Rotbarbe in Tomatensauce, Triglie alla livornese

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Das klassische, einfache Fischrezept aus der Toskana: Ganze Rotbarbe in Tomatensauce gedünstet. Die Rezepte in der Kochliteratur und im Internet sind sich bei der Zubereitung alle ungefähr einig, Gargantua in Lotta kochende Leidenschaft brät die Fische separat an. Soll ich auch, soll ich nicht ? Nein, ich halte mich (aber nur ungefähr) an Martina Meuth in Die neue Toskana, Droemer Verlag, und dünste sie in der Tomatensauce. Das tut der Sauce geschmacklich gut.

Zutaten
für 2 Personen

2 Rotbarben (je 250 g)
2 Knoblauchzehen, fein gehackt
2 kleine Selleriestangen, fein gehackt
1 kleine Zwiebel, fein gehackt
1 Stück Peperoncino
2 Elf. Olivenöl
600 g kleine, reife Aroma-Tomaten
1 Handvoll glatte Petersilie, fein gehackt
Salz, Pfeffer

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Zubereitung

(1) Den Fisch ausnehmen und entschuppen (das hat der Händler gemacht) und vor der Verwendung unter fliessendem Wasser gut ab- und ausspülen.
(2) Ein paar der Tomätchen in einem kleinen Pfännchen in wenig Olivenöl langsam etwas confieren lassen lassen. Fürs Auge.
(3) Den Rest der Tomaten mit heissem Wasser enthäuten und kleinschneiden.
(4) Für das Soffritto in einer fischgängigen Sauteuse das Olivenöl auf mittlere Hitze erwärmen, Knoblauch zugeben, 1 Minute später Sellerie und Peperoncino. Nach ein paar Minuten Dünsten den Tomatenhack zugeben, salzen und pfeffern, umrühren, Deckel drauf und etwa 15 Minuten leise schmurgeln lassen. Nachwürzen.

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(5) Zu guter Letzt werden die Fische gesalzen und in die Tomatensauce gelegt, Nach 4 Minuten sorgfältig einmal gewendet, Vorsicht, damit der Fisch nicht zerfällt. Nach 8-10 Minuten kann serviert werden. Die confierten Tomätchen und die Petersilie dazu und fertig.
Dazu Brot oder wie bei mir: Kartoffelstampf, mit Olivenöl und fleur de sel und Petersilie. Köstlich, zum Auftunken.

Also mir hats ausgezeichnet geschmeckt. Hingegen guckte Frau L. etwas erschrocken, als sie der Fisch mit blinden Augen anstarrte. Fand Fisch mit Gräten mühsam zu essen, zuviel Tomatensauce am Fisch, hätte ihn angebraten lieber mögen, überhaupt Spaghetti mit Tomatensauce hätte es…. und verschluckte sich noch beinahe an einer Gräte. Immerhin wünschte sie sich bald wieder Fisch.

27 thoughts on “Rotbarbe in Tomatensauce, Triglie alla livornese”

  1. Hey, das ist ein Heimatgericht! Die Familie kommt ja schließlich aus Livorno und Antignano war/ist Reiseziel Nr 1 seit Jahrmillionen. Ich find aber, das schmeckt mit den deutschen Tomaten nicht….oder irgendwie anders……vielleicht liegst aber auch nur an der fehlenden Meeresbrise auf der Terasse :-)! LG Anne

  2. Feines Essen, alles drinne, was Freude macht. Was die Kräten angeht muß ich mich auf Frau L.s Seite schlagen. Den Rotbarben esse ich auch lieber filetiert.

  3. Rotbarben in Tomatensauce sind auch in Sizilien sehr beliebt, aber ich scheue mich immer ein wenig davor, das Rezept zu kochen. Wie Frau L. habe ich etwas Angst vor Gräten und Augen, bilde mir aber gleichzeitig ein, dass der Fisch im Ganzen besser schmeckt…wie sind deine Erfahrungen in der Causa Filets vs. Fisch am Stück….?

  4. @Überall & Nirgendwo: wer sagt denn, dass ich deutsche Tomaten verwende ;-)

    @der muger: hättest lieber Opékaná Klobása in Tomatensauce ?

    @Micha: als Traditionalist kann man nicht gegen Traditionen angehen.

    @Sybille: Danke, ausnahmsweise ganz, ab sofort wird hier wieder filetiert.

    @Rosa May: without chips ;-)

    @magentratzerl: eigenartig wie das immer die Männer trifft, mich triffts immer mit Steinen und Steinchen.

    @lieberlecker: wenn Du dich gerne in die Sauce legen würdest, darfst Du das :-)

    @Wilde Henne: zusammen mit der Tomatensauce, vielleicht…

    @Vanessa: die Sauce schmeckt mit Fisch bestimmt viel besser als ohne. Bislang haben mir die gebratenen Filetstücke auch gut geschmeckt, zumindest ich habe den Garpozess besser unter Kontrolle.

  5. Das Titelfoto ist sicherlich genauso gut gelungen wie das Essen selbst. Auch wenn ich wenig Fisch esse, bewegt es mich dieses Rezept mal auszuprobieren. Brauch nur Hilfe bei den Gräten

  6. Hallo Robert, ich bin vor zwei Wochen in Schweiz gezogen und habe im Internet nach guten Restaurants in Zürich und Umgebung gesucht.Dabei bin ich nach vielen Klicks auf deine Website gekommen und war sofort begeistert von deiner “lamiacucina”. Da gibt es soviele schöne Rezepte
    zum Nachkochen wer will da denn noch in ein Restaurant gehen ;o)
    Mach weiter so lieben Grüße vom Zugersee Anna

  7. Es ist des Menschen seltsame Eigenart, dass auch wenn er im Luxus schwelgt, ihn doch immer wieder die Unzufriedenheit heimsucht. Insofern kann man Frau L. gar nicht verübeln, dass sie mit diesem tollen Gericht nicht so ganz einverstanden war. Ich hätte jetzt wahnsinnig große Lust darauf! Den Genuss trübt nur, dass die Rotbarbe im Mittelmeer gnadenlos überfischt ist und man die Finger davon lassen sollte. Und ihre größeren Schwestern aus dem Nordostatlantik, wo die Bestände sich noch in akzeptablem Zustand befinden, sind nicht ganz so schmackhaft.

  8. … @der muger: hättest lieber Opékaná Klobása in Tomatensauce?
    Meine Wurst schauten mich jedenfalls nicht so traurig an! Vielleicht lag es am Senf?

    liebe Grüsse vom Muger

  9. Merkwürdig, ich kenne etliche Leute, die keine toten Fischaugen vor sich sehen können. Meine Mutter z.B. bat immer im Restaurant den Kellner, ihr den Fisch ohne Kopf zu servieren. Im übrigen sind Rotbarben auch mein Lieblingsfisch, aber hierzulande schwer zu bekommen. Ein Glück für die Fische.

  10. @Marie: langsam essen, dann gehts ohne Hilfe ;-)

    @Anna: willkommen hier, auch wenn ich kein Restaurant habe !

    @Dirk: wir essen so wenig Fisch, das ich ohne Bedenken zugreife, wenn ich mal frische und schöne Exemplare kriege. Und tot waren sie schon ohne mein Zutun. Dann isst sie nur wer anders.

    @der Muger: verwurstet sieht man die Augen nicht mehr !

    @Buchfink: so sehe ich es auch :-)

  11. Rotbarbe ist ein köstlicher Fisch, den ich leider nur sehr selten frisch bei uns finde. Einer der wenigen Fische, die ich filetiert am liebsten mag, denn solche kleinen Fische sind meistens schon abgekühlt, bevor man die Gräten raus gefriemelt hat.

  12. Ein wunderschönes Rezept, mir liegt der Geschmack quasi schon auf der Zunge. Ein einfaches, schönes und ehrliches Gericht!

  13. @the rufus: wundert mich auch, das sie rot sind und nicht blau, wie das Wasser, in welchem sie schwimmen.

    @kegala: da spart man sich das filetieren.

    @Sabine: so klein waren diese Exemplare nicht, und das Flesch gehtgut von den Gräten.

    @lamiatrattoria: neu hier, ein Name der zum Besuch auffordert ;-)

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