Marinierte Bananen

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Einfaches kann so gut schmecken. Die Turbohausfrau zeigte kürzlich marinierte Bananen nach einem Rezept von Ferràn Adria. So etwas kenne ich doch, hatte ich schon vor Jahren gegessen. Nur wo ? Bestimmt nicht bei Ferràn Adria, ich war ja noch nie in Spanien. Alle denkwürdigen Dessertkreationen der letzen 20 Jahre rückwärts durchs Hirn spulen lassen… 9..8..7..3..2, da, genau: bei Fredy Girardet, dem besten Schweizer Koch aller Zeiten. Die Bananes aux zestes de citron vert et orange waren fester Bestandteil des Dessertwagens. Da merkt man wieder mal, wie wenig an Denkwürdigem in 25 Jahren haften bleibt, wenn sich ein so einfaches Gericht wie marinierte Bananen nach so langer Zeit in den Synapsen festgehakt hat ! Oder liegt das einfach an der bessern Speicherung im jugendlichen Gehirn ? Egal. Jedenfalls köstlichst !

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feiner gehts nicht mehr, sieht nur auf dem Bild grob aus !

Zutaten
Dessert für 4 Personen:
2-4 Elf. Puderzucker
Saft und Schale einer Limette
Saft und Schale einer Orange
4 Bananen

Zubereitung
(1) Aus den Schalen der beiden Zitrusfrüchte hauchfeine (!) Julienne schneiden.
(2) Den Saft der beiden Zitrusfrüchte auspressen. Zucker im Zitrussaft unter Rühren auflösen. Bananen schälen und in Scheiben schneiden.
(3) Zesten und Bananenscheiben mit dem Zitrussaft und wenig Wasser mischen und mit Folie zugedeckt mindestens 3 Stunden in den Kühlschrank stellen. Die Bananen halten etwa 12 Stunden, bevor sie sich langsam verfärben.

Wer die Julienne nicht fein hinkriegt, muss sie vorher kurz blanchieren oder kann die Schale mit der feinsten Microplane abreiben.

Ich hab das Rezept leicht geändert: F.G. kocht aus 2 dl Wasser mit 120 g Zucker einen Sirup und nimmt die halben Mengen an Saft und Zesten.

Quelle: Fredy Girardet: La cuisine spontanée, Editions Robert Laffont, 1982, Paris

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Bananes aux zestes de citron vert et orange

Dazu servierte ich Schokoladeneis. Diese Kombination war jedoch keine gute Idee. Da scheint sich in meinen Synapsen  Banane mit Schokoladensauce verhakt zu haben. Die mazerierten Orangen in einem separaten Schälchen hätten besser dazu gepasst. Dazu der Bananaboat Song von Harry Belafonte….Come, Mister Tallyman, tally me banana… Wie krieg ich den wieder aus dem Gehör ?

 

36 thoughts on “Marinierte Bananen”

  1. SCHREI! Das ist mal ein Frühstückchen nach meinem Geschmack! Als begeisterte Bananenkuchenbäckerin fällt mir dazu gleich eine Kuchenvariation ein! Herr L., Sie sind und bleiben unsere feinste Inspirationsquelle! Abgesehen davon sehen die Banänchen ja dermaßen appetitlich aus, dass man gleich den Impuls hat, in die Küche zu rennen und Bananen baden zu lassen…

  2. 1) Super Ohrwurm, den hatte ich auch mal jahrelang
    2) Tolle Idee, mit den marinierten Bananen. Hätte nicht gedacht, dass die Geschmack annehmen und nicht matschig werden.
    3) Du bloggst schon wieder ziemlich häufig, oder irre ich? :-) Mir soll es reicht sein!

  3. Deeeeeoh! Dee-ee-eee-oooooh! Jetzt hab’ ich einen Ohrwurm. Wo ich doch Harry Belafonte so mag :) Eine schöne Aufmunterung an einem sonst schrecklich trüben Tag. Ich hatte übrigens auch spontan an Schokolade gedacht und finde interessant, dass die Kombination nicht funktioniert hat. PS: Zum Julienne-Schneiden kommst Du dann vorbei, ja?

  4. Na, sicherlich bekommst Du diesen Sing nicht aus dem Gehör, indem Du ihn an uns weitergibst. Robert, jetzt hast Du was angestellt… ich sitze hier mit dem Kopf wippend, mit beiden Füssen wippend und laut singend… und G. erkundigt sich, was in mich gefahren sei ;-)
    Aber mal so ganz nebenbei: Die Bananen hast Du wunderschön in Szene gesetzt.
    Lachende Tessiner Grüße

  5. Damit bringst du mir den Sommer in den Winter, obwohl ja jetzt gerade die Zitrusfrichtzeit ist, das weiß ich schon, aber trotzdem verbinde ich dieses Dessert mit der warmen, sonnigen Jahreszeit. Tolle Kombination, für die ich meinen Zesteur mal wieder zum Einsatz bringen kann. Er ist, glaube ich, das am wenigsten benutzte Küchenutensil, das ich besitze… Lieben Gruß, Dirk :)

  6. ich persönlich finde eine aromakombination aus einigen tropfen gin und maraschino toll in diesem rezept. es muss nicht alkohlisch schmecken, nur etwas die komplexität und einen hauch exotik dazu addieren.
    dazu passen würde imho evtl. ein mandeleis (bei mit gin/mar.) oder ein jogurteis (bei deiner version).
    lg

  7. Genial! Ich liebe “einfache” Speisen und könnte mir einen mürben, nur leicht süßen Keks dazu vorstellen. Egal. Einen Ohrwurm treibt amn am besten mit einem anderen aus. “Bring a little water, Sylvie”… ;-)

  8. Fredy Girardet war mein allererster Gedanke, zumal ich erst vor einigen Wochen beim Blättern im erwähnten Buch auf die Bananen gestoßen bin. Wie immer alles wunderschön, auch wenn ich das hier nicht täglich oder wöchentlich poste.

  9. Ach wie köstlich! Ich finde Bananen ja sonst immer irgendwie zu mächtig schwer und süß……aber so!….ein wenig sauersüß ….super. Man sollte den asiatischen Restaurants im Umkreis dieses Rezept mal unter die Nase halten. Mich nervt es ja schon seit Jahren, dass selbst der ausgefallenste Thailänder am Nachtisch kapituliert und immer nur die gleiche gebackene Banane serviert. Das wär doch jetzt mal was?!

  10. Bananen gibt’s bei uns eigentlich nie – ausser der Junghahn kriegt zwischendurch unbändige Lust auf Bananenmilch, dann kaufe ich ihm ein paar der Affenwürste.
    Aber gut, dass Du die Bananen verbloggt hast, denn damit hast du mich wieder auf die mazerierten Orangen aufmerksam gemacht. Jetzt, wo ich grad so wunderbare Moro-Orangen da habe… ich wär dann jetzt in der Küche…

  11. @Sugarprincess: Bananenkuchen würde vielleicht ja auch dazu passen.

    @Brigitte: deshalb koche ich nie fernöstlich, deren Zutaten hemmen die Spontaneität.

    @bee: Bananen(ver)brand ? diesen Schnaps kenne ich nicht ;-)

    @Rosa Mayland: I use them to make our daily fruit salad.

    @tomatenblüte: bin auch noch auf der Suche nach dessen Entfernung.

    @kekstesterin:
    zu 2) ob sie das Aroma der Zesten wirklich aufnehmen, oder sie davon nur umspült werden, weiss ich nicht.
    zu 3) 2 mal die Woche, mit gelegentlichen Ausreissern.

    @Le bonheur goûteux: das macht die an sich ungeniessbare Banane erst essbar ;-)

    @Julia: wahrscheinlich weil ich mit dem Zucker im Saft zu fest gespart habe. Eine neue Geschäftsidee: der mobile Zestenschneder.

    @Ti saluto Ticino: mit einem Mittagsmahl vom Forni im Magen würde ich auch laut singen.

    @Dirk: Zestenschneider habe ich längst entsorgt, Unbrauchbar. damit werden die Zesten viel zu grob. Strohige Zesten sind in diesem Dessert kein Genuss.

    @Albino Tuosto: und noch zwei Schnäpse, die ich nicht im Hause habe. Wenn ich mich recht erinnere, haben wir dazu früher îles de neige gegessen. Gestern hab ich dein Mandarinensorbet gemacht. Ganz gut geraten. Bin noch am probieren.

    @evazins: den kenne ich nichtt, werde mir ihn aber gleich als Antidot anhören

    @Thea: bei so vielen Blogs kann man nicht mehr täglich kommentieren.

    @Überall & Nirgendwo: in fremdländischen Restaurants essen wir nie. Frau L. findet meine Kocherei exotisch genug.

    @magentratzerl: dann sind wir uns einig ;-)

    @ninivepisces: erstaunlich, was man aus Bananen nicht alles machen kann ;-) ich schnetzle sie nur in den Fruchtsalat.

    @Wilde Henne: ich benutze de Bananen zur “Entsäuerung” unseres täglichen Fruchtsalats.

    @Magdi: damit kriegen sogar Bananenhasser die Bananen runter !

  12. Oh! Das ist ja wirklich wie ein Déjà vu, wenn man sich diese beiden Rezepte anschaut. Das Bananen-Rad wurde also nicht zweimal neu erfunden. ;)
    Übrigens hättest du diese Bananen auch nicht bekommen, wenn du bei Ferrán Adria gegessen hättest, weil “mein” Rezept ist aus einem Kochbuch für seine Küchenmannschaft, also das bekommen seine Angestellten zu essen.

  13. “Gestern hab ich dein Mandarinensorbet gemacht. Ganz gut geraten. Bin noch am probieren.”

    oh, rezept ist noch nicht fertig :-) habe ein umwerfendes apfelsorbet gemacht, rezept bolg’t nächste woche :D

  14. Vielleicht hast Du die marinierten Bananen von Ferran Adrià kürzlich bei mir gesehen Robert. Ich hatte sie am 19.06.2012 in meinem Blog, als ich Adriás Kochbuch “Das Familienessen” vorstellte. Aus diesem Buch stammt das Rezept. Sie sind einfach köstlich ;-)

  15. @Turbohausfrau: ich esse eh lieber, was die Küchenmannschaft isst.

    @Albino Tuosto: hab das Sorbet durch Zugabe von Isomalt leicht verändert, Die Sorbetmasse schien mir etwas wenig Trockenmasse aufzuweisen.

    @Kochbuch für Max und Moritz: jetzt erinnere ich mich, damals machte es bei mir jedoch noch nicht “klick” (Bananen, bäh) und ich habs wieder vergessen.

  16. Ob dünn oder dick geschnitten, ich liebe Zitrusschalen und esse sich auch manchmal einfach so. Aber ich kann mich ja auch einmal zurückhalten und so was hübsche und leckeres wie diese marinierten Bananen machen. Schokoeis, nein danke, aber Zartbitterschokolade kann ich mir sehr gut dazu vorstellen.

    Liebe Grüße
    Anna

  17. Und noch ein unqualifizierter Kommentar in Sachen Bananaboat-Song :-)
    die ALLERtollste Version ist natürlich die mit Harry Belafonte in der Muppets-Show!!

  18. Diese marinierten Bananen sind superb; serviert mit den marzerierten Apfelsinen waren sie der krönende Abschluß nach einem echten schweizer Käsefondue. Meine Gäste im nördlichen Deutschland habe ich damit sehr erfreut, es kam nichts mehr in die Küche zurück.
    Allerdings hat mich das Filetieren der Orangen (10 Stück) sehr viel Zeit gekostet, gibt es hier einen Trick ?

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