
Wasserstriwla ? google: meinten Sie Wasserstrahl ? Neeeeiiiiin !!! Wasserstriwla sind die elsässische Version der schwäbischen Spätzle, genauer: der Knöpfle. Das Elsass liegt gemäss New York Times dort, Where German Gemutlichkeit Meets French Finesse. Mit etwas Übung geraten die Wasserstriwla ganz ordentlich, viele sind fein, die paar dicken Brummer werden fürs Foto etwas nach unten geschoben, nur Frau L. meint, dass ich damit keine Chancen hätte, in eine schwäbische Familie eingeheiratet zu werden. Heiliges Blechle, das war wohl ein Scherz, Frau L. ? Wer als mit Ihnen Verheirateter elsässische Spätzle macht, hat doch keine derartigen Ambitionen ! Für mich der Anlass, das von Ilka und Ulli von RezKonvSuite erhaltene Geschenk, ein schwäbisches Spätzlebrett samt Schabeblechle handschabend einzuweihen.
Das Rezept stammt aus dem Buch Die Auberge de l’Ill von P. und J-P. Haeberlin, Econ-verlag. Sie werden aber in diesem 3-Sterne-Lokal auch nicht anders hergestellt als bei schwäbischen Hausfrauen. Nicht einmal handgeschabt. Eines der wenigen, einfachen Rezepte aus dem Buch, drum sind Jahre vergangen, bis ich zum ersten Mal etwas daraus koche. Mein Beitrag zum DKdUW.
Zutaten
200 Gramm Mehl, ich nehme Emmentaler Knöpflimehl: Weichweizendunst mit etwas Dinkel drin
3 Eier
1 Eigelb
1-2 Elf. Wasser nach Bedarf
1 Prise Salz, Muskatnuss
Butter zum Anbraten
| Die Linke schabt, die Rechte fotografiert | Abgetropft |
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Zubereitung
Originaltext von Ilka:
(1) Mehl in eine Schüssel vorlegen, Eier und Salz zugeben. Mit einem großen Kochlöffel oder in der Küchenmaschine (bei mir: 10 Minuten) rühren bis er Blasen wirft. Mit Klarsichtfolie verschließen und noch wenigstens eine halbe Stunde ruhen lassen.
(2) Topf mit Salzwasser zum Kochen bringen.
(3) Etwa 2 Esslöffel Teig auf das Spätzlebrett geben, das man vorher kurz ins kochende Wasser getaucht hat, und mit dem ebenso nassen Teigschaber (man kann auch eine Palette nehmen oder ein großes Messer) flach streichen.
(4) Nun dünne Streifen ins kochende Salzwasser schaben. Roh gehen Spätzle sofort unter und steigen erst wieder auf, wenn sie gar sind. Mit einem Sieblöffel herausnehmen mit kaltem Wasser abschrecken, auf einem Tuch ausbreiten und kühl stellen.
Genauso hab ichs gemacht und es ging. Es ging sogar sehr gut.
(5) mit einem Elf. Butter in einer beschichteten Bratpfanne langsam anbraten.
| Anbraten der Wasserstriwla | Friedlich vereint |
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Damit sich die Beilage auf dem Teller nicht langweilen musste, habe ich noch Spargeln dazugemacht, alla milanese, also mit etwas Parmesankäse und brauner Butter überschmolzen mit einem Spiegelei. Mein Rezept hab ich hier schon mal gebracht. Und weil die Spargeln derzeit noch teuer sind, hab ich sie mit einem halben Bund Agretti (Mönchsbart) gestreckt. Und weil im badischen die Spargeln gerne mit Chratzete (einem zerrissenen Eieromelett) gegessen werden, finde ich, dass Spätzle allerarten auch zu Spargeln passen. Dass Agretti auch zu Spätzle passen, hat eben nysa bewiesen. Fünf (5) Pfannen (Spätzle, Spargeln, braune Butter, Mönchsbart, Spiegelei) auf vier (4) Herdlöchern gleichzeitig zu erwärmen, brachte mich ganz schön ins schwitzen. Da hört die German Gemutlichkeit auf.















Ich wusste immer schon…die spinnen die Schwaben.
Hoffe hier liest kein Schwabe mit, wenn ja…only kidding. *gg*
3 Eier + 1 Eigelb, nobel geht die Welt zugrunde. Sowas kann ja nur lecker werden. Ich überleg grad meine aktuellen Mengen von ca. 15 kg Mehl
Da bräuchte ich ja 300 Eier! Die spinnen die …
Von: Dandu am April 9, 2008
um 6:46
der mönchsbart ist bei euch tatsächlich günstiger als spargel?
p.s. in der fußnote sollte stehen:
nur von geübten pfannenjongleuren zuzubereiten
Von: sammelhamster am April 9, 2008
um 7:52
Kompliment, du schabst von Hand! Ich bediene mich da sehr gerne des Spätzlehobels und bekomme kleine Knöpfle. Und Spätzle mit Spargel??? Naja ein Versuch ist es wert.
Liebe Grüße
Von: Petra am April 9, 2008
um 7:53
Ich glaube, Du darfst in Schwabenland ziehen….¨Für den Fall, dass IHr beide in der EU wohnen wollt, Aufnahmeprüfung bestanden, jetzt fehlen nur noch die Maultaschen……
Ich habe ein 70 Jahre altes Spätzlebrett ( schon ganz abgenutzt!), das meiner schwäbischen Urgrossmutter gehörte, aber, irgendwie komme ich zum Spätzle machen…..
Von: Bolli am April 9, 2008
um 7:56
@Dandu: ich kannte Schwaben, die machen den Teig aus den Eischalen. “Wer das Ei nicht streicht, wird niemals reich…”
@Sammelhamster: da siehst Du, wie teuer die Spargeln im Moment noch sind.
@Petra: Sp&Sp, passt sogar im Namen
@Bolli: wenn mich die Schwaben nicht einheiraten lassen wollen, bleibt mir nur noch der Harem von Tanger, über den BerlinKitchen kürzlich berichtete
Von: lamiacucina am April 9, 2008
um 8:01
Die Schwaben wollen dich – denn Schwaben die ihre Spätzle selber schaben sind rar geworden
Gut gemacht!
lg
Von: Ilka am April 9, 2008
um 8:18
@ Dandu – Die Schwaben die ihre Spätzle mit Eierschalen gemacht haben, müssen eingereiste Schotten gewesen sein.
Merke, der Schwabe spart an Allem, aber ‘niemals’ an seinem Essen.
Ha no, des wer ja nochmol scheener
lg
Von: Ilka am April 9, 2008
um 8:24
Was ich gelesen habe? Auerbachs Keller
bin schon etwas fixiert heute
Von: the rufus am April 9, 2008
um 8:37
@Ilka: Danke für das Lob. Die Reise nach Tanger wäre mir sowieso zu beschwerlich gewesen.
@the rufus: In der Auberge de l’Ill steht keiner auf den Tisch und singt dazu noch zackige Lieder.
Von: lamiacucina am April 9, 2008
um 9:37
Vielleicht findest Du ja ein paar Schwabinnen im Harem in Tanger!!!!!!!!!!
Von: Bolli am April 9, 2008
um 10:25
Als Schwäbin: super fürs erste Mal, da können sich viele was von abschneiden!! Kompliment! Das Set, das Du bekommen hast ist aber auch das geeignetste (habe ich auch). Aussterbende Könner wie meine Oma schabten mit einem einfachen Küchenmesser, was ich auch nie hinbekommen habe.
Von: rike am April 9, 2008
um 10:49
Ich habe noch nie welche selber geschabt, aber dafür welche frische aus München mitgebracht. Die waren sehr lecker mit Bärlauch, auch mitgebracht.
Von: Vanille am April 9, 2008
um 12:11
Hast Du die Spätzle auf dem ersten Bild weggelassen, oder waren es nur so wenige, dass das Ei sie völlig verdeckt hat?
)
Von: Sivie am April 9, 2008
um 3:47
@Bolli: mit Harem in Tanger meine ich natürlich Martins Barolo. Ich bin doch ein seriöser Blog
@rike: ach drum machst Du die auch. Das braucht aber Messer mit geradem Rücken.
@Vanille: ich habe eben Bärlauch-Gnocchi gemacht und war auch überrascht, wie fein die waren.
@Sivie: Mit 5 Pfannen bin ich überfordert. Zuerst vergass ich sie und als ich sie endlich auf dem Teller hatte, wars ein Drunter und Drüber. Deshalb gibts das Bild nur als Briefmarke zuunterst. Aber drauf waren sie.
Von: lamiacucina am April 9, 2008
um 6:12
du traust dich was… nach soufflés ohne hilfsmittel nun auch das schaben von spätzle. ist dir aber gelungen, mein versuch sah nicht so aus. schön, dass die die kombi von mönchsbart und spätzle gefallen hat. lg
Von: nysa am April 11, 2008
um 12:32
Wieder mal ein ausgesprochen schicker Beitrag von Dir für DKduW, danke sehr! Ich muss gestehen die anderen Zutaten (Spargel, Ei) wären mehr nach meinem Gusto, aber es tönt sehr lecker!
Von: Foodfreak am April 21, 2008
um 4:50