
Das Thema zarter Kartoffelgnocchi glaubte ich in diesem Blog detailliert und weitgehend abgehakt zu haben. Bis mir Frau L. mit ihren “aufwandminimierten Gnocchi” beweisen wollte, dass es mit weniger tamtam auch geht. Nachdem ich sie gegessen und für gut befunden habe, hat sie mir ihr Geheimnis verraten: ordinäre Kartoffelflocken. Damit bin ich zum Schweigen verurteilt. Schlecht waren sie wirklich nicht, fatto in casa, etwa wie beim Italiener um die Ecke. Frau L. freut sich wie ein Maikäfer auf einem frischen Buchenblatt über ihren coup, während ich mit mulmigem Unwohlsein in grösstem Erklärungsnotstand ihr Rezept zu einem Beitrag umsetze.
Zutaten
110 g Kartoffelflocken StockioderKnorroderPfanniodersonstwas (1 Beutel)
3 dl Wasser
1 Tlf. Salz (gestrichen), Muskatnuss
1 Ei
ca. 6-8 Elf. Weissmehl
Zubereitung
(1) In eine angewärmte Teigschüssel 3 (nicht 5) dl siedendes Wasser geben, Salz, Muskatnuss dazu und die Kartoffelflocken kurz untermengen bis alles feucht ist, dann das Ei und das Mehl portionsweise hinzugeben, jeweils mit einer Teigkarte kurz untermengen bis ein Teig entstanden ist, der nicht mehr an den Händen klebt. Das kann alles auch in der Küchenmaschine mit dem Knethaken gemacht werden.
(2) Teig auf einem mit Hartweizengriess bemehlten Brett zu fingerdicken Strängen rollen. Diese in etwa 2cm lange Stücke schneiden und bis zum Kochen auf ein mit Weizendunst bestäubtes Backpapier oder Tuch legen. Um mit meinen Gnocchis gleichziehen zu können, hat sie Frau L. noch über das Rillenbrett gezogen, schönes Täuschungsmanöver.
(3) Gnocchi portionenweise in knapp siedendem Salzwasser ziehen lassen, bis sie aufsteigen. Weitere 2 Minuten ziehen lassen. Dann mit einer Schaumkelle herausheben, abtropfen lassen und in wenig heisser Butter schwenken. (Natureversion)











Gutes kann so einfach sein …
Danke für den Tipp.
Von: mipi am Mai 12, 2008
um 6:21
Das gibt mir Mut meinen ersten Tiefkühlbericht umzusetzen an dem ich gerade arbeite. Das wird noch viel mulmiger dennn das Produkt ist komplett fertig.
Von: Dandu am Mai 12, 2008
um 6:54
Möglicherweise ist es ein evolutionsbedingt entstandener Vorteil der Frauen, aus vorhandenen, teilfertigen Zutaten schnell etwas köstliches für den säbelzahntigerjagenden Gatten zu kreieren
.
Von: sammelhamster am Mai 12, 2008
um 9:15
Frau L. gefällt mir, setzt Dir einfach Kartoffelflocken-Gnocchi vor und bietet dir Küchen-Paroli. Danke an Frau L. für dieses einfache Rezept! Genau das richtige für mich momentan!
Von: Dolce am Mai 12, 2008
um 9:15
Hört sich nicht schlecht an und scheint auch recht unkompliziert zu sein.
Was ich aber gar nicht ausstehen kann, ist, wenn das jemand “Gnodschi” ausspricht…
Von: Alex am Mai 12, 2008
um 9:35
Um’s mit meiner Italienisch Lehrerin zu sagen, sehen ganz fantastisch aus, die Knotschi …
Von: the rufus am Mai 12, 2008
um 9:50
Das ist tatsächlich ein Coup. Gratulation an Frau L. Denn auch, wenn es im Blog nicht so gerne getextet wird, so sind diese Rezepte durch Alltagstauglichkeit geradezu prädestiniert zum Nachkochen.
Von: rike am Mai 12, 2008
um 9:57
Da sieht man mal wieder was Frau und ein paar Emulgatoren ausmachen…
Von: Ursula am Mai 12, 2008
um 10:01
Auch ne Möglichkeit … ich lieb es aber eher ohne Tütchen
Von: kochundbackoase am Mai 12, 2008
um 10:22
Mit Kartoffelflocken mache ich manchmal auch flotte Mohn-(Wutzi)-nudeln. Ich gebe dazu oft 1-2 EL Grieß, dann haben sie schönen Biss und sind beim Kochen nicht so dem Zerfall ausgesetzt. Viel aufwändiger erscheint mir nach wie vor die Musterwutzlerei der Gnocchi.
Mit Butter und ein bissl Käse aber schon, oder?
Von: entegutallesgut am Mai 12, 2008
um 10:27
You made my day.
Von: Hedonistin am Mai 12, 2008
um 10:37
@mipi: Du hast das als Tipp verstanden ?
@Dandu: Bist Herbst kannst Du noch üben, dann wirst Du froh drum sein.
@sammelhamster: oder der Vorteil grösserer, geistiger Beweglichkeit ?
@Dolce: Du bist jetzt anderweitig beschäftigt.
@Alex: und dazu ein Glas Tschianti
@the rufus: einen leichten Anflug von Knatschigkeit hatten sie schon, wenn ich mir das so überlege… aber ich stehe voll hinter Frau L. (ich hätte Politiker werden sollen)
@rike: wenn mit zuviel Wasser angerührt wird, sind auch diese zerfallsgefährdet.
@Ursula: unersetzlich, wirklich.
@kochundbackoase: nachdem das Tütchen ausgeleert, ist Dein Gewissen unbeschwert.
@entegutallesgut: mit was immer auch, klar. Danke für die Erinnerung an die Wutzinudeln.
@Hedonistin: an Pfingsten gehts am Ringsten.
Von: lamiacucina am Mai 12, 2008
um 11:03
sag’ mal liegen die gnocchi (eine kollegin in der schule sagte knochi, das ist noch lustiger als gnotschi) denn in der luft? bei uns in der küche warten die erdäpfel und paradeiser auf die verwandlung. ich nehme so wie in einer der beiden älteren stories irgendwo vermerkt auch immer nur ein ei – und kartoffelmehl statt weizen. das habe ich von einer freundin, die gnocchi ungefähr so oft macht, wie andere leute sich ein butterbrot schmieren… liebe grüsse an frau l., aber kartoffelflocken kommen mir nicht ins haus. (das sind aber weniger kulinarische als grundsatzfragen.)
Von: katha am Mai 12, 2008
um 11:45
Ich musste erst einmal tieeeef durchatmen, so etwas in eurem Haushalt, ich bin fassungslos!
Von: Ulrike aka ostwestwind am Mai 12, 2008
um 12:19
@katha: die Herstellprozesse von Kartoffelmehl und -flocken haben viele Gemeinsamkeiten
Ich versteh Dich ja schon, aber…. kein aber.
@Ulrike: dann setz Dich mal in Dein Gärtchen, nimm eine Portion Deines Oreo-Eises, und alles wird wieder gut.
Von: lamiacucina am Mai 12, 2008
um 1:20
Von: Ulrike aka ostwestwind am Mai 12, 2008
um 2:00
Kartoffelflocken werden in einigen Brotrezepten eingesetzt. Ich habe mich beim Einkauf an der Kasse ganz vorsichtig umgesehen, ob mich niemand kennt – es war mir ausgesprochen peinlich
Von: Petra aka Cascabel am Mai 12, 2008
um 3:53
einspruch! da müssten wir jetzt eure kartoffelflocken und unser kartoffelmehl vergleichen. wenn die flocken vorgekocht und dann erst verarbeitet wurden (und vermutlich nicht nur kartoffeln auf der zutatenliste stehen, sondern auch emulgatoren, magermilchpulver, stabilisatoren u. a.), dann ist das was anderes als das kartoffelmehl, das üblicherweise aus getrockneten rohen kartoffeln hergestellt wird (glaube ich zumindest) und sonst nix enthält. aber mir ging’s eh eher um die konzerne… mein kartoffelmehl ist übrigens dieses hier.
Von: katha am Mai 12, 2008
um 4:48
@Ulrike: Leichen ?
@Cascabel: Hoffentlich im Nachbarort eingekauft und nicht mit Kreditkarte bezahlt
@katha: Dein Kartoffelmehl ist nichts als reine Kartoffelstärke, nicht etwa getrocknete, gemahlene Kartoffeln ! Das kann man selbst machen: Kartoffeln feinst reiben, mit Wasser schütteln, absieben, die weisse Suspension absetzen lassen, überstehendes Wasser abgiessen, das Sediment mehrfach mit Wasser waschen. Trocknen. Das weisse Pulver schmeckt nach Stärke, und sonst nach gar nichts mehr. Ernährungstechnisch wertlos. Demgegenüber schmecken Kartoffelflocken je nach Hersteller mehr oder weniger entfernt nach Kartoffeln, die Zutaten, die Du erwähnst, sind bei den Produkten der Grosskonzerne drin. Kartoffelflocken gibts aber auch in unverdächtiger Demeterqualität. Die Gnocchi von Frau L. waren leider nicht Demeter.
Von: lamiacucina am Mai 12, 2008
um 5:43
wieder was gelernt, danke! die gnocchi funktionieren damit trotzdem sehr gut
Von: katha am Mai 12, 2008
um 5:53
Ich bin beeindruckt von dem RILLENBRETT!
Wo bekommt man das?
LG
Karo
Von: Karo am Mai 12, 2008
um 7:43
@Karo: Abbildung siehe hier. In den dortigen Kommentaren hab ich ich erwähnt, wo ich es gekauft hatte und jemand sagte, dass es im Internet angeboten wird.
oder hier: http://fantes.com/images/7110-1pastamakers.jpg
Von: lamiacucina am Mai 12, 2008
um 7:50
Frau L.s Versuch ist génial !
Gute Idee, wenns mal schnell gehen muss.
Von: dorodoro am Mai 12, 2008
um 9:48
Was lese ich da? Pfanni?
Da ist man mal ein paar Tage verreist, schon meinst Du, mit Dosen- und Tütenfrass anzukommen?
Was für ein Verfall der Sitten….
Non, non, hatte ich schon mal gelesen, in Kochbüchern von besternten Leuten, und, jetzt auch von L, das kann nur gut sein.
Verdammt, ich suche nach dem Namen des Koches….Was gibt’s morgen.?
Von: Bolli am Mai 12, 2008
um 11:08
Ha! Fortschritt auch im Hause L.? Modern Times – bald verschwinden auch die Holzlöffel, gib gut acht!
Von: Jutta am Mai 12, 2008
um 11:33
Klasse, Frau L.! Endlich mal jemand, der vernünftig denkt in diesem ganzen Selbstdarstellungsgedöns. Es muss nicht immer Kaviar sein, und auch Kartoffelflockenfertigknotschi haben eine Daseinsberechtigung, solange sie mit Liebe und vielleicht Omas Butterbrettlen geröllert dem hungrigen Herrn L. aufgetischt werden. Bis er sie isst, sind sie eh kalt, weil erst das Foto geschossen werden muss…ich würde an die Decke gehen…;-)
Von: elettra am Mai 13, 2008
um 1:14
@Bolli: sowas muss ich immer bringen, wenn Du nicht da bist
@Jutta: ich sperre mich nur aus Platznot gegen den Fortschritt, Holzlöffel sind einfach schlanker.
@elettra: Deine Worte sind Balsam auf die Seele von Frau L., wenn ich ihr Deinen Kommentar zeige ist mir ein schönen Tag sicher. Vielleicht steigt sie dazu sogar wieder mal von der Decke runter.
Von: lamiacucina am Mai 13, 2008
um 6:43
Gruss an Frau L., ich verstehe warum du sie geheiratet hast.
Von: zorra am Mai 13, 2008
um 9:38
@zorra: umgekehrt, sie hat mich geheiratet
Von: lamiacucina am Mai 13, 2008
um 10:56
[...] die Gnocchi: Rezept siehe der Frau L. ihre oder [...]
Von: Kalbsnierstück an Rotweinsauce « lamiacucina am Mai 29, 2008
um 4:02
Getestet – genial schnell – prima – wird wieder gemacht. Mein Dank geht speziell an Frau L. (und natürlich auch an dich, da du uns das Rezept weitergegeben hast)!
Von: Petra aka Cascabel am Mai 29, 2008
um 2:54
deine frau L. ist super
tolles rezept wird bald gemacht
lg an frau L.
Von: nysa am Juni 8, 2008
um 3:56
[...] Gnocchi von lustigen Weibern « lamiacucina [...]
Von: Kurze und Lange | Hasencore am Juni 9, 2008
um 11:03
Heute habe ich endlich die Gnocchi von lustigen Weibern zubereitet.
Vielen Dank an Frau L. für das tolle Rezept und natürlich auch an Dich, dass Du uns dieses nicht vorenthalten hast.
Hier meine Variante: http://chaosqueenskitchen.twoday.net/stories/5120152
Von: chaosqueen am August 12, 2008
um 11:01
Super lecker diese schnellen Gnocchi. Auch ich danke Frau L. ganz herzlich für diese Variante. Habe mir ein fremdkochen auf http://www.swilles-universum.de/index.php?option=com_idoblog&task=viewtag&tagid=15&Itemid=1 erlaubt.
Von: Swille am Dezember 9, 2008
um 10:52
Zu diesem Rezept bin isch schon länger einen Kommentar schuldig:
Ich habe diese Gnocchi mehrfach nachgekocht und sie schmecken nicht nur super, sondern sind auch leicht zu machen. Vielen Dank, das hat meine Einstellung zu selbstgemachen Gnocchi verändert.
Von: Tobias am März 28, 2009
um 9:50
Danke. Wenn mal mal für sein Kartoffelpulver den Dreh raus hat, wieviel Flüssigkeit dazumuss, kann man sie fast ohne Mehl machen.
Von: lamiacucina am März 28, 2009
um 2:39
[...] Kartoffelgnocchi, zäh oder zart ? Gnocchi di patate, ma perfetto ? Gnocchi von lustigen Weibern [...]
Von: Kartoffelgnocchi ohne Mehl, ohne Ei, nur mit Kartoffeln « lamiacucina am Juni 9, 2009
um 4:02
gut gegessen !!!!! …trotzdem muß ich noch schnell dazu schreiben
))
Heute habe ich die Gnocci von Frau L. gemacht … einfach Klasse und super lecker !
Dazu gab es Ratatouille und ein rosa gebratenes Ryb Eye Steak
Großer Dank an Frau L. !! so macht auch mir Gnocci zubereiten Spaß und Männe hat es auch genossen !!!!!!
Von: Karin am Juli 5, 2009
um 7:45
Hallo Karin, morgen gibts traumhafte Parmesangnocchi. Die sind noch besser.
Von: lamiacucina am Juli 5, 2009
um 8:55
Jaaaa.. hab`s sie schon gesehen ! gleich Morgen kommen sie auf den Tisch
))
Von: Karin am Juli 6, 2009
um 10:08