfangreiche Restaurierungs- und Sicherungsmassnahmen vorgenommen, um den historischen Bestand zu erhalten.

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Ruine Dorneck: Pulverturm und grosses Bollwerk

9 thoughts on “CH-4143 Dornach: Ruine Dorneck”

  1. Ich finde es immer schön, wenn auch solche Ruinen erhalten werden!

    Habt einen schönen Sonntag….hier schüttet es grässlich und ist kühl.😦

    Liebe Grüße Eva

  2. An einem grauen Sonntagmorgen wecken solche Geschichten und Bilder die Sehnsucht nach dem Südwesten. Auch die Kräutlein auf dem Balkon, die aufs Einpflanzen warten, reisten heut gern ein paar hundert Kilometer nach Süden. Ich zieh meinen Pullover über und wärme mich mit Gedanken an besonnte Burggemäuer. Frohe Pfingsten!

    1. Hier ist das Wetter auch nicht viel besser. Dieses Jahr hab ich mir vorgenommen, die Kräuter erst nach den Eisheiligen zu kaufen. Auf dem warmen Fensterbrett holen sie den Rückstand schnell auf. Schönes Pfingstfest.

  3. E Heimspiel grad‘ um en‘ Egge. Sogar s‘ Wätter kennt vo jetzt (zumindescht im Momänt) si.
    I wynsch dir/Eych scheeni Pfingschte !

  4. Ueblicherweise sehen wir Schloesser, Burgen, Herrschaftshaeuser bei Dir, aber auch Ruinen sind Zeitzeugen. Schade, dass durch Unruhen und Kriege viele Burgen verwuestet wurden, gerade auch durch die Franzosen, auch absolut unnoetig beim Abzug, wie bei der grossartigen Burg Hohentwiel bei Singen.

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