Grapefruitgratin / Gratin de Pamplemousse

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Keine Käseküchlein !

Grapefruits essen wir meist nature. Unverarbeitet schmecken uns Früchte am besten. Aber für events kann man ja mal eine Ausnahme machen. Ich mazeriere die Fruchtfilets einen Tag lang im eigenen Saft mit Zitronenabrieb und Zucker. Meine Arance♥ lassen hier alle herzlich grüssen. Überziehe die Filets mit Bitterorange Marmelade und einem Zabaglione. Unter den Grill damit. Und fertig ist ein leichtes, schnelles Dessert. Mein Beitrag zum Event des Gärtnerblogs.

Garten-Koch-Event

Zutaten
für 2 Personen

2 Rosa Grapefruits
Abrieb einer 1/3 Zitrone
1 Elf. Zitronensaft
1 Elf. Zucker
2 Elf. Bitterorangenmarmelade (oder Grapefruitmarmelade, hatte ich nicht)
2 Eigelb
15 g Puderzucker
20 g Pistazien, grob gehackt

Grapefruitgratin 1_2010 01 18_4730
Was sich unter dem Zabaglione verbirgt

Zubereitung
(1) Grapefruits mit einem scharfen Messer mitsamt der weißen Haut schälen, so dass das Fruchtfleisch sauber freiliegt. Merke: Grapefruits sind runde, nicht würfelförmige Früchte :-)
(2) Die Filets mit einem scharfen Messer herausschneiden; dabei über einer Schüssel arbeiten, um den Saft aufzufangen. Filets in eine kleine Schale schichten.
(3) die Zwischenhäute mit der Kartoffelpresse ausdrücken, der Saft sollte insgesamt eben gerade reichen, um die Filets darin zu baden. Zitronensaft, -abrieb und Zucker hinzu und einen Tag lang in den Kühlschrank stellen. Die Filets gelegentlich umwenden.
(4) Filets herausnehmen auf einem Sieb abtropfen lassen, dann auf zwei flache Gratinförmchen arrangieren. Der Saft wird gebraucht.
(5) Grill auf 220°C aufheizen.
(6) 2 Elf. Saft aus der Mazeration mit 2 Elf. Bitterorangenmarmelade gut vermischen, damit die Grapefruits überziehen.
(7) Wasserbad oder einen andern passenden Topf mit Wasser auf 95°C erhitzen. Eigelb, Puderzucker und 30 ml Saft aus der Mazeration in die Metallschüssel (oder ein hohes Töpfchen) im Wasserbad geben, mit den Schwingbesen des Handmixers über dem heißen Wasserbad dick-cremig aufschlagen. Dann sofort auf die Fruchtschälchen giessen, mit gehackten Pistazien überstreuen und 4-5 Minuten unter den vorgeheizten Grill (zweitoberste Rille) stellen. Lauwarm essen.

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47 thoughts on “Grapefruitgratin / Gratin de Pamplemousse”

  1. Lieber Robert
    Der sieht ja oberlecker aus und erinnert mich wieder mal daran, dass ich die einzige im Haushalt bin, die Grapefruits mag :-(
    Vielleicht sollte ich mir mal einen EGO-Gratin machen?

  2. aha, eure grapefruits sind also rund!
    ein rosa exemplar sitzt auf ihrem (eckigen, natürlich) sitzhöcker in der küche und deshalb wird das nichts. ich muss nämlich beim filetieren von grapefruits (und orangen) immer probieren, ob die filets auch richtig geschnitten sind und richtig schmecken. und “gratiniertes nichts von der grapefruit” würde zwar in manches modische etablissement passen, macht mich aber nicht satt. werde also nachschub besorgen.

  3. Die Idee ist fantastisch. Der Geschmack mit Sicherheit auch. Ich könnte mir vorstellen, dass der leicht bittere Grapefruit-Geschmack durch das Marinieren nicht mehr so negativ auffällt.

  4. Den Trick mit der Kartoffelpressen-Entsaftung merke ich mir. Obwohl so ein Obstschalenentsafter sicher auch noch eine echte Marktlücke für Luxusküchengerätesammler wäre ;-)

  5. @Coriandre: deshalb tue ich die Orangenmarmelade an die Früchte, das gibt ihnen die kompromisshafte Süsse.

    @Rosa: ein schönes WE !

    @Isi: am Wochenende gibts hier wieder Frucht pur.

    @mipi: oh ja, die Grundidee stammt vom Orangengratin Madame de France von Fredy Girardet, dessen Zubereitung mit crème patissière war mir aber zu kompliziert.

    @Eva: die Früchtchen sollen ja nicht frieren unter der Warmhaltedecke.

    @Claudia: manche ziehen noch Sahne unter, das brauchts aber wirklich nicht.

    @sammelhamster: ich glaube nicht, hier heissen sie pink Grapefruits, entsprechend sind sie auch nur blassrosa.

    @Vanille: nicht zu früh aufhören mit dem Schlagen des Zabaglione, er muss dick sein.

    @katha: vorher sind sie immer rund, aber etwas Fruchtabfall macht nix, für das Rezept brauchts ja auch Saft.

    @mestolo: so lernt man sich also kennen :-)

    @Sivie: Das Rezept wurde ursprünglich für Orangen kreiert.

    @Nathalie: Du weisst, wir essen nicht gerne süss. Wers süsser mag, nimmt zu marinieren mehr Zucker. Die Marmelade wirkt übrigens ebenfalls als Süssevermittler.

    @SchnickSchnackSchnuck: das ist nichts für Frühstück da zu wenig süss, verglichen mit pancakes.

    @Peter: genau, deshalb mache ich das.

    @Erich: eine löbliche Arbeitsteilung, die den Küchenfrieden sichert.

    @Elisabeth: Du isst deinen Lippenstift ?

    @bee: der funktioniert natürlich nur, wenn grosszügig geschnitten wird :-)

  6. Hey, das sind ja Käseküchlein! ;-) Eigentlich brauche ich jetzt schnell ein Original Schweizer Kartoffelrösti Rezept. Bin gespannt, ob sich so etwas Simples in deinem gehobenen Labor findet.

  7. Nix gefunden, vielleicht heißt das bei dir anders. Ich werde die Kartoffeln jetzt einfach raspeln und langsam braten. Hoffentlich wird das was. Ich habe schon so oft Gummirösti serviert bekommen. Falls es ein Geheimnis für knusprige Rösti gibt, wäre ich dankbar für Aufklärung.

  8. Bisher habe ich die Zwischenhäute immer in der Hand ausgequetscht- das mit der Kartoffelpresse zu machen ist eine super Idee!

  9. Bisher war sauer auch nicht meine Sache, zusammen mit der Marmelade und dem Eierpunsch stelle ich mir das Dessert köstlich vor und als Hauptgang gibt es die Stringozzi umbri …
    Das liebe ich bei dir, Robert, raffinierte oder ausgefallene Rezepte, die oft relativ einfach (ermutigend) zuzubereiten sind!

  10. @nina: der Saft schmeckt nach der Mazeration parfümiert wie Alkohol.

    @kochschlampe: dann wirst Du vermutlich auch keinen Kaffee und Grüntee mögen.

    @Poulette: wach ? muss mich mal achten, das könnte ich öfters gebrauchen.

    @Buntköchin: oh ja, http://lamiacucina.wordpress.com/2007/07/07/rosti-aber-perfekt/ leider etwas schwer zu finden oder mit Lachs und Rohschinken: http://lamiacucina.wordpress.com/2008/03/24/kartoffeltapas-mit-rohschinken-1/

    @Inga: ich war auf jeden Tropfen angewiesen.

    @Christine: ich merke, wie ich mich immer mehr dem Einfachen zuwende. Ich muss nicht jeden Tag wie im Sterne-Restaurant essen.

    @alissa: gut haben wir die Wertungen abgeschafft :-)

  11. Bitter und sauer zusammen lehnen meine Geschmacksknospen auch ab. Süss/sauer ist fein und süss/bitter kann u.U. funktionieren. Da das bittere in den Trennhäuten liegt, könnte mir das Grapefruitgratin durchaus schmecken. Vielleicht auch als Mischung aus verschiedenen Zitrusfrüchten, z.B. Orangen und Grape. Mal sehen.

  12. Das sieht sooo lecker aus. Ich habs heute morgen schon in aller Stille bewundert und mich beim Wochenendeinkauf daran erinnert. Prompt befinden sich doch jetzt zwei Biopampelmusen in meinem Vorrat.
    Die Mazerationsgeschichte reizt mich sehr, etwas ähnliches habe ich mal nach einem Rezept von D.Müller gemacht. Also, ich bin dann mal weg…mazerieren!!

  13. @handyakku: Namen sind Schall und Rauch.

    @ftenstjerne: ich hab alles vorgekehrt, damit es deine Geschmacksknospen dennoch akzeptieren :-)

    @Suse: nature genossen (ohen Zabaglione) schmecken sie auch :-)

    @alissa: bei Komplimenten werd ich immer rot bis hinter die Ohren.

    1. Passiert nicht oft, dass mir jemand vorkehrt :-)

      Allerdings habe ich festgestellt dass die Sensorik Recht hat und die Geschmacksknospen mit den Jahren toleranter werden. Was mir früher als zu heftig vorkam, schmeckt mir heute gut. Noch ein Grund, früher abgelegte Rezepte mal wieder hervorzuholen und zu überprüfen. Ach, ich sag’s ja: niemals was wegwerfen.

  14. Grapefruits mag ich auch am liebsten pur – wobei wir vorgestern etwas anderes damit zubereitet hatten, was auch absolut super war – muss ich nur noch verbloggen.

    Dein Gratin sieht toll aus, das würde mir auch schmecken!

    Falls Du Mazerierte-Orangen-Einträge sammelst, bei uns gab’s die auch schon: Roberts Arance. ;-)

  15. Das gefällt mir sehr gut! Mangels Grapefruit (und in diese kalte graue Suppe da drausen geh ich heute bestimmt nicht mehr) werde ich das für morgen mal mit Blutorangen probieren.

  16. @Elisabeth: von verbotenen Früchten nascht man nicht ! :-)

    @SchnickSchnackSchnuck: und lustig !

    @Hannes: Ideen hab ich immer, mal schöner, mal weniger schön.

    @Barbara: dein Rezept interessiert mich. Sammeln tu ich mazerierte Orangenrezepte nicht gerade, deashalb habe ich deinen Eintrag auch übersehen, obwohl er unübersehbar angeschriben war. Sorry.

    @Karin: und sonst nimm Orangen.

    @Toni: hier schien die Sonne auf den Markt. Den Zabaglione nicht zu dünn machen !

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