CH-6713 Malvaglia: San Martino

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Fährt man von Biasca im Tessin Richtung Lukmanierpass, passiert man nach kurzer Wegstrecke das Dörfchen Malvaglia. Von weither grüsst ein schlanker, romanischer Glockenturm. Natürlich könnte man weiterfahren, eine kleine Pause ist der Ort aber allemal wert.

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Am Hauptportal grüsst neben andern Fresken aus dem 16. Jahrhundert ein überlebensgrosser Christophorus den Besucher. Der intakt gebliebene romanische Glockenturm ist an die Fassade gelehnt und weist an der Ostseite unten Spuren einer weiteren Abbilds des heiligen Christophorus auf.

Von der Kirche aus dem 13. Jahrhundert sind nur Teile der Seitenmauern übriggeblieben, die auf älteren Fundamentteilen ruhen. Die Kirche wurde im 16. und 17. Jahrhundert erweitert und erhielt zusätzliche Ausschmückungen.

Dem einschiffigen Kirchenraum sind zwei Kapellen, das vieleckige Presbyterium, der Taufstein und im hintern Teil eine Sängertribüne aus mit Blumenmustern bemaltem Holz angegliedert.

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Das Innere der Kirche
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Bemalte Unterseite der Tribüne

Die Fresken an der linken Wand stellen Szenen aus dem Leben Jesu dar und werden dem 1510 im Bleniotal fleissig tätigen Antonio da Tradate, dessen Werk wir in der Kirche von Biasca schon begegnet sind, zugeschrieben.

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Der heilige Martin von Tours

Der Chor ist mit zahlreichen Fresken und vergoldeten Stukkaturen verziert, die aus späterer Zeit, dem Jahre 1650 stammen.

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Barock, tut mir leid.

Im hübschen Beinhaus unterhalb des Rebberges gefällts mir besser. Wenigstens solange der Sensenmann nicht neben mir steht.

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Kein Rebhäuschen

Kaffeepause wie immer in der Osteria Centrale in Olivone, wo uns zwei alte Einheimische mit Lumpenliedchen im einheimischen Dialekt bestens unterhalten haben. Sabine hat sich hier, wie könnte es anders sein, längst durchgegessen. Für ein Mittagessen sind wir immer zu spät dran, aber die Pastafabrikation sieht nach einem Blick in die Küche vielversprechend aus.

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Osteria Centrale in Olivone

Quellen:
Blenio

9 thoughts on “CH-6713 Malvaglia: San Martino”

  1. Das ist doch mal wieder eine wundervolle Arbeitsteilung zwischen uns beiden: während ich mich genüsslich durchfuttern darf, bist Du für die Kultur zuständig ;-)
    Viele Grüße aus dem Tessin an Dich und F

  2. Ich kann nicht genau sagen, woran ich es festmache, aber die Fresken erinnern mich an manche Benediktinerkirchen; vermutlich, weil ich selbst im Schatten der etwas weniger farbenfrohen Franziskaner zur Schule ging ;-)

  3. @Sabine: und ich soll/muss/darf im Auto sitzend Knäckebrot essen ? :-(

    @the rufus: Mini-Salatschüssel ? Hier gehts um Pasta, nicht Salat !

    @Rosa Mayland: prereformatory colourfulness.

    @Dirk: Zeitzeugen eines Opferwillens, den man sich heute noch gerne ansieht. Wo hingegen die meist trostlose, heutige Gebrauchsarchitektur in spätestens 100 Jahren der Abrissbirne geopfert wird.

    @bee: Farbige Bildchen regen die Fantasie besser an. Ich erinnere mich an farbige Celluloidfolien, die man sich in den Kindergebetsbüchern auf die schwarz-weissen Bilder legte und während der (langweiligen) Messen mit Hingabe anguckte: Maria in blau, rot, gelb oder grün.

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